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Nordwestmecklenburg Falsche Tierliebe bei Schwerin kostet zwei Igelbabys das Leben
Lokales Nordwestmecklenburg Falsche Tierliebe bei Schwerin kostet zwei Igelbabys das Leben
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10:27 26.09.2019
Manchmal ist weniger mehr. Nordwestmecklenburger Tierschützer beklagen unnötige Tierrettungen. Quelle: Lottihof
Seefeld

Anfang der Woche wurde Mitarbeitern des Aktion Tier Lottihofs vier Igelkinder in einem Pappkarton übergeben. Die Tiere waren abgemagert und dehydriert. Wie Hofchefin Christine Geburtig mitteilte, hatte man die Igel bereits in der Woche zuvor beim Abbau eines Campingwagens entdeckt. „Statt sich fachkundige Hilfe einzuholen, haben die Finder die vermeintlich mutterlosen Jungtiere kurzerhand in einen Pappkarton gesetzt – ohne artgerechtes Futter und Wasser“, so Geburtig.

Zwei der vier Igel sind am Dienstag, trotz sofortiger Einschaltung der Igelexpertin Jutta Schlawin, die seit Jahren mit dem Lottihof zusammenarbeitet, an den Folgen von Dehydrierung und Hunger verstorben. Die anderen beiden Igel können sich noch immer nicht auf den Beinen halten, haben aber Chancen zu überleben. „Der Tod der zwei Igel war unnötig!“, sagt Christine Geburtig. „Alle vier Tiere waren gesund und groß genug, um in der Natur alleine zurechtzukommen.“

Im Zweifelsfall erst fachlichen Rat einholen

Den Igelexperten zufolge, hätte man die Tiere nicht aus ihrem Umfeld nehmen müssen. Schon gar nicht, um sie tagelang unversorgt in einen Pappkarton zu sperren. Zudem ist eine solch unüberlegte „Rettungsaktion“ sogar gesetzlich verboten, weiß Geburtig. „Das Naturschutzgesetz erlaubt die Aufnahme und Pflege kranker, verletzter und hilfloser Igel. Es ist gesetzlich verboten, sie der Natur zu entnehmen, außer wenn sie klar ersichtlich hilfsbedürftig sind.“

Manchmal ist weniger mehr. Nordwestmecklenburger Tierschützer beklagen unnötige Tierrettungen.  Quelle: Lottihof

Laien können Zustand schlecht beurteilen

Hilfebedürftig sind laut Informationen des Lottihofes: verletzte und offensichtlich kranke Igel, von Maden befallende, torkelnde oder apathische Igel, mutterlose Igelsäuglinge mit geschlossenen Augen, die sich tagsüber außerhalb des Nestes befinden, untergewichtige Igel (Jungtiere Anfang November: deutlich unter 500 Gramm, Alttiere Anfang November: deutlich unter 1000 Gramm). Außerdem alle Igel, die bei Dauerfrost und geschlossener Schneedecke draußen herumlaufen.

„Laien können natürlich oft nicht beurteilen, ob sich ein Igel in einer akuten Notsituation befindet.“, sagt Christine Geburtig. „Wir empfehlen daher, vor einer auch noch so gut gemeinten ’Rettungsaktion’ mit einem Igelexperten zu sprechen und sich fachlichen Rat einzuholen.“

Umfangreiche Tipps dazu finden sich auch auf der Webseite des Igelzentrums.

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