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Nordwestmecklenburg Gartenplakette fürs Häringsche Grundstück
Lokales Nordwestmecklenburg Gartenplakette fürs Häringsche Grundstück
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18:10 02.12.2017
Roggenstorf

Reinhold Häring aus Roggenstorf konnte jetzt für das Areal rund um sein Zuhause in dem kleinen Ort vom Landschaftspflegeverband „Mecklenburger Endmoräne“ die Gartenplakette „Gesund halten, was uns gesund hält“ entgegennehmen. Der 72-Jährige freut sich und lässt gleichzeitig keinen Zweifel daran, dass es seine Frau Doris gewesen ist, die sich bisher am meisten um die Scholle verdient gemacht hat. Leider hat sie die Ehrung nicht mehr erleben können, sie starb Anfang Oktober.

Wer nun auf dem gut 6700 Quadratmeter großen Grundstück englischen Rasen erwartet, fein abgegrenzte Wege und Stege zwischen exakt angelegten Beeten, der wird enttäuscht. „Es ist ein naturbelassenes Grundstück“, beschreibt Reinhold Häring. Die Natur könne sich dort ausbreiten, es gäbe wilde Ecken und er spricht von Radieschen und Rhabarber in einem Atemzug genauso wie von Giersch, Brennnessel und Beinwell. Klar, es würde auch regulierend eingegriffen werden, wenn die Beikräuter sich im Gemüsegarten zu sehr breitmachten oder Bäume zu ausladend würden, erklärt der Naturfreund, der von Herbiziden und Pestiziden gar nichts hält. Stattdessen kennt er sich aus mit der Wirkung von Brennnesseljauche gegen Schädlinge und aus Hühnermist hergestelltem Flüssigdünger.

Käuze, Fäden spinnende Raupen, Laubfrösche – auch die gibt es auf dem Grundstück, erzählt Reinhold Häring. Doch da ist der gebürtige Ostfriese, der nach Mecklenburg kam wegen der doch hügeligeren Landschaft hier, schon zu weit abgedriftet. Denn danach wird gar nicht gefragt, soll die Gartenplakette vergeben werden. Pestizide aber, leicht löslicher Mineraldünger und Torf zur Bodenverbesserung dürfen nicht ausgebracht werden. Diese Kernkriterien der Beurteilung müssen alle eingehalten werden.

Geht es um Elemente, die für den Gutachter in einen Naturgarten gehören, müssen mindestens fünf der sieben geforderten da sein. Der Häringsche Garten hat sie alle. Dazu gehören unter anderem die Wildstrauchhecke, Wildwuchs, Blumen und blühende Stauden sowie Wiese und Laubbäume.

Bei den Themen Bewirtschaftung und Nutzgarten muss der Bewerber mindestens fünf von acht Punkten bekommen. Da kann Reinhold Häring lediglich das Mulchen nicht vorweisen. Darauf habe er wegen der vielen Schnecken in diesem Jahr verzichtet, die würden sich unter dem Mulch so gern verstecken. Komposthaufen, Regenwassernutzung, Nützlingsunterkünfte, Gemüsebeete und Kräuter sowie Gründüngung – all das habe die Gutachterin vorgefunden. Und noch mehr, wie die zur Plakette gehörende Urkunde nachweist. Die kommt nun zu den Akten, die Plakette aber demnächst ans Gartentor. Der da wohnt fürchtet nämlich um die Erde als lebender Organismus und sagt: „Wir nehmen von der Natur, da müssen wir ihr auch etwas zurückgeben. Zu viel Raubbau wird auf der ganzen Welt betrieben.“

Cornelia Roxin

LN

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