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Nordwestmecklenburg Neu: Firmen müssen die blaue Tonne bezahlen
Lokales Nordwestmecklenburg Neu: Firmen müssen die blaue Tonne bezahlen
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10:51 22.02.2019
Blaue Tonnen in der Wismarschen Straße in Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Die Gewerbetreibenden in Nordwestmecklenburg haben bereits im Dezember Post von der GER aus Grevesmühlen erhalten. Das Entsorgungsunternehmen teilte den Empfängern mit, dass ab dem 1. Januar die Entleerung der Papiertonne, der sogenannten blauen Tonne, kostenpflichtig sei. 9,30 Euro kostet beispielsweise die Entsorgung der großen Behälter. Verwunderung bei den Unternehmern, die Entsorgung von Papier und Pappe sei doch eigentlich kostenfrei, oder etwa nicht? „Das war sie bislang auch“, erklärt Claudius Martinetz, GER-Geschäftsführer. „Aber die Veränderungen auf dem Markt haben dazu geführt, dass wir reagieren mussten. Bereits im vergangenen Jahr war dieser Geschäftsbereich für uns nicht mehr kostendeckend.“

GER hat die Papierentsorgung vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises in Eigenregie übernommen. Bedeutet: Das Grevesmühlener Unternehmen entsorgt im gesamten Landkreis, die Kreisstadt Wismar ausgenommen, Papier und Pappe über die blauen Tonnen. Die Finanzierung dieser Dienstleistung erfolgt eigenverantwortlich. „Das hat in der Vergangenheit auch durchaus funktioniert. Aber inzwischen sind die Rahmenbedingungen leider andere“, so Martinetz, dessen Unternehmen sich unter anderem bei der Feuerwehr Grevesmühlen engagiert. So würden die Asiaten kaum noch Altpapier abnehmen. „Vor allem die Chinesen war jahrelang ein sicherer Kunde was Altpapier betrifft, aber dieser Markt ist völlig eingebrochen“, erklärt der Geschäftsführer. Das habe sogar schon dazu geführt, dass Firmen, die sich mit dem Recycling und dem Umschlag von Altpapier beschäftigen, ihre Unternehmen schließen mussten. Gleichzeitig sind die Preise für Altpapier eingebrochen, weil schlichtweg zu viel Ware auf dem Markt sei.

„Ein weiteres Problem ist die neue Lkw-Maut auf Landstraßen.“ Drei bis vier Lastwagen hat GER allein im Rahmen der Papierentsorgung täglich auf der Straße, vor allem auf der Landstraße, die bis zum vergangenen Jahr mautfrei waren. „Das sind seitdem erhebliche Kosten, die nicht nur auf uns zugekommen sind. Das ist für alle Fuhrunternehmen ein Problem und am Ende ein Rattenschwanz, der auch den Verbraucher betrifft“, so Claudius Martinetz.

Der Geschäftsführer bittet daher um Verständnis für die Regelung in Sachen blaue Tonnen. Zudem weist er darauf hin, dass niemand verpflichtet ist, diese Art der Entsorgung zu nutzen. Es sei eine freiwillige Leistung. „Wenn jemand sein Altpapier Altstoffhandel bringt, dann ist das seine Entscheidung.“

Michael Prochnow

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