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Nordwestmecklenburg Boltenhagen diskutiert Größe von Mietshäusern
Lokales Nordwestmecklenburg Boltenhagen diskutiert Größe von Mietshäusern
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17:11 10.04.2019
Das Angebot einer Mietwohnungen hat in Boltenhagen Seltenheitswert. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Quelle: Fellechner Foto
Boltenhagen

Erneut haben sich Boltenhagens Kommunalpolitiker eine Debatte mit Investoren geliefert. Im Bauausschuss hatten Christian Möhrke von der Lindhorst Gruppe und Architekt Uwe Wulf aus Ostholstein einen Entwurf für vier Mehrfamilienhäuser vorgestellt, die sie auf dem Gelände des Alten Sportplatzes im hinteren Bereich bauen wollen. Im vorderen Bereich zur Ostseeallee soll in diesem Jahr mit dem Bau eines Pflegeheims begonnen werden.

Nach dem Entwurf der Architekten möchte die Lindhorst Gruppe vier dreigeschossige Häuser mit jeweils 25 bis 30 kleinen Wohnungen bauen. Zwei Häuser würden die Investoren direkt an A-ja und Travelcharme vermieten, die künftig in direkter Nachbarschaft Hotels bauen und betreiben wollen. Die Unternehmen würden jeweils ein Haus komplett mieten, um darin Mitarbeiter unterzubringen. „In den anderen beiden Häusern würden wir gerne seniorengerechte Wohnungen bauen“, sagte Christian Möhrke.

Vier Häuser mit je drei Geschossen

Die vier Gebäude sollen jeweils drei Geschosse haben, in denen Wohnungen mit etwa 40 Quadratmetern geplant wären. Ursprünglich hätte die Lindhorst Gruppe geplant, Mitarbeiterwohnungen und Ferienwohnungen zu schaffen. „Da weitere Ferienwohnungen in Boltenhagen aber nicht gewünscht sind, haben wir das Konzept mit Seniorenwohnungen erstellt“, erklärte Möhrke, dass man sich dem Bedarf im Ostseebad angepasst habe. Die Vermietung der Mitarbeiterwohnungen sollen die Hotels übernehmen. Die Wohnungen für Senioren würde die Lindhorst Gruppe selber verwalten.

Doch einige Bauausschussmitglieder wollten sich gar nicht mit den gezeigten Vorschlägen anfreunden. Als zu groß und zu klobig beschrieben sie die Entwürfe und fragten, ob am Rand des Ortes auch eine Verkleinerung möglich wäre. Chrstian Möhrke erklärte aber, dass sich zum Beispiel der Bau einer Aufzuganlage für seniorengerechte Wohnungen bei zwei Geschossen kaum noch wirtschaftlich rechnen lasse.

Wohnhäuser sollen im B-Plan 38 entstehen

„Wir haben immer davon gesprochen, dass wir dort eine kleinteilige Bebauung wollen“, sagte Ausschussmitglied Christiane Meier. Die Entwürfe der vier Gebäude sei ihr mit 20 mal 20 Metern zu massiv. Außerdem sei für den Bau von Wohnhäusern der Bebauungsplan 38 bei Wichmannsdorf vorgesehen.

Tatsächlich sollen dort insgesamt etwa 200 Wohneinheiten in Mehrfamilien- und Einzelhäusern entstehen. Die LGE hat dazu mit der Gemeinde einen Vertrag geschlossen, die Planungen könnten im Herbst beendet werden. Im Vorfeld hatte es aber bereits mehrfach Verzögerungen gegeben. Einerseits musste nachgewiesen werden, wie das Regenwasser des Gebietes abgeleitet werden kann. Andererseits hatte das Landesamt für Raumplanung anfangs ein Veto eingelegt und begründet, dass es in Boltenhagen doch viele illegal genutzte Ferienwohnungen gebe. Die Forderung, diese Ferienwohnungen in reinen Wohnraum umzuwandeln, wurde aber fallen gelassen, als 2017 die Baunutzungsverordnung geändert wurde.

Anträge auf Umwandlung in Ferienwohnungen

Ferienwohnungen gibt es im Ostseebad Boltenhagen genug, sagen die Kommunalpolitiker. Quelle: dpa/Jens Büttner

Seitdem zeigt sich ein neuer Trend: Besitzer von Wohnungen stellen immer wieder beim Landkreis den Antrag, sie in Ferienwohnungen umzuwandeln. Seit 2017 sind bei der unteren Bauaufsichtsbehörde 18 solcher Anträge eingegangen. „Hiervon wurde bislang eine Nutzungsänderung bauaufsichtlich genehmigt“, teilt Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises, auf Anfrage mit. „Der überwiegende Anteil der übrigen Genehmigungsanträge wurde abgelehnt oder durch die Antragsteller vor einer Ablehnung zurückgenommen.“ Grundsätzlich sei für eine Nutzungsänderung immer ein Bauantrag bei der unteren Bauordnungsbehörde des Landkreises mit allen erforderlichen Bauvorlagen zu stellen.

Grundsätzlich können Ferienwohnungen inzwischen in allen Baugebieten, in denen Gewerbebetriebe oder Beherbergungsgewerbe zulässig sind, zugelassen werden. Außerdem können Ferienwohnungen in allen Innenbereichen ohne Bebauungsplan ausnahmsweise zugelassen werden. In solchen Gebieten möchte die Gemeinde Boltenhagen steuernd eingreifen und hat eigene Leitlinien für die Aufstellung von Bebauungsplänen festgelegt.

Gemeinde nutzt Veränderungssperren

„Bis zu einer Entscheidung über die Neuaufstellung von Bebauungsplänen in unbeplanten Bereichen kann die Gemeinde eine Veränderungssperre beschließen oder eine Zurückstellung von Bauanträgen beantragen, damit nicht in der Zwischenzeit Veränderungen genehmigt werden, welche den Planungszielen der Gemeinde entgegenlaufen. Das Ostseebad Boltenhagen macht hiervon regelmäßig Gebrauch“, informiert Petra Rappen.

Unzulässig bleiben weiterhin Ferienwohnungen in Bereichen, für die Bebauungspläne schon vor 2017 aufgestellt wurden. Dort müsste der Bebauungsplan geändert werden.  

60 Prozent der Betten in Ferienwohnungen

Von den etwa 10 000 Urlauberbetten im Ostseebad Boltenhagen befinden sich etwa 60 Prozent in Ferienwohnungen.

Etwa 3500 dieser Betten gehören zu Betrieben, die weniger als vier Betten anbieten.

Die so genannten „Sachsenkeller“ – untergeordnete Ferienwohnungen im eigenen Wohnhaus – haben im Ostseebad Boltenhagen Tradition. Bei allen Bestrebungen der Gemeinde, die Zahl der Ferienwohnungen einzudämmen oder zumindest stabil zu halten, sollen die „Sachsenkeller“ Bestandsschutz haben.

Malte Behnk

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