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Nordwestmecklenburg Fast 12 000 Euro für Familie in Klein Siemz
Lokales Nordwestmecklenburg Fast 12 000 Euro für Familie in Klein Siemz
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15:13 10.10.2019
Mitglieder der Feuerwehr Siemz-Niendorf und Ekkehard Giewald (r.) vom DRK übergeben den Scheck mit 11 947, 21 Euro an Jens Richter und seine Familie. Quelle: Malte Behnk
Bernstorf

Es sind Tränen der Rührung und der Freude, die Jens Richter und seiner Frau Antje über das Gesicht rollen, als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Siemz/Niendorf und der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Ekkehard Giewald im Schloss Bernstorf ihnen einen Scheck über 11 847,21 Euro überreichen.

Muskulatur baut ab

Jens Richter (50) ist an ALS erkrankt. Dabei handelt es sich um eine nicht heilbare Erkrankung, bei der das motorische Nervensystem nach und nach abbaut. Die Muskulatur des ehemaligen Lkw-Fahrers baut bei vollem Bewusstsein Stück für Stück ab. Er kann nicht mehr laufen, nichts greifen, nicht ohne Hilfe essen und trinken. Inzwischen ist Jens Richter in der Intensivpflege-Wohngruppe in Schloss Bernstorf untergebracht, wo ihn seine Frau Antje und Sohn Max täglich besuchen.

Spendenkonto

Spendenkonto

IBAN: DE46 1405 1000 1000 0303 57

BIC: NOLADE21WIS

Kennwort: ALS Jens Richter

Die Krankheit ALS

Die Erkrankung der motorischen Nervenzellen im Rückenmark führt zu unwillkürlichen Muskelzuckungen, Muskelschwund und zur Muskelschwäche an Armen, Beinen und in der Atemmuskulatur. Sind die im Hirnstamm liegenden motorischen Nervenzellen betroffen, ist die Sprach-, Kau- und Schluckmuskulatur geschwächt.

Der wohl berühmteste Patient ist der britische Astrophysiker Stephen Hawking. Bei ihm wurde 1963 ALS diagnostiziert. Er starb 2018.

Es gibt nur eine Selbsthilfegruppe in MV – in Rostock. Eine Übersicht und weitere Hilfe gibt es unter www.als-selbsthilfe.de

Diagnose kam 2015

Nach der Diagnose 2015 wollte die Familie dafür sorgen, dass Jens Richter so lange wie möglich zu Hause leben kann. Durch Umbauten am Haus und die Anschaffung eines Kleinbusses haben Richters inzwischen mehr als 65 000 Euro Schulden, auch wenn sie insgesamt 12 000 Euro Unterstützung von der Krankenkasse erhielten.

Feuerwehr unterstützt Familie

Als Jens Richters Feuerwehrkameraden unter anderem durch einen Artikel der OSTSEE-ZEITUNG von dem schweren Schicksal erfuhren, haben sie eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Für uns ist es Ehrensache, Jens und seine Familie zu unterstützen“, sagte Wehrführer Stephan Haberkorn jetzt in Bernstorf. „Dass das eine Initialzündung gebracht hat, finden wir umso besser. Unser Jens liegt uns schon sehr am Herzen.“

Zunächst hatten die Feuerwehrleute in der Gemeinde Siemz-Niendorf Geld gesammelt und waren auf etwa 1300 Euro gekommen. Beim Gemeindefest am 31. August wurden zudem die Einnahmen aus einer Tombola für Richters eingeplant. „Die Landfrauen haben die Spendenaktion weiter in Schwung gebracht“, sagte Anne Haberkorn, Bürgermeisterin der Gemeinde Siemz-Niendorf. „Für die Tombola haben dann viele Unternehmen aus der Umgebung Preise gespendet“, fügt sie hinzu.

Eine der stärksten Spendenaktionen

Nach der Initiative der Freiwilligen Feuerwehr Siemz-Niendorf wurde über den Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein Spendenkonto eröffnet, auf dem die 11 847,21 Euro zusammenkamen. „Es war eine der stärksten Spendenaktionen, die wir in den vergangenen fünf Jahren begleitet haben“, sagte Ekkehard Giewald. „Das Spendenkonto für Familie Richter ist auch weiter offen“, fügte er hinzu, falls es noch weitere Spender geben sollte.

Auto für spontane Fahrten

Auch wenn die ALS-Erkrankung nicht heilbar ist, können Antje und Jens Richter die großzügige Spende gut gebrauchen. „Wir wollen das Auto noch umbauen, damit wir spontane Fahrten machen können“, sagte Antje Richter. Sie würde ihren Mann gerne ab und an nach Hause holen oder bei schönem Wetter spontan eine Spazierfahrt machen. Eine Tour mit einem Rollstuhl-Taxi von Bernstorf nach Klein Siemz kostet mehr als 75 Euro. Doch das muss bestellt werden. Spontan geht also nichts. Zudem ist Jens Richter immer wieder auf eine Atemmaske angewiesen. Allein schon deshalb ist die Familie auf einen Autolift angewiesen, für den jetzt vielleicht das nötige Geld da ist.

„Die Intensivpflege hier in Bernstorf muss bezahlt werden und auch zu Hause können wir das Geld gebrauchen“, sagt Antje Richter voller Dank. „Grundsätzlich wird der Gesundheitszustand nicht besser, aber Jens ist hier sehr gut aufgehoben“, lobt sie die Pflege.

Von Malte Behnk

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