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Nordwestmecklenburg Geschichte kleiner Dörfer erforscht
Lokales Nordwestmecklenburg Geschichte kleiner Dörfer erforscht
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20:10 09.07.2018
Gunda Kosanke freut sich über die Informationen aus Steinbeck, die Manfred Rohde im Buch zusammengetragen hat. Quelle: Foto: Malte Behnk
Steinbeck/Rankendorf

Manfred Rohde aus Grevesmühlen beschäftigt sich schon lange mit der Geschichte der Dörfer rund um Kalkhorst. Dort hat Rohde lange im Schloss gelebt und verschiedene Chroniken über die Gemeinde geschrieben. Jetzt sind die informativen Bücher über Steinbeck und Rankendorf erschienen.

Manfred Rohde hat zwei neue Chroniken über Rankendorf und Steinbeck veröffentlicht.

Neue Chroniken

Jeweils 200 Seiten umfassen die neuen Chroniken über Steinbeck-Hafthagen und über Rankendorf. Die Bücher sind bei Manfred Rohde erhältlich und können unter ☎ 03881/7566874 oder per E-Mail (mm-rohde@t-online.de) bestellt werden.

Steinbeck gehört heute zur Stadt Klütz und Rankendorf zur Gemeinde Roggenstorf“, sagt Manfred Rohde. „Aber beide gehörten oder gehören noch zur Kirchengemeinde Kalkhorst“, sagt der Chronist, der viele Informationen aus Archiven der Kirche bekommt.

„Anfangs habe ich mich selbst gefragt, ob es sich lohnt, über Steinbeck mit heute 19 Einwohnern und Rankendorf mit immerhin 98 Einwohnern zu schreiben“, sagt Rohde, denn tatsächlich besaß er selbst von Steinbeck nur eine einzige historische Aufnahme. Er habe dann aber nach einem Aufruf in der Zeitung viel Unterstützung erhalten. „Unter anderem von Jürgen Schünemann“, sagt Rohde. „Seine Vorfahren haben schon 1664 in der Gegend gelebt und seine Mutter kam ursprünglich aus Hamburg.“ Als Urlauberin hatte sie ihren Mann in Steinbeck kennengelernt. „Als Großstädterin hatte sie einen Fotoapparat und deshalb gibt es viele Bilder, die ich nutzen durfte“, freut sich der Chronist.

Rohde stieß bei seiner Suche nach Fakten aus der Geschichte auch auf menschliche Schicksale, die ihn berührten. „Es gab eine Notiz über Karl Magerfleisch aus Steinbeck, der im Zweiten Weltkrieg vermutlich als Kommandant eines U-Boots umgekommen war. Ansonsten war aber nichts bekannt.

Selbst die Tochter in St. Peter Ording wusste nicht mehr“, sagt er. Im einem Marinearchiv wurde er fündig und stellte fest, dass der Steinbecker nicht Kommandant, sondern zweiter Wachoffizier auf der U1279 war, die bei der ersten Feindfahrt am 3. Februar 1945 nordwestlich von Bergen versenkt wurde. „Seine Tochter hat sich sehr über meine Informationen gefreut und mir ein Foto ihres Vaters in Uniform zur Verfügung gestellt“, erklärt Manfred Rohde, wie manche Kontakte mit Verwandten ablaufen.

Fast kriminalistisch habe er gesucht, als ihm auf einer Tafel mit Namen von Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg der Eintrag von Carl Bobsien auffiel. Er war laut der Inschrift am 8. August 1919 ums Leben gekommen. „Er war also gefallen, als der Krieg schon zu Ende war“, sagt Rohde, der dem nachging. Im Kirchenarchiv in Kalkhorst entdeckte er, dass Carl Bobsien in Chemnitz durch einen Kopfschuss getötet wurde. „Es gab dort 1919 den blutigen Freitag“, sagt Rohde. Demonstrierende Arbeiter kämpften gegen Einheiten der Reichswehr, zu der Bobsien damals wohl gehörte.“ Es gab 27 Tote und viele Verletzte. „Carl Bobsien ist sozusagen an den politischen Folgen des Kriegs gestorben“, sagt Manfred Rohde.

Er genießt es, sich mit Bewohnern der Dörfer über deren Geschichte und die Geschichten der Familien zu unterhalten. Auch bei Gunda Kosankes Mutter in Steinbeck hat er lange gesessen. Die Erinnerungen ihrer Mutter bringt sie mit Fotos in Verbindung, die Rohde in seinem neuen Buch abgedruckt hat. Die Steinbeckerin, die seit 18 Jahren den Parkplatz in Steinbeck betreut und dort einen Imbiss führt, hat sich direkt eines der Bücher über ihr Heimatdorf gesichert. Sie freut sich, dass auch das ehemalige Dorf Hafthagen darin vorkommt. „Das gibt es heute nicht mehr“, sagt Rohde über den Ort, der zur früheren Gemeinde Redewisch gehörte. Lediglich ein Haus sei nach der Wende auf dem Gebiet gebaut worden. Das trägt jetzt den Namen Hafthagen.

Malte Behnk

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