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Nordwestmecklenburg „Er war schon etwas Besonderes“
Lokales Nordwestmecklenburg „Er war schon etwas Besonderes“
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20:10 04.08.2018
Grevesmühlen/Rostock

Der Tod von Michael Tryanowski, dem als Spielmann-Opa berühmt gewordenen Straßenmusiker, bewegt die Menschen im Land. Die letzten Jahre lebte der 98-Jährige in Rostock, doch Jahrzehnte hatte er in Grevesmühlen gelebt, in einem kleinen Haus in der Großen Alleestraße.

„Ich habe ihn 1981 auf unserer Hochzeit kennengelernt“, berichtet Dagmar Burmeister aus Klütz. „Wir haben am 31. Januar 1981 in Grevesmühlen geheiratet, gefeiert haben wir im Hotel Stadt Hamburg am Markt.“ Irgendwann habe Michael Tryanowski mit seinen Instrumenten vor der Tür gestanden. „Wir hatten ihn nicht bestellt, er war einfach da und hat zwei Stunden für Stimmung gesorgt.“ Die Gäste steckten dem Musiker schließlich Trinkgeld zu bevor er ging. „Ich weiß nicht genau, wie viel er bekommen hat, aber ich glaube, es war eine ganze Menge.“ Dagmar Burmeister kam mit ihrem Fotoalbum von jener Hochzeit in die Redaktion, dort gibt es eine Aufnahme von jenem Tag mit Michael Tryanowski. „Wir erinnern uns heute noch daran, natürlich weil es unsere Hochzeit war, aber auch an den Musiker.“

So wie Dagmar Burmeister haben viele Grevesmühlener und Nordwestmecklenburger den Mann mit der Teufelsgeige erlebt. Dazu gehört auch Heidemarie Frimodig, die viele Jahre das Heimatmuseum in Schönberg leitete und mit der Geschichte der Region eng verbunden ist. Und dazu gehört auch Michael Tryanowski. „Wir haben damals Ende der 1970-er Jahre auch ausländische Gäste im Schönberger Schulzenhaus empfangen. 1978 zum Beispiel war eine schwedische Reisegruppe bei uns“, berichtet Heidemarie Frimodig. „Und Michael Tryanowski war für die Musik während des Essens zuständig. Der Rat des Kreises, ohne den ging es ja damals nicht, wenn es um ausländische Gruppen ging, hatte ihn engagiert.“ Die Schweden staunten damals nicht schlecht über den kleinen Mann mit dem Zylinder und den vielen Instrumenten. „Aber es hat ihnen gefallen, ein paar Mal wurde er dafür gebucht, daran kann ich mich noch gut erinnern.“

Wie einige andere Leser auch findet Heidemarie Frimodig den Begriff „Spielmann-Opa“ wenig passend für den verstorbenen Musiker. „Er war vieles, ein Original und ein besonderer Mensch, aber als Opa im herkömmlichen Sinn habe ich ihn nicht empfunden, für mich ist das unpassend. Aber ein Original war er, das stimmt.“ Erinnern kann sie sich auch noch daran, dass Tryanowski kaum Kontakt zu seinen Mitmenschen hatte. „Er sprach, soweit ich mich entsinne, kaum.“

Das bestätigen auch ehemalige Nachbarn aus der Großen Alleestraße in Grevesmühlen. Dort lebte Michael Tryanowski in einem kleinen Reihenhaus, das er von der Stadt gemietet hatte. Täglich war die Musik in der Straße zu hören, wenn er für seine Auftritte übte. Doch Gespräche mit den Nachbarn habe es so gut wie nie gegeben, auch um die Kinder in der Straße machte er einen Bogen. Bis heute ranken sich Gerüchte und Geschichten um den Mann, der damals mit einem schwarzen Zylinder durch die Stadt lief.

Michael Prochnow

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