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Nordwestmecklenburg Flüchtlingshelfer kritisieren den bürokratischen Aufwand
Lokales Nordwestmecklenburg Flüchtlingshelfer kritisieren den bürokratischen Aufwand
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20:10 28.10.2015
Klütz

Die ehemalige Kindertagesstätte in Klütz ist seit etwa vier Wochen eine Notunterkunft und Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Nostorf-Horst.

Seit Eröffnung der Einrichtung in der Kita standen ehrenamtliche Helfer parat, um sich um die etwa 100 Menschen, die zum größten Teil aus Syrien vor dem Krieg geflohen sind, zu kümmern. Diesen Helfern stattete der Bundestagsabgeordnete Frank Junge (SPD) gestern einen Besuch ab.

Er wollte wissen, wo es hakt, wo die Helfer Unterstützung brauchen und was die Bundesregierung anders machen sollte. Etwa 30 Ehrenamtler der Gruppe „Klütz hilft“ kümmern sich um die Flüchtlinge. Sie bieten regelmäßig Deutschunterricht an, organisieren Fahrdienste zu Ärzten oder Behörden, sie machen mit Vereinen Freizeitangebote und informieren nicht zuletzt über Deutschland. „Die meisten, die hier ankommen sind sehr wissbegierig. Sie wollen etwas über Traditionen wissen, fragen nach Politik und der Staatsform“, berichtete Susanne Wagner. Eine Gruppe kümmert sich ganz speziell um Kleiderspenden, die an der Trauerhalle am städtischen Friedhof angenommen und sortiert werden.

Susanne Wagner, Koordinatorin der Gruppe „Klütz hilft“, lobte die Zusammenarbeit in der Stadt, kritisierte aber gegenüber Frank Junge, Probleme mit der Bürokratie. „Wenn ich etwas erfragen möchte, wird mir zum Teil als Privatperson keine Auskunft erteilt und auf einen zuständigen Sozialarbeiter verwiesen, der aber vielleicht erst eine Woche später wieder Kontakt zu dem Flüchtling hat“, erklärte Wagner. „Wir müssen oft hoffen, Informationen zu bekommen.“ Frank Junge sprach in dem Zusammenhang von Nadelöhren der Kommunikation, die zwischen Bund, Land, Landkreis und den Helfern vor Ort entstanden seien. „Man muss öfter den einfachen als den bürokratischen Weg gehen“, stimmte er zu.

Ein weiteres Problem sah Susanne Wagner für Flüchtlinge in einer zu schnellen dezentralen Unterbringung nach der Registrierung. „Grundsätzlich ist das gut. Aber die Menschen brauchen eine gewisse Vorbereitung, bevor sie in ein kleines Dorf ziehen, wo sie vielleicht keinen Deutschunterricht bekommen und sie keine Bezugspersonen haben.“ Manche der Schutzsuchenden könnten auch bei ihrer Registrierung teilweise nicht verstehen, was für Dokumente sie unterzeichnen sollen. Sie zumindest als Aushang auf Arabisch vorzuhalten, sollte aus Wagners Sicht bei den Behörden möglich sein. Schon in der kurzfristig eingerichteten Notunterkunft in der Turnhalle in Damshagen waren schnell arabische Schilder aufgehängt worden, auf denen zum Beispiel vor giftigen Pilzen gewarnt wurde.

Die ehrenamtlichen Helfer hätten fast überall schneller reagiert, als es eine Verwaltung hätte machen können. Positiv sei aber, dass die Änderung des Asylrechts jetzt innerhalb von drei Wochen beschlossen wurde. Die Entscheidung, 3000 zusätzliche Mitarbeiter im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einzustellen, sei allerdings von der Bundesregierung viel zu spät getroffen worden.

Einig waren sich der Bundestagsabgeordnete und Susanne Wagner darin, dass es aus Europa viel mehr Anstrengungen braucht, die Herkunftsländer der Flüchtlinge wieder sicher zu machen. „Die Flüchtlinge berichten fast alle, die Situation in ihrem Herkunftsland wäre nicht so, wenn es nicht so viele Waffen gebe.“

Malte Behnk

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