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Nordwestmecklenburg Geldregen für die Stadt Schönberg
Lokales Nordwestmecklenburg Geldregen für die Stadt Schönberg
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13:18 04.04.2019
Über Pläne für den Ausbau der Dorfstraße in Kleinfeld sprechen Anwohner, Landrätin Kerstin Weiss (3. v. r.), Bürgermeister Lutz Götze (4. v. r.) und Mitarbeiter der Amtsverwaltung. Quelle: Jürgen Lenz
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Schönberg

 Von Regen lassen sich Einwohner von Kleinfeld nicht abhalten, wenn es um den Neubau ihrer Dorfstraße geht. Sie haben sich versammelt, weil Landrätin Kerstin Weiss (SPD) einen Bewilligungsbescheid über knapp 780 000 Euro an den Schönberger Bürgermeister Lutz Götze (SPD) übergeben wird. Damit steht dem Neubau in diesem Jahr nichts mehr im Weg. Voraussichtliche Gesamtkosten: 1,2 Millionen Euro.

Anwohner fragen: Müssen wir uns beteiligen? Die Chancen stehen gut, dass sie es nicht müssen. Wie berichtet, will Schweriner Landesregierung die Anliegerbeiträge nicht nur ab 2020 komplett abschaffen. Die Regierungskoalition hat im Januar auch angekündigt: Als Übergangslösung sollen rückwirkend zum 1. Januar 2018 bereits Straßenausbaubeiträge entfallen, wenn der erste Spatenstich danach erfolgte. Das wäre in Kleinfeld der Fall. Beschlossen hat der Schweriner Landtag die neuen Regelungen aber noch nicht.

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1,3 Millionen Euro für neuen Hort

Für einen neuen Hort in Herrnburg bekommt die Gemeinde Lüdersdorf 1,3 Millionen Euro aus dem Programm „Integrierte Ländliche Entwicklung Mecklenburg-Vorpommern“. Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) nahm jetzt den Bewilligungsbescheid entgegen. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) übergab ihn. Wie berichtet, plant die Gemeinde für dieses Jahr einen Anbau an die Grundschule in Herrnburg. Bisher werden die Hortkinder in Schulräumen und Wohncontainern betreut – eine „Übergangslösung“, die bereits Ende der 90er Jahre begann.

Etwas mehr als fünf Jahre sind ins Land gegangen, seitdem Einwohner von Kleinfeld zum ersten Mal von einem geplanten Ausbau der Straße und dem Neubau der Entwässerung hörten. Am 12. Februar 2014 informierten Ingenieure erstmals in einer öffentlichen Versammlung über das Vorhaben. Dass die Stadt nun tatsächlich eine Pflasterstraße baut und keine Fahrbahn aus Asphalt, ist im Dorf umstritten. Ortsteilvertreter Dierk Flor erklärte vor der Übergabe des Bewilligungsbescheids: „Eine Pflasterstraße wollten wir gar nicht. Wir wollten Bitumen. Das reicht doch.“ Mitarbeiter der Amtsverwaltung Schönberger Land entgegneten, eine Pflasterstraße sei langlebiger, problemloser zu reparieren und besser zu öffnen und wieder zu schließen – beispielsweise, wenn Glasfaserkabel für leistungsfähige Internetanschlüsse verlegt werden.

Bisher klaffen zahlreiche Löcher in der Dorfstraße und deren Bankett. Ein Anwohner fragte vor der Übergabe des Bewilligungsbescheids: „Wann werden sie mal ordentlich zugemacht?“ Bis zum Beginn des Neubaus werde es ja noch etwas dauern. Mitarbeiter des Amtes sagten zu, Löcher würden provisorisch geschlossen. Viel Geld für Reparaturen auszugeben, lohne sich nicht mehr.

Geld bekommt die Stadt Schönberg auch, um ein Fahrzeug für die Feuerwehr kaufen zu können. „Der Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern sandte eine Zusage in Höhe von 210 000 Euro Förderung für die Beschaffung einer neuen Drehleiter“, teilt der Bürgermeister. Beim Landkreis habe die Stadt ebenfalls 210 000 Euro beantragt. Der Eigenanteil betrage rund 280 000 Euro. Noch sei unklar, wann das Fahrzeug gekauft werden könne. „Ich hoffe, es wird noch dieses Jahr“, sagte Lutz Götze auf Anfrage.

Jürgen Lenz