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Nordwestmecklenburg Geldregen für Natur und Kultur
Lokales Nordwestmecklenburg Geldregen für Natur und Kultur
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17:18 29.01.2019
Neulandgewinnerin Andrea Keil (2. v. l.) und Barbara Nikolic (l.) vom Verein "Gemeinsam gärtnern" informieren Renate Kynast (Bündnis 90/Die Grünen) in Berlin über Hochbeete, die der Verein gestaltet hat. Quelle: Mathias Burke, Thünen-Institut
Groß Rünz

Das Leben auf dem Land bereichern, für eine gesunde Umwelt sorgen, den Zusammenhalt in der Region fördern: Das macht der Verein „Eschenhof – Gemeinsam gärtnern“ seit seiner Gründung in Groß Rünz vor knapp fünf Jahren. 2019 bis 2021 bekommt die gemeinnützige Gemeinschaft mit 48 Mitgliedern in Nordwestmecklenburg, Lübeck und dem Kreis Herzogtum Lauenburg kräftigen Rückenwind. Die Robert-Bosch-Stiftung fördert im Rahmen ihres Programms „Neulandgewinner – Zukunft erfinden vor Ort“ das Vereins-Projekt „Naturgut und Kulturgut“. Die stellvertretende Vorsitzende Andrea Keil kündigt an: „Wir bekommen in den zwei Jahren 50 000 Euro.“ Neulandgewinnerin Andrea Keil hatte sich für den Verein beworben und wurde direkt vom Land Mecklenburg-Vorpommern ausgewählt.

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und Landwirtschaftsministerin Klöckner besuchen den Stand der Neulandgewinner. Quelle: Jörg Gläscher, Robert Bosch Stiftung

Durch das Geld wird vieles möglich, von dem zahlreiche Menschen in der Region profitieren sollen: unterschiedlichste Seminare und Workshops, Angebote für Kinder, eine Saatgutwerkstatt, Kreistänze, ein Nachbarschaftsfest und einiges mehr. Der Verein will mit „Naturgut und Kulturgut“ seine Aktivitäten noch mehr in die Öffentlichkeit tragen, um Menschen in der Nachbarschaft und in der Region stärker einzubinden. Andrea Keil erläutert: „Wir möchten deshalb neue Workshop-Formate entwickeln, beispielsweise zu den Themen Yoga und Meditation im Garten – sowie Kunst und Kultur. Vorstellbar sind auch internationale Workcamps, die auch andere junge Leute aus der Region anlocken sollen.“ Inwiefern das gelingt, hänge letztlich auch vom Mitwirken und den Ideen der Menschen ab, die sich im Verein engagieren. Andrea Keil sagt: „Spannend stelle ich mir zum Beispiel einen Teil der Bewirtschaftung nach Permakultur-Kriterien vor.“ Dabei geht es darum, nachhaltige Kreislaufsysteme zu entwickeln, die sich zum Teil selbst erhalten und beständig gegen äußere Einflüsse sind.

Gemeinsam gärtnern in Groß Rünz: auch im Folientunnel. Quelle: Lenz Jürgen

2014 war der Eschenhof in Groß Rünz in einem schlechten Zustand. Heute ist er ein gut funktionierender Biohof, betrieben vom Verein „Gemeinsam gärtnern“. Fünf Frauen bilden das Kernteam. Sie haben es geschafft, eine funktionierende, sympathische Gemeinschaft von Menschen aller Altersstufen aufzubauen. Auf dem Programm stehen gemeinsames Gärtnern, Kochen, Einmachen und Konservieren von Lebensmitteln. Nach dem Prinzip „Learning by doing“ schärfen die Mitglieder das Bewusstsein für Herkunft, Anbau und Verarbeitung von Nahrungsmitteln.

Damit passt der Verein zum Förderprogramm „Neulandgewinner“ wie der Deckel zum Topf. Mit der vierten Runde unterstützt die Robert-Bosch Stiftung 20 neue Projekte in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit insgesamt rund einer Million Euro. Die Motivation, die die Stiftung antreibt: „Zivilgesellschaftliche Initiativen sind Motor des Zusammenhalts in ländlichen Regionen und treiben positive Entwicklungen voran.“ In vielen Orten in Ostdeutschland zeige sich, wie engagierte Einwohner das Leben in ländlichen Regionen bereichern: Sie pflegen gemeinsam Gärten oder bauen Dorfbacköfen als Treffpunkt für den wöchentlichen Austausch, sie bieten Künstlern aus aller Welt Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten in leer stehenden Häusern oder vermitteln in Werkstätten Wissen über regionales Handwerk oder bäuerliche Landwirtschaft. „Hinter diesen Initiativen stehen Menschen, die ihre unmittelbare Umgebung verändern und das Zusammenleben verbessern wollen“, erklärt die Stiftung. Zivilgesellschaftliche Initiativen seien der Motor des Zusammenhalts in ländlichen Regionen. Sie würden positive Entwicklungen vorantreiben.

Spende des Vereins an die Hans-Fallada-Schule in Berlin: Urs Richter (l.) und Ebukir Aksüt transportieren ein Hochbeet. Quelle: Paula Bach

Die Neulandgewinner erhalten in den kommenden zwei Jahren individuelle Schulungen. Sie werden von Mentoren begleitet, tauschen sich untereinander aus, vernetzen sich mit Menschen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Durchgeführt wird das Programm vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung, einer Genossenschaft mit Sitz in Berlin.

Bei Gesprächen auf Schloss Bellevue würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unlängst den Gestaltungswillen der Neulandgewinner. Er sagte: „Wir sollten die Situation in ländlichen Regionen, die manche als abgehängt bezeichnen, nicht als schicksalhaft begreifen.“ Es gebe engagierte Menschen, die anpacken und Veränderung schaffen – so wie die Neulandgewinner das täten.

Mitglieder des Vereins „Eschenhof – Gemeinsam gärtnern“ waren ebenfalls in Berlin – zur offiziellen Bekanntgabe der Neulandgewinner und zur Grünen Woche, wo sie in einem Pavillon der Neulandgewinner ein Palettenhochbeet und zwei Balkonhochbeete stehen hatten. Die Natur- und Kulturfreunde aus dem Norden nutzten die Gelegenheit, den Verein vorzustellen. Sie kamen auch mit Politikern mehrerer Parteien ins Gespräch. Die Hochbeete übergaben sie schließlich als Spende an die Hans-Fallada-Schule in Berlin. Sie luden die Kinder ein, im Sommer den Eschenhof zu besuchen. Damit wollen die Mitglieder des Vereins symbolisch zeigen, „dass die angeblich so abgehängten ländlichen Räume den Städten sehr wohl etwas zu bieten haben – mehr als nur Naherholungsangebote.“

Jürgen Lenz

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