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Nordwestmecklenburg Erinnerung an Kriegsopfer aus Schönberg
Lokales Nordwestmecklenburg Erinnerung an Kriegsopfer aus Schönberg
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12:24 20.08.2019
Pascal Heinzius, Emil Trein, Henrik Putraz und Paul Dommel (v. l.) zeigten in der Kirche in Schönberg Gedächtnistafeln für Männer, die im Ersten Weltkrieg starben. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Erinnerungen an Kriegsopfer aus Schönberg und Umgebung: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird das nach dem Ersten Weltkrieg herausgebrachte Buch „Die nicht wiederkehrten“ neu auflegen und zum Volkstrauertag im November 2019 herausgeben. Das kündigt Reinhard Wegener, Vorstandsmitglied im Regionalverband des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, an. Nach seiner Auskunft haben Mitglieder des Heimatbundes für das Fürstentum Ratzeburg das Buch bereits abgeschrieben. Wegener erklärt: „Es erhält dann einen Vorspann mit dem Bericht zum Projekt der Schüler und mit Beiträgen vom Volksbund Regionalverband und dem Museum.“

Ende vorigen Jahres standen in Schönberg ein Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters Mecklenburg-Vorpommern und ein Projekt des Ernst-Barlach-Gymnasiums unter dem Zeichen „100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs“. Gymnasiasten beschäftigen sich mit einem namentlichen Gedenken an 220 Männer aus Stadt und Umgebung, die im Ersten Weltkrieg starben. Die Schüler besuchten den Wahlpflichtunterricht „Regionalgeschichte“, den die Lehrerin Astrid Golla leitet. Sie forschten in der Kirche in Schönberg. Dort lagern Gedenktafeln mit den Namen der 220 Opfer des Ersten Weltkriegs aus Schönberg und Umgebung. Die Tafeln hingen ursprünglich im Altarraum, wurden aber nach der Renovierung der Kirche in den 1980er-Jahren nicht wieder aufgehängt.

„Zwischen Wahn und Ohnmacht“

Autor des Buches „Die nicht wiederkehrten“ war Hans Karl Alexander Rüdiger, der von 1910 bis 1947 als Pastor in Schönberg arbeitete. Die Schüler haben seine Biografien der Gefallenen ergänzt und tabellarisch zusammengefasst. „Auch diese Tabelle wird dann in das Buch eingebracht“, kündigt Reinhard Wegener vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an. Die Neuauflage enthalte einen Beitrag von Olaf Both, Leiter des Volkskundemuseums in Schönberg, mit dem Titel „Schönberg im Ersten Weltkrieg – zwischen Wahn und Ohnmacht“.

Neue Erkenntnis gewonnen

Wie Reinhard Wegener und Hans-Heinrich Uhlmann, Vorsitzender des Regionalverbands im Volksbund, erläutern, ergab das Projekt der Schüler Erkenntnisse und Ideen für weiterführende Arbeiten. So wäre beispielsweise die Vermutung, dass Schönberger im Verlauf des Ersten Weltkriegs an allen Fronten im Einsatz waren, noch zu überprüfen und anhand einer Landkarte darzustellen. Auch könnten noch Feldpostkarten und Briefe der Soldaten ausgewertet werden. Reinhard Wegener und Hans-Heinrich Uhlmann ergänzen in einem gemeinsamen Schreiben: „Hinzu käme die Recherche bei den Behörden zu Fragen nach Familien, die nicht mehr in unserer Gegend leben oder das Führen weiterer Interviews mit den Familien, deren Gefallenengräber der Volksbund im Ausland pflegt.“ Das seien nur einige der Themen, die neu aufkamen. Nach Einschätzung der beiden Vorstandsmitglieder werden den Jugendlichen die Schilderungen des Erlebten und die gewonnenen Erkenntnisse aus ihrer Recherchearbeit besonders in Erinnerung bleiben – so die herablassende Ausdrucksweise besonders gegenüber Frankreich, das Leiden der Soldaten, die zunehmende Not der Angehörigen und der Zivilbevölkerung, aber auch das aufgezwungene Heldentum. Die friedenspädagogischen Ziele seien mit dem Projekt am Ernst-Barlach-Gymnasium erreicht worden. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erklärt sich zu weiteren Projekten dieser Art bereit.

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Von Jürgen Lenz

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