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Nordwestmecklenburg Gemeindeehe in Trausaal geschlossen
Lokales Nordwestmecklenburg Gemeindeehe in Trausaal geschlossen
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16:56 09.01.2019
Die Niendorfer Bürgermeisterin Marianne Bentin unterschreibt den Fusionsvertrag. Neben ihr: die stellvertretende Niendorfer Bürgermeisterin Andrea Schumacher (l.), der Groß Siemzer Bürgermeister Rainer Berger und dessen Stellvertreterin Sandra Kilian. Im Hintergrund: Landrätin Kerstin Weiss und Amtsvorsteher Frank Lenschow. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Im Trausaal des Amtes Schönberger Land haben politische Vertreter von Groß Siemz und Niendorf am Mittwoch einen Vertrag zur Gemeindeehe unterschrieben. Vollzogen wird die Fusion am Tag der nächsten Kommunalwahl, dem 26. Mai. Dann entscheiden die Bürger der künftigen Gemeinde auch über deren Namen. Zur Abstimmung steht ein Vorschlag: „Siemz-Niendorf“.

Ist es Geld oder Liebe, das die Gemeinden mit jeweils rund 300 Einwohnern zusammenführt? Es ist beides. Wie alle kleinen Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern, bekommen auch Groß Siemz und Niendorf gerade einmal so viel Geld vom Land, das es unter dem Strich ausreicht, um Kreisumlage, Amtsumlage, Schulkostenbeiträge und andere gesetzlich festgelegte Zahlungen zu begleichen. Für das Sanieren von Straßen und andere Investitionen bleibt in den kleinen Kommunen selbst bei größter Sparsamkeit nichts. Das Land kann dies ändern – durch Prämien für die von der Regierungskoalition gewollten Zusammenschlüsse und durch weitere Zuschüsse, die damit verbunden werden.

Bei der Fusion von Niendorf und Groß Siemz spielt neben Geld aber auch die Beziehungsebene eine große Rolle. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl wuchs bereits zur DDR-Zeit beim gemeinsamen Arbeiten in der LPG. Heute bestehen Verbindungen nicht nur durch Feierlichkeiten, sondern ebenso durch die Freiwillige Feuerwehr Groß Siemz, in der sich auch ehemalige Mitglieder der 2014 aufgelösten Niendorfer Wehr engagieren und die auch Kinder aus Niendorf in die Jugendwehr aufnimmt. Zudem besuchen viele Mädchen und Jungen aus beiden Gemeinden den selben Kindergarten, fast alle Schüler werden in Schönberg unterrichtet und die Dörfer gehören zur selben Kirchengemeinde.

Beide Gemeindevertretungen haben die Fusion am 18. Dezember 2018 beschlossen. Ihren Entscheidungen gingen Einwohnerversammlungen voraus. Der Amtsausschuss für das Schönberger Land billigte den Zusammenschluss bereits am 20. November einstimmig. Der Kreistag von Nordwestmecklenburg wurde am 6. Dezember angehört. Auch er befürwortet die Fusion. In der Begründung heißt es: „Der Zusammenschluss beider Gemeinden führt dazu, dass die Mindesteinwohnerzahl von 500 Einwohnern überschritten und den kommunalrechtlichen Vorschriften entsprochen wird.“ Auch mit Blick auf die finanzielle Ausstattung durch Zuschüsse und Schlüsselzuweisungen des Landes sei das Übersteigen des Richtwerts von 500 Einwohnern wirtschaftlich sinnvoll und deshalb erstrebenswert. Zwar haben beide Gemeindevertretungen vor anderthalb Jahren Selbsteinschätzungen beschlossen, nach denen sowohl die Zukunftsfähigkeit von Niendorf als auch die von Groß Siemz gegeben ist, aber das „Rechnerunterstützte Haushaltsbewertungs- und Informationssystem der Kommunen“ kam nach Auskunft der Kreisverwaltung zu anderen Ergebnissen: Die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde Groß Siemz sei gefährdet, die dauernde Leistungsfähigkeit der Gemeinde Niendorf sogar weggefallen.

Gespart wird durch die Fusion kaum etwas. Ein finanzieller Vorteil: Weil es künftig nur noch einen ehrenamtlichen Bürgermeister geben wird anstatt wie bisher je einen für Groß Siemz und einen für Niendorf, muss nur noch eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden.

Die Nachbarkommune Lockwisch wurde, wie berichtet, am 1. Januar dieses Jahres auf eigenen Wunsch hin von Schönberg eingemeindet. Nach dem Zusammenschluss von Groß Siemz und Niendorf wird es in Schönberger Land noch drei Gemeinden mit deutlich weniger als 500 Einwohnern geben: Grieben, Menzendorf, Roduchelstorf.

Jürgen Lenz

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