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Nordwestmecklenburg Grevesmühlen: Bewährungsstrafe für 21-jährigen Brandstifter
Lokales Nordwestmecklenburg Grevesmühlen: Bewährungsstrafe für 21-jährigen Brandstifter
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08:38 23.05.2019
Feuer auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes in Grevesmühlen Quelle: Karl-Ernst Schmidt
Grevesmühlen

Ein Jahr Haft, ausgesetzt zur Bewährung, lautet das Urteil des Wismarer Amtsgerichtes im Fall der Brandstiftungen vom vergangenen Jahr in Grevesmühlen. Bei dem 21-jährigen Täter wurde nach Angaben des Amtsgerichtes Jugendstrafrecht angewandt. Der Brandstifter hatte seit Januar in Untersuchungshaft gesessen. Er hatte zugegeben für mehrere Brände in der Stadt verantwortlich zu sein, unter anderem auch für die Brandserie im Ploggenseering. Zu Jahresbeginn war der Berufsschüler nach intensiven Ermittlungen der Grevesmühlener Polizei schließlich festgenommen worden. Mit dem Urteil dürften auf den jungen Mann jetzt erhebliche zivilrechtliche Forderungen der geschädigten Unternehmen zukommen. Der Gesamtschaden durch die insgesamt neun Brände beläuft sich auf einen hohen sechsstelligen Betrag.

Täter war Lehrling im Landwirtschaftsbetrieb

Am 3. Oktober hatte er auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes in der Klützer Straße in Grevesmühlen, zwei Lagerhallen in Brand gesteckt. Allein dabei war ein Sachschaden in Höhe von rund 300 000 Euro entstanden, mit den Lagerhallen gingen auch 400 Strohballen in Flammen auf, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwerte. Der 21-Jährige, der aus dem Westen des Landkreises stammt, war Lehrling in dem Betrieb. Nachdem er eine erste Ausbildung abgebrochen hatte, hatte er sich in Grevesmühlen beworben, wo ihm die Geschäftsführung die Chance einräumte, die Lehre fortzusetzen. Zum Tatzeitpunkt war er bereits seit über einem Jahr in dem Betrieb beschäftigt. Er war Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, allerdings nicht in der Grevesmühlener Wehr, die aufgrund der anhaltenden Brandserie im vergangenen Jahr etliche zusätzliche Großeinsätze fahren musste.

Containerbrände Anfang September im Ploggenseering

Mit angezündeten Mülltonnen begann die Brandserie in Grevesmühlen. Die Fassade eines Wohnblocks im Ploggenseering wurde massiv beschädigt. Quelle: Karl-Ernst Schmidt

Denn neben dem Großfeuer in dem Landwirtschaftsbetrieb hatte der 21-Jährige auch zugegeben, die Containerbrände im Ploggenseering gelegt zu haben. Nach Angaben der Schweriner Staatsanwaltschaft brannte es ingesamt acht Mal im Ploggenseering in Grevesmühlen Anfang September 2018. Dabei setzte der Täter jeweils die Müllcontainer in Brand, die neben den Mehrfamilienhäusern standen. Dabei wurden mehrere Fassaden teilweise erheblich beschädigt. Die Feuerwehr verhinderte mit großem Aufwand ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnungen in den Gebäuden. Menschen kamen dabei nicht zu schaden. Allerdings sorgte die Serie im Spätsommer vergangenen Jahres für große Angst unter den Anwohnern in dem dicht besiedelten Wohngebiet.

Feuer in der Wismarschen Straße noch ungeklärt

Nach bisherigen Ermittlungen ist der 21-Jährige zwar für die Brände im Ploggenseering und in der Klützer Straße verantwortlich, das Feuer im Ernstings Family-Gebäude in der Wismarschen Straße in Grevesmühlen am 8. September, als das Wohn- und Geschäftshaus schwer beschädigt wurde, geht jedoch nicht auf sein Konto. In diesem Fall suchen die Ermittler weiterhin nach dem Täter.

Im September 2018 brannte in Grevesmühlen ein Wohn- und Geschäftshaus in der Wismarschen Straße. Der Täter ist noch nicht gefasst. Quelle: Karl-Ernst Schmidt

Michael Prochnow

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