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Nordwestmecklenburg Windräder gefährden Vogelwelt und denkmalgeschütztes Dorf
Lokales Nordwestmecklenburg Windräder gefährden Vogelwelt und denkmalgeschütztes Dorf
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17:39 18.04.2019
Östlich von Schönberg stehen bereits einige Windräder. Weitere sind hier geplant. Quelle: Dirk Hoffmann
Grieben

Die Abgeordneten der Gemeinde Grieben haben eindeutig Stellung bezogen. Nachdem sie schon zwei Wochen zuvor ihr Nein zu Windkraftanlagen bekundeten, wurde am Dienstagabend auch der entsprechende Beschluss mit der Abgabe einer Stellungnahme zum Entwurf des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg gefasst.

In der Zeit zwischen den beiden Sitzungen wurden stichhaltige Argumente gesammelt, die das Nein zu den zwei geplanten 225 Meter hohen Anlagen unterstreichen. Da hat Grieben einiges aufzuweisen. Es ist nicht nur die schöne mecklenburgische Landschaft, die durch die neuen Windräder zerschnitten werden würde. Ein Dorf, das zu großen Teilen unter Denkmalschutz steht, würde seinen Reiz verlieren. Den besitzt es zweifellos, wie nach Aussage von Bürgermeister Frank Lenschow (parteilos) der vor einigen Jahren errungene 1. Preis beim Kreis-Wettbewerb „Unser schönes Dorf“ und der 3. Platz auf Landesebene belegen.

„Außerdem haben wir hier mehrere Rotmilane“, erklärte Anwohner Andreas Vogt. Für Fledermäuse war vor einigen Jahren sogar noch mit Fördermitteln vor der Autobahnbrücke in Richtung Zehmen eine Nisthöhle gebaut worden und auch der Weißstorch, der seit vielen Jahren Grieben anfliegt, könnte gefährdet werden.

Auf die einzigartige Vogelwelt in diesem Einzugsgebiet verwies auch Menzendorfs Bürgermeisterin Anke Goerke (parteilos). „Seit vielen Jahren haben wir am Menzendorfer See den Fischadler. Von ihm gibt es auch ein Video“, so das Gemeindeoberhaupt.

Darüber hinaus existiert südlich von Grieben ein Feuchthabitat, das unter anderem Störchen, aber auch Kraninchen eine gute Nahrungsgrundlage bietet. Nicht zu vergessen das Seeadler-Pärchen im Waldgebiet südlich von Grieben.

Weitere Argumente für ein Nein in der Stellungnahme sind, dass die Gemeinde Grieben schon jetzt von zahlreichen Windkraftanlagen umzingelt ist. So stehen aus Richtung Cordshagen/Falkenhagen von der Gemeinde aus sichtbare Anlagen dieser Art. Gleiches gilt für Selmsdorf, Questin und Schönberg, wo neben den vorhandenen noch weitere Anlagen gebaut werden sollen. Außerdem ist Grieben von Süden durch die Autobahn 20 belastet und von Norden durch die Bahn. Die Strecke soll hier sogar noch ausgebaut werden, so dass mit weiteren Beeinträchtigungen zu rechnen ist.

Ob die eingebrachten Einwände etwas bewirken, das bleibt abzuwarten. Da ist auch Griebens Bürgermeister Frank Lenschow eher skeptisch. „Wir können hier unsere Planungshoheit nicht ausüben. Die Demokratie wird ausgehebelt“, sagte er. Zudem sei man nicht auf Augenhöhe mit denen, die solche Gebiete ausweisen und beplanen. „Leidtragende sind die Menschen auf dem Lande, die sich dagegen kaum wehren können.“

Andreas Vogt will den Naturschutzbund, zu dem er bereits Kontakt aufgenommen hatte, noch einmal konsultieren und weitere Maßnahmen besprechen. Außerdem denkt er darüber nach, mit weiteren Bürgern der Gemeinde Grieben als Bürgerinitiative gegen den Bau der geplanten Windkraftanlagen zu votieren. Vielleicht ist das ja eine Chance, dass Grieben von diesen Anlagen verschont bleibt.

Dirk Hoffmann

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