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Nordwestmecklenburg Flüchtlinge danken den Damshagenern
Lokales Nordwestmecklenburg Flüchtlinge danken den Damshagenern
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23:21 07.10.2015
Flüchtlinge haben mit ehrenamtlichen Helferinnen in Damshagen jetzt ein Schild als Zeichen ihrer Dankbarkeit aufgestellt. Quelle: Malte Behnk
Damshagen

Vor der Turnhalle in Damshagen steht ein neues Schild. Aufgestellt haben es Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Insgesamt 60 Frauen, Männer und Kinder waren zwei Wochen in der Turnhalle in Damshagen untergebracht. Sie war kurzfristig zur Ersatzunterkunft für die Notunterkunft in der alten Kita in Klütz erklärt worden. Dorthin sind die Flüchtlinge aus der Damshagener Turnhalle vor dem Wochenende umgezogen.

„Danke Damshagen“ haben die Flüchtlinge jetzt in syrischem und afghanischem Arabisch auf das Schild geschrieben. Von rechts nach links wird es gelesen. Beim Verzieren mit roter und gelber Farbe haben sich die Männer viel Mühe gegeben — auch um ihre Dankbarkeit zu zeigen. „Hier ist kein Krieg“, sagt einer von ihnen auf die Frage, was ihm in Damshagen besonders gefallen habe. „Sie haben es genossen, hier so warmherzig aufgenommen worden zu sein. Das war sehr wohltuend für sie nach der langen Flucht“, gibt Annette Czerny weiter, was ihr die Flüchtlinge berichtet haben. Die Künstlerin aus Roggenstorf engagiert sich mit anderen ehrenamtlich in der Betreuung der Flüchtlinge, die nun in Klütz untergebracht sind.

Auch Wolf Beckmann von der Kirchengemeinde hatte sich für die Flüchtlinge in Damshagen eingesetzt. „Danke — das war das Wort, das ich immer wieder gehört habe — gesprochen mit leuchtenden Augen“, hat er im Internet auf der Facebook-Seite des SV Damshagen veröffentlicht. „Sie haben sich bei uns wohlgefühlt, weil sie keine Angst haben mussten vor Bomben, Gewehren und Verfolgung“, schreibt er weiter. „Man sah vielen dieser Menschen an, was sie an Angst, Leid und Entbehrung hinter sich hatten.“ Wolf Beckmann beendet seine Gedanken mit den Worten: „Ich bin stolz darauf in einer Gemeinde zu leben, von der man in Dankbarkeit sprechen wird.“

Damshagens Bürgermeisterin Mandy Krüger dankt den Bewohnern der Gemeinde, die die Flüchtlinge in der Sporthalle betreut haben. „Für uns alle war es etwas ganz Neues und Unbekanntes, mit dem wir plötzlich direkt konfrontiert wurden. Gemeinsam konnten wir uns dieser Herausforderung stellen“, schreibt sie auf der Internetseite der Gemeinde Damshagen. „Ich möchte mich deshalb bei allen Einwohnern der Gemeinde für das Verständnis und die enorme Unterstützung in Form von Spenden und Hilfe bei der Betreuung der Flüchtlinge bedanken.“

Zunächst werde die Sporthalle in Damshagen jetzt wieder für den regulären Betrieb vorbereitet. Die Vereine und anderen Nutzer der Halle werden informiert, wann der Betrieb wieder wie gewohnt laufen kann. „Ob die Halle nochmals als Notunterkunft benötigt wird, kann momentan noch niemand sagen“, schränkt Mandy Krüger allerdings ein. „Sollte dies jedoch der Fall sein, werden wir die Einwohner rechtzeitig darüber informieren“, sagt die Bürgermeisterin schon jetzt zu.

Zwei schwierige Wochen
Vom 19. auf den 20. September war die Sporthalle in Damshagen über Nacht zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert worden. Die Einwohner konnten erst am folgenden Montag informiert werden.

In den nächsten Tagen brachten Einheimische Fahrräder, Kleidung und „offene Ohren“ mit zur Halle. Am 1. Oktober erfuhr Bürgermeisterin Mandy Krüger kurzfristig, dass die Flüchtlinge nach Klütz umziehen.

Malte Behnk