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Nordwestmecklenburg Geübte Täter brauchen für einen Einbruch 20 Sekunden
Lokales Nordwestmecklenburg Geübte Täter brauchen für einen Einbruch 20 Sekunden
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18:10 18.10.2014
Für den Einbruch über eine ungenügend gesicherte Terrassentür brauchen Einbrecher oft nur 20 Sekunden. Fotos (2): Ina Schwarz, Fotolia
Gägelow

Erhard Burmeister geht gern auf Nummer sicher. Die Fenster im Keller seines Einfamilienhauses hat der Rentner vergittert. „Da kommt so schnell niemand durch“, hofft der Mann aus Rehna. „Man hört ja täglich von Einbrüchen und Diebstahl“, klagt der 75-Jährige. Deshalb kam er am Freitag gezielt ins MEZ in Gägelow, wo Kriminalhauptkommissar Michael Schubbe und ein Team von Präventionsberatern der Polizei Fragen von Interessenten ausführlich beantworteten und Tipps gaben.

Michael Schubbe hatte Schlösser, Zapfen, Bolzen, und allerlei technische Finessen aufgereiht. „Das sind Sachen, die Einbrechern das Leben schwer machen“, erklärte er seine Ausstellungsstücke. Der Hauptkommissar arbeitet seit acht Jahren in der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Er hat viele Tatorte gesehen und kennt Tricks und Kniffe der Täter. „Gelegenheitsdiebe sind im Grunde faule Hunde“, erklärt er. „Wenn sie auf Widerstände stoßen, verziehen sie sich schnell. Mit abschließbaren Fenstergriffen oder durchwurfhemmender Verglasung kann man die Überwindungszeiten verlängern. Das schreckt Täter ab“, sagt der Profi.

Immer häufiger attackieren Diebe Wohnungen und Einfamilienhäuser. Ihre Aktivitäten verstärken sich in der dunklen Jahreszeit. Laut Statistik wird in Deutschland alle zwei Minuten eingebrochen.

Am beliebtesten ist der Zugang über die Terrasse. Michael Schubbe: „Erfahrene Einbrecher brauchen hier nicht länger als zwanzig Sekunden.“ Und die Methoden der Gangster werden immer abgebrühter. „Wir haben von einem Taxifahrer gehört, der in Hannover mit einer Bande gemeinsame Sache machte“, erzählt Präventionsberater Hans-Jürgen Schröder. „Nachdem er seine Fahrgäste am Flughafen abgesetzt hatte, gab er seinen Kumpanen grünes Licht.“

Seine Kollegin Angelika Becker ergänzt: „Deshalb raten wir den Leuten, Nachbarn zu bitten, während der Urlaubszeit den Briefkasten zu leeren, das Licht einzuschalten oder über das Grundstück zu gehen.“

„Nichts ist unüberwindbar“, weiß Hauptkommissar Schubbe. „Dennoch kann man schon mit kostengünstigen mechanischen Nachrüstungen mehr Sicherheit schaffen“, ermutigt er. Denn wenn Täter zuschlagen, kommt es meist nicht nur zum materiellen Schaden, sondern die Opfer haben zusätzlich mit psychischen Folgen zu kämpfen.“

Tag des Einbruchschutzes
Eine Stunde mehr für Sicherheit ist das Motto am 26. Oktober. An jenem Tag, an dem auch die Uhr zurückgestellt wird, ist nämlich „Tag des Einbruchschutzes“.



Das VdS-Siegel (Vertrauen durch Sicherheit) ist ein Gütesiegel für alle Produkte des Sicherheitsschutzes. Es ist zu vergleichen mit dem Tüv-Siegel für Fahrzeuge. Die Polizei empfiehlt, nur Produkte mit diesem Siegel einbauen zu lassen.



Beratung: kostenlos bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, ☎ 0385/6171-683.

Ina Schwarz

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