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Nordwestmecklenburg Eltern bangen um Hortplätze für ihre Kinder
Lokales Nordwestmecklenburg Eltern bangen um Hortplätze für ihre Kinder
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11:17 04.06.2019
Der Hort in Herrnburg ist bisher größtenteils in Containern untergebracht. In Verlängerung des Schulgebäudes ist neben dem Sportplatz (oben links) ein Neubau geplant. Quelle: Jürgen Lenz
Herrnburg

Frau B. ist entsetzt und ratlos. Vor wenigen Tagen hat sie vom DRK als Träger die Mitteilung erhalten, dass sie für ihren Sohn, der im Sommer eingeschult wird, keinen Hortplatz bekommt. Der Bedarf würde die vorhandenen Kapazitäten übersteigen. Die junge Mutter arbeitet Vollzeit und hat niemanden, der sich nach der Schule um den Sechsjährigen kümmert. Von den Mitarbeitern der Einrichtung wurde sie gefragt, ob sie dafür nicht ihren anderen Sohn aus dem Hort nehmen könnte. Dieser ist nur ein Jahr älter als sein Bruder, deshalb hat Frau B. diesen Vorschlag abgelehnt.

Auch Frau S. ist ungehalten und wütend. Sie hat ebenfalls eine Absage für einen Hortplatz erhalten. Für sie ist es unvorstellbar, dass ihr Sohn als Abc-Schütze nach der Schule völlig auf sich allein gestellt ist. Das möchte die Frau, die ebenfalls Vollzeit arbeitet, auf gar keinen Fall. Das Risiko, dass ihrem Kind etwas zustößt, wäre viel zu groß.

„Ich weiß um das Problem und habe bereits mit mehreren Eltern gesprochen, ob sie unbedingt einen Hortplatz benötigen“, erklärt Hortleiter René Brückner. Quelle: Jürgen Lenz

„Ich weiß um das Problem und habe bereits mit mehreren Eltern gesprochen, ob sie unbedingt einen Hortplatz benötigen. Elf von ihnen haben daraufhin ihren Platz zurückgegeben. Aber für die restlichen 25 Kinder, die ebenfalls einen Hortplatz benötigen, sehe ich keine Möglichkeit mehr. Denn wir können nur maximal 139 Kinder aufnehmen. Dafür haben wir außer den aufgestellten Containern schon drei Räume in der Grundschule für den Hort freigezogen“, erklärt René Brückner, Leiter des DRK-Hortes in Herrnburg, auf Nachfrage. Und würde der Landkreis die Betriebserlaubnis erhöhen und man könnte dafür weitere Räume nutzen, löst es das Problem nicht. Denn das dafür notwendige Personal hat man dann ebenfalls nicht.

Personal kann natürlich die Gemeinde nicht so einfach aus dem Hut zaubern, wie Lüdersdorfs Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) erklärt. An ihn hatten sich einige Mütter wegen des Problems fehlender Hortplätze gewandt. Mit ihnen steht er seitdem in Kontakt, will aber möglichst für alle, die eine Absage auf einen Hortplatz erhalten haben, eine Lösung finden. Der erste Ansatz ist für ihn, dass sich Amt, Kommune und Landkreis noch einmal genau ansehen, wie dringend notwendig für die Eltern der jeweilige Hortplatz wirklich ist. Dabei denkt Huzel an eine mögliche Splittung der Plätze, wenn Kinder nur zu bestimmten Zeiten im Hort betreut werden müssen. Auch den Gedanken, dass Eltern sich gegenseitig helfen und die Gemeinde für die Betreuung dann Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, wirft Huzel bei dem Hortproblem ein.

Der Lüdersdorfer Bürgermeister Erhard Huzel sieht sich Pläne für den Neubau eines Hortes in Herrnburg an. Quelle: Jürgen Lenz

Handlungsbedarf ist in jedem Fall gegeben. Unabhängig davon, dass die Gemeinde Lüdersdorf neben der Grundschule in Herrnburg den Bau eines Hortes plant und hofft, möglichst noch in diesem Jahr mit dem Vorhaben beginnen zu können, ist der neue Hort für 154 Plätze konzipiert, was aber nach jetzigem Stand nicht ausreichen würde. Hält der Kindersegen in der Gemeinde Lüdersdorf weiter so an, dann wird man möglicherweise danach noch auf die jetzigen Container nicht komplett verzichten können. Vorausgesetzt, dass bis dahin genügend Personal für die Betreuung der Kinder vorhanden ist.

Eine Elterngemeinschaft, die nach Lösungen zum Hortproblem sucht, hat sich gebildet. Wer Hilfe benötigt, kann sich unter Tel. 01 76/81 69 81 50 an sie wenden.

Verlangen können die betroffenen Eltern einen Platz für ihr Kind im Hort nicht. Das wird in der Aussage der Kreisverwaltung deutlich. „Das Kindertagesförderungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern beinhaltet einen Rechtsanspruch für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr bis zum Eintritt in die Schule. Die Hortförderung soll als ein bedarfsgerechtes Angebot bereitgestellt werden“, heißt es in dem Schreiben. Um eine Klärung ist man aber bemüht. „Der Fachdienst Jugend befindet sich in einem intensiven Austausch mit dem Amt Schönberger Land, der Gemeinde Lüdersdorf und dem Träger des Hortes in Herrnburg, um zeitnah eine einvernehmliche Lösung zu erzielen“, so die Mitteilung aus der Kreisverwaltung.

Dirk Hoffmann

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