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Nordwestmecklenburg Fahrerflucht in Grevesmühlen: Motorradfahrer rammt Fußgängerin
Lokales Nordwestmecklenburg Fahrerflucht in Grevesmühlen: Motorradfahrer rammt Fußgängerin
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18:00 04.11.2019
Aus Richtung Bürgerwiese kam der Motorradfahrer am 30. Oktober Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Die Kulturnacht in Grevesmühlen endete für eine 48-Jährige im Krankenhaus. Die Mitarbeiterin des Pflegedienstes Moll wurde gegen 21 Uhr, sie kam mit ihrer Kollegin von einem Patienten, von einem Motorrad in der Parkstraße angefahren und dabei schwer verletzt. Die Frau liegt seitdem mit drei gebrochenen Rippen im Krankenhaus. Der Motorradfahrer war nach dem Unfall verschwunden. Nach mehreren Stunden hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich um einen 21-Jährigen aus Grevesmühlen, der vermutlich unter dem Einfluss von Drogen stand.

Für das Opfer ist die ganze Situation auch Tage nach dem Unfall nicht nachvollziehbar. „Meine Kollegin, die an dem Abend mit mir zusammen unterwegs war, hat erzählt, dass er bei dem Zusammenstoß selbst gestürzt ist“, berichtet die 48-Jährige. „Danach ist er gleich wieder aufgestanden und abgehauen.“ Allerdings hatten laut Polizei mehrere Zeugen den Vorfall beobachtet. Unmittelbar nach dem Unfall begannen die Beamten mit der Befragung der Zeugen und der Suche nach dem Motorradfahrer.

Täter zeigte auffälliges Verhalten

Das Opfer hatte keine Chance, obwohl die Frauen den Mann auf dem Motorrad schon vor dem Unfall gesehen hatten. „Ich glaube, der war betrunken“, so die 48-Jährige. Der Biker kam aus Richtung Parkstraße. „Der fuhr schon ziemlich unsicher, erst hatte er noch in einer Parklücke angehalten, dabei hat er zwei Spiegel von parkenden Autos mitgenommen. Wir dachten, der bleibt stehen.“

Blieb er jedoch nicht, stattdessen gab er Gas und fuhr auf die Frauen zu. „Ich hatte überhaupt keine Chance“, berichtet die Frau, die sich an alles, was nach dem Zusammenprall passierte, nicht mehr erinnern kann. „Ich weiß nur noch, dass er einen weißen Helm trug, mehr leider nicht.“ Die Pflegerin wird noch einige Tage im Krankenhaus verbringen, wann sie ihre Arbeit beim Pflegedienst wieder aufnehmen kann, ist derzeit noch unklar.

Mehrere Zeugen haben den Vorfall gesehen

Wie die Polizei mitteilte, hatte nicht nur die Kollegin des Opfers den Unfall gesehen. Weil in der Innenstadt in jener Nacht die Kulturnacht stattfand, waren etliche Leute zu Fuß unterwegs. Die Polizei konnte mehrere Zeugen befragen. Einer, so Polizeisprecherin Jessika Lerke, habe schließlich den entscheidenden Hinweis gegeben.

Die Beamten ermittelten den Halter des Motorrades (Marke Yamaha), mit dem der Täter unterwegs war. Es handelt sich bei dem Tatverdächtigen um einen 21 Jahre alten Mann aus Grevesmühlen. Ein Atemalkoholtest, der am Morgen nach dem Unfall durchgeführt wurde, sei negativ gewesen, teilt die Polizei mit. Allerdings hätte der Vortest auf Drogen positiv reagiert. Deshalb wurde eine Blutprobenentnahme angeordnet. Das Ergebnis liegt noch nicht vor.

Unfallflucht ist eine Straftat

Dass Unfallfahrer sich nach einem Zusammenstoß aus dem Staub machen, kommt immer wieder vor. Dabei ist das Entfernen vom Unfallort, wie es im Gesetzestext heißt, alles andere als ein Kavaliersdelikt. Es handelt sich um eine Straftat, unabhängig, ob es sich um einen Rempler auf dem Parkplatz handelt, oder wie im Fall der 48-Jährigen in Grevesmühlen, um einen schweren Verkehrsunfall mit Verletzten.

Das Strafmaß reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Da es sich bei dem Tatverdächtigen mit 21 Jahren laut Strafgesetzbuch noch um einen Heranwachsenden handelt, könnte Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen. Ob es zu einer Anklage und damit zu Verhandlung kommt, und ob am Ende Erwachsenen- oder Jugenstrafrecht angewendet wird, das müssen nun die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben.

Von Michael Prochnow

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