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Nordwestmecklenburg Glätte und Nebel: Viele Unfälle im Norden
Lokales Nordwestmecklenburg Glätte und Nebel: Viele Unfälle im Norden
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13:41 19.11.2012
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Überfrierende Nässe und Nebel haben heute Morgen in Teilen Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Auf zum Teil spiegelglatten Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen. Allein in den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg krachte es rund 40 Mal, wie die Polizeidirektionen mitteilten.

Die Unfälle endeten meist glimpflich mit Blechschäden und leichten Verletzungen. Oft landeten die Autofahrer mit ihren Fahrzeugen im Graben oder rutschten gegen Leitplanken. Besonders betroffen von der Glätte war die Bundesstraße 200 zwischen Flensburg und Husum im Raum Flensburg. Der Nebel machte den Autofahrern auch im Raum Hamburg zu schaffen.

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In Dobersdorf und Großharrie im Kreis Plön wurden zwei Autofahrer verletzt, als sie gegen andere Fahrzeuge schlitterten. In Schleswig sowie in Mönkeberg im Kreis Plön stürzten zwei Radfahrer. In beiden Fällen verletzten sich die Radler am Kopf.

Im Kreis Schleswig-Flensburg stießen Autofahrer mit einem Reh zusammen, bevor sie ins Schleudern kamen: Insgesamt kam es im Kreisgebiet vor den Glätteunfällen in acht Fällen zu Wildwechsel, sagte der Flensburger Polizeisprecher Matthias Glamann: „Mehrere Rehe erlagen den Unfallverletzungen.“

Die Wildunfälle sind nach Einschätzung der Deutschen Wildtier Stiftung Zufall. Zwar häufen sich jedes Jahr nach der Zeitumstellung im Winter Verkehrsunfälle mit Tieren, sagte der Biologe Andreas Kinser. Das passiere jedoch nur die Woche über, wenn die Stoßzeiten des Feierabendverkehrs in die Zeit der Dämmerung fallen, in der die Rehe besonders aktiv seien.

Der Kieler Polizeisprecher Bernd Triphahn appellierte an die Autofahrer, ihre Fahrweise den Straßenverhältnissen anzupassen und eine längere Fahrtzeit auf dem Weg zur Arbeit einzuplanen.

Auch im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern krachte es häufig. Innerhalb weniger Stunden ereigneten sich nach Angaben der Polizei vor allem entlang der Küste rund 60 Unfälle, eine Frau starb, 13 Menschen wurden verletzt. Die Autobahnen 20, 19 und 14, die Bundesstraße 104 bei Mühlengeez sowie die neue Rügenbrücke waren stundenlang gesperrt. Zu besonders vielen Unfällen kam es in den Regionen Nordwestmecklenburg und im Landkreis Rostock.

Allein auf der A 20 zwischen Sanitz und Tessin in Richtung Lübeck zählte die Polizei sechs Unfälle, an denen 17 Autos beteiligt waren. Zehn Fahrzeuge waren in drei Unfälle auf der Recknitztalbrücke verwickelt. Ein Mann wurde schwer verletzt, als er ein Warndreieck aufstellen wollte und vor einem Fahrzeug fliehen musste: Er sprang über die Leitplanken und stürzte mehrere Meter in die Tiefe.

Eine junge Autofahrerin kam bei einem Unfall bei Mühlengeez nahe Güstrow ums Leben, ihr Auto war von der Straße gerutscht. Auf der Autobahn 14 zwischen Jesendorf und Wismar stellte sich ein Lastwagen quer, auf den drei Fahrzeuge auffuhren. Dabei wurden drei Menschen verletzt. Bei Brandshagen im Kreis Vorpommern-Rügen rutschte eine 41-jährige Fahrerin mit ihrem Wagen gegen einen Baum. Die Frau und ihre 9 und 13 Jahre alten Kinder wurden ins Krankenhaus gebracht.

Der verkehrspolitische Sprecher der Schweriner CDU-Landtagsfraktion, Dietmar Eifler, appellierte an die Autofahrer, achtsamer zu sein und den technischen Zustand ihres Wagens - wie ordnungsgemäße Bereifung, intakte Bremsen und Beleuchtung - noch einmal zu überprüfen.