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Nordwestmecklenburg Empfangsgebäude kommt untern Hammer
Lokales Nordwestmecklenburg Empfangsgebäude kommt untern Hammer
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21:10 19.06.2014
In Schönberg warnt ein Schild am Bahnhof vor herabfallenden Dach- und Mauerteilen. Ein Bauzaun soll Menschen auf Abstand halten. Die Bahn teilt dazu mit: „Der aufgestellte Bauzaun ist uns nicht bekannt.“ Foto/Repro: Jürgen Lenz
Schönberg

Der Bahnhof in Schönberg kommt unter den Hammer. „Wir sehen vor, das Empfangsgebäude über eine Grundstücksauktion zu verwerten“, teilte die Deutsche Bahn auf Anfrage der LN mit. Termin und Mindestgebot stehen noch nicht fest. Das denkmalgeschützte Anwesen steht seit Jahren leer, ist dem langsamen Verfall preisgegeben. Daran wird sich vor der Versteigerung auch nichts ändern. Der Bahnsprecher teilte mit: „Die DB AG stellt die Verkehrssicherungspflicht sicher, es werden jedoch vor dem Verkauf keine weiteren Instandsetzungsmaßnahmen vorgenommen.“

Wie berichtet, kritisieren Schönberger Stadtvertreter seit Jahren den Zustand der bahneigenen Immobilie. Bürgermeister Michael Heinze (Die Linke) sagt: „Es ist furchtbar. Für die Zugreisenden ist der Bahnhof der erste Anblick von Schönberg.“ Die Bahn sei als Eigentümer dazu verpflichtet, zumindest die Gebäudesubstanz zu erhalten, mahnt Heinze. Stadtvertreter Marian Stickel sagt: „Ich finde es eine Schande, wie die Bahn das Gebäude verkommen lässt.“ Zumindest das Dach müsse gesichert werden.

Schönberger Stadtvertreter kritisieren auch, die Bahn habe am Empfangsgebäude einen Bauzaun aufgestellt, obwohl die Standfläche nicht in ihrem Besitz sei. Vielmehr handele es sich um öffentliches Gelände. Am Bauzaun hängen Schilder mit der Aufschrift „Achtung. Herabfallende Dach- und Mauerwerkselemente. Abstand halten!“ Die Bahn teilte dazu auf Anfrage mit: „Der aufgestellte Bauzaun ist uns nicht bekannt.“

Stadtvertreter Jörn Stange bemängelt den Zustand des Pflasterwegs neben dem Empfangsgebäude. Er führt in Richtung Bahnsteig. „Die Zuwegung ist unzumutbar“, sagt Stange. Eine Anfrage der LN zu dieser Kritik weist der Bahnsprecher von sich: „Der Bahnhofsvorplatz und die Zuwegung zum Bahnsteig wurden per Vermögenszuordnung an die Stadt Schönberg zugeordnet. Bitte diese Frage an die Stadtverwaltung richten.“ Wie berichtet, hat die Deutsche Bahn AG im Herbst 2012 den Bahnhofsvorplatz und die Zuwegung zu den Gleisen der Kommune zugeordnet. Umso mehr ärgerten sich Stadtvertreter, als die Bahn neben dem Empfangsgebäude einen Parkplatz für ihre Mitarbeiter auswies. Michael Heinze sagt: „Die Bahn hat ungefragt und unerlaubt unsere Fläche genutzt.“ Dafür habe sie sich mittlerweile entschuldigt. Das Schild für den Mitarbeiterparkplatz hat sie vor einigen Tagen entfernt. Ein Hintergrund der Kritik aus der Stadtvertretung: In Schönberg gibt es am Bahnhof weniger Parkmöglichkeiten als nötig.

Wechselvolle Geschichte
1870 hält erstmals ein Zug in Schönberg. Die Kleinstadt ist ab 1. Juli eine Station der neuen Friedrich-Franz-Eisenbahn. Deren Strecke beginnt in Kleinen (heute Bad Kleinen) und endet in Lübeck. In der Hansestadt unterhält die Friedrich-Franz-Eisenbahn einen eigenen Güterbahnhof, den „Mecklenburgischen Rangierbahnhof“.
1905 eröffnet die Bahn eine Nebenstrecke von Schönberg nach Dassow. Sie wird 1937 bis Pötenitz verlängert, 1951 wegen der Grenznähe jedoch stillgelegt. jl

Jürgen Lenz

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