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Nordwestmecklenburg Grippe, Pest und Ebola im Vorlesungsverzeichnis
Lokales Nordwestmecklenburg Grippe, Pest und Ebola im Vorlesungsverzeichnis
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20:32 17.10.2014
Cora, Benita und Lars (v. l.) aus Wismar sitzen bei der Vorlesung in der ersten Reihe. Quelle: Anne Ziebarth
Wismar

Kinder sind bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. „Ist es möglich, dass Ebola auch nach Deutschland kommt?“, war gestern eine der ersten Fragen im Hörsaal 101 der Hochschule Wismar. Über 100 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren haben für die erste Kinderuni-Vorlesung des neuen Semesters auf den Studenten-Bänken Platz genommen. „Seuchen“ heißt das Vortragsthema.

„Theoretisch ist es schon möglich, dass Ebola nach Deutschland kommt. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich die Seuche hier ausbreiten kann“, beantwortet Kinderuni-Dozentin und Oberärztin Dr. Meike Holbe die Frage. „Dafür ist unsere Hygiene zu gut. Ebola wird nur durch Körperflüssigkeiten oder infizierte Gegenstände übertragen. Nicht so schnell wie Schnupfen.“ Das junge Publikum scheint beruhigt. Es gibt in der Vorlesung noch viel mehr über Seuchen zu erfahren. Über die Pest in Wismar zum Beispiel. „Im 14. Jahrhundert sind so viele Menschen in der Hansestadt gestorben, dass die Toten-Glocken der Kirchen unentwegt geläutet haben“, berichtet Holbe.

Das Konzept Kinderuni geht auf — die Jungen und Mädchen hängen gespannt an den Lippen der Dozenten. Bei dem Projekt geht es darum, Themen so aufzubereiten, dass sie für Kinder interessant sind. In den monatlichen Vorlesungen des aktuellen Semesters können sich die Nachwuchs-Wissenschaftler über Brückenbau, Fastfood oder soziale Netzwerke schlaumachen. Den Semesterstart haben viele der Kinder bereits herbeigesehnt: „Ich bin das fünfte Jahr dabei“, sagt der 12-jährige Maximilian Eggers aus Wismar. „Das Thema Seuchen finde ich spannend. Etwas Angst habe ich aber schon vor Ebola.“ In der Vorlesung wurde den kleinen Studenten genau erklärt, wie sich Seuchen ausbreiten, was es für Behandlungsmöglichkeiten gibt und wie man sich schützen kann.

Nach 45 Minuten konzentrierten Zuhörens stürmen die Jungen und Mädchen aus der Hörsaaltür. Davor warten bereits einige Eltern. Sie haben die Vorlesung im Stockwerk über dem Hörsaal auf einer Video-Leinwand mitverfolgt. „Ich finde die Vorträge spannend. In den vergangenen Jahren habe ich noch Kreuzworträtsel mitgenommen. Die brauchte ich aber nie!“, sagt Winrich Peikert. Der 70-jährige Wismarer hat selbst an der Hochschule gebüffelt. „Ich habe genau in diesem Hörsaal gesessen und Bauwesen studiert“, sagt er stolz.

Anne Ziebarth

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