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Nordwestmecklenburg Vom Nordwestkreis auf den Harzring
Lokales Nordwestmecklenburg Vom Nordwestkreis auf den Harzring
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18:03 30.03.2019
Nach viermonatiger Bauzeit ist das Simson-Monster fertig. Jörg Abraham (vorne rechts) will es auf der Rennstrecke selbst lenken. Quelle: Maik Freitag
Gadebusch/Grevesmühlen

Ganz vorsichtig nimmt Jörg Abraham einen kleinen Aufkleber in die Hand, zieht die Schutzfolie ab und platziert den bunten Aufkleber einer Herstellerfirma für Mopedzubehör auf dem schwarz lackierten Fahrwerk seines gerade fertiggestellten Simson-Gespanns.

Dass der 55-jährige Metallbauspezialist so behutsam mit dem Fahrzeug umgeht, hat einen guten Grund. In dem Gefährt steckt nicht nur jede Menge Arbeit – erneut gibt es dieses Moped nur ein einziges Mal auf der Welt. „Nicht nur, dass man darauf lediglich liegend fahren kann, es ist auch ein Seitenwagen angebracht. Alles ist äußerst stabil und soll spätestens im August auf der Rennstrecke ,Harzring’ für Nachhaltigkeit sorgen und Siege einfahren“, erklärt der Gadebuscher. Zuvor können Fans und Liebhaber besonderer Maschinen das Simson-Monster mit 200 Kubikzentimetern Hubraum, zwei Zylindern und immerhin 45 Pferdestärken sowie einem Automatikgetriebe schon auf dem Simsontreffen am 25. Mai in der Alten Industriestraße in Gadebusch bewundern.

„Der Wunsch, so etwas zu bauen, ist im vergangenen Jahr auf dem Harzring entstanden. Wir hatten bereits ein Gespann, sind aber nicht über Platz zwei hinausgekommen“, erklärt Jörg Abraham. Aber wer den Chef des Gadebuscher Simsonclubs kennt, weiß, dass diese Platzierung für ihn nur noch mehr Ansporn bedeutet. Also musste nachgebessert werden. Ende Oktober entstand die Idee. „Alles im Kopf“, wie Jörg Abraham bestätigt. Pläne oder Zeichnungen existieren bis heute nicht. Die braucht der Schrauber auch nicht. Er hat ein Ziel, und er weiß auch, wie er dorthin kommt. Und am Ende steht ein Fahrzeug, das wieder einmal völlig aus der Reihe fällt.

Tüftler Jörg Abraham erklärt dem Mitorganisator des Simsontreffens, Uwe Borchert, das 45 PS starke Gespann. Quelle: Maik Freitag

„Wir haben alles neu gebaut. Es gibt für so eine Konstruktion eben keine Teile“, erklärt er die Arbeitsweise. „Man nimmt ein Stück Eisen, spannt es in die Drehmaschine und los geht’s.“ Natürlich war es nicht ganz so einfach, doch nachdem Mitte November mit den Arbeiten begonnen wurde, stand nach nur vier Monaten Bauzeit immerhin ein rennfertiges Simson-Gespann auf der Rampe.

Jetzt konnten die kleinen Details hinzukommen. Sitzbank, Lackierung und Aufkleber vervollständigten das grau-schwarz glänzende Gespann. „Wenn das Gespann den Harzring überlebt und die Generalprobe übersteht, werden wir auch in Hamburg bei der Stadtrallye antreten“, kündigt Jörg Abraham an. Hier hatten die Gadebuscher bereits beim ersten Auftritt 2018 die Zuschauer mit den Fahrten ihrer Zweiräder zum Staunen gebracht.

Apropos Staunen: Zuvor ist der Simsonclub nun erst mal mit der Organisation des nächsten Simson-Treffens beschäftigt. Jedes Jahr lockt die Veranstaltung Hunderte Oldtimerfans aus dem Nordwestkreis an. Vom SR I bis zur Schwalbe, alles, was in der DDR gebaut, mindestens zwei Räder hat und liebevoll restauriert wurde, rollt dann wieder durch die Region. Wieder wird am 25. Mai ab 10 Uhr eine Ausfahrt von Gadebusch über Wakenstädt, Krembz, Rögnitz und Lassahn stattfinden, ehe es ab 13 Uhr auf dem Gelände von Abrahams Reinigungsdienst in der Alten Industriestraße weitergeht. Hier stehen Geschicklichkeitswettbewerbe, ein Leistungsprüfstand oder auch die Bewertungen der schönsten Fahrzeuge auf dem Programm. Auch wird es einen Tombola-Hauptgewinn geben. Der steht wie immer auf zwei Rädern.

Maik Freitag

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