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Nordwestmecklenburg Nachbargemeinden fusionieren
Lokales Nordwestmecklenburg Nachbargemeinden fusionieren
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18:17 19.12.2018
Laut Ortsschild liegen zwei Kilometer zwischen dem Groß Siemzer Ortsteil Klein Siemz und Schönberg. Die Gemeinde bevorzugt jedoch den Zusammenschluss mit Niendorf. Quelle: Jürgen Lenz
Groß Siemz/Niendorf

Die Gemeinden Groß Siemz und Niendorf schließen sich zusammen. Das haben die Gemeindevertretungen in beiden Kommunen am Dienstagabend beschlossen. Ihren Entscheidungen gingen Einwohnerversammlungen voraus. Auch gab es Gespräche in Arbeitsgruppen, an denen sich politische Vertreter beider Gemeinden beteiligten. Sie verliefen nach Auskunft von Teilnehmern sehr harmonisch. Am Dienstagabend gab es in Niendorf vier Ja-Stimmen für die Fusion und eine Gegenstimme, in Groß Siemz sechs Ja-Stimmen und eine Enthaltung.

Der Groß Siemzer Finanzausschussvorsitzende Jürgen Evers erklärte vor der Abstimmung: „Wir machen die Fusion auch, um einer möglichen Eingemeindung durch Schönberg per Verfügung des Landes zuvorzukommen.“ Jürgen Evers berichtete, dass sich auch Bürger gegen eine Eingemeindung durch Schönberg ausgesprochen haben. Argumente, die sie vorbrachten: Die kleinen Orte und die Stadt hätten unterschiedliche Strukturen und die Einflussmöglichkeiten der Dorfbewohner wären nach einer Eingemeindung deutlich geringer als nach einer Fusion, wenn die Bürger eine Gemeindevertretung mit neun Mitgliedern wählen können.

Der Tenor der Einwohnerversammlung in der Gemeinde Niendorf war derselbe: „Mit Schönberg nicht.“ Die Niendorfer Bürgermeisterin Marianne Bentin erklärt, dass ihre Gemeinde und Groß Siemz sehr ähnlich seien und dieselben Schwierigkeiten zu bewältigen hätten. „Wir sind uns nicht fremd. Wir haben die gleiche Wellenlänge“, sagt Marianne Bentin. Sie findet die Partnerwahl gut. Bereits zu DDR-Zeiten hätten Einwohner der Dörfer viel gemeinsam gemacht. 2015 schlossen die Nachbargemeinden einen Vertrag, um „im Rahmen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes und der technischen Hilfeleistungen alle Maßnahmen zu koordinieren, um zukünftig bei allen Schadensereignissen eine möglichst schnelle Hilfe unabhängig von Zuständigkeiten und Gemeindegrenzen zu leisten.“ De facto nimmt Groß Siemz seitdem die Aufgaben des Brandschutzes und der technischen Hilfeleistungen auch in der Gemeinde Niendorf wahr. Niendorf hatte darum gebeten. Hintergrund der besonderen Nachbarschaftshilfe: Die Niendorfer Feuerwehr war nicht mehr einsatzbereit. Einige Mitglieder wechselten in die Groß Siemzer Feuerwehr. Sie organisiert auch Veranstaltungen in der Gemeinde Niendorf.

Der Groß Siemzer Bürgermeister Rainer Berger sagt über die Gespräche zur Gemeindefusion und den gegenwärtigen Stand der Dinge: „Es ist alles auf Augenhöhe mit Niendorf.“ Er hätte das Gefühl gehabt, dass die Groß Siemzer Gemeindevertreter auf Niendorfer Seite offene Türen einrannten. Rainer Berger berichtet: „Es war ein sehr angenehmes Arbeiten und hat uns gut vorwärtsgebracht.“ Bei den Einwohnerversammlungen gab es nach Einschätzung von Jürgen Evers „keine große Widerrede gegen eine Fusion.“ In beiden Kommunen wohnen etwas mehr als 300 Frauen, Männer und Kinder.

Zusammenschließen wollen sich die Gemeinden am Tag der nächsten Kommunalwahl, dem 26. Mai 2019. Dann werden die Einwohner nicht nur die Gemeindevertretung und einen Bürgermeister – oder eine Bürgermeisterin – wählen, sondern auch über die Namen der künftigen Kommunen abstimmen. Gemeinsamer Vorschlag der beiden Gemeindevertretungen: Siemz-Niendorf. Rainer Berger erläutert: „Die Mehrheit der Bürger hat gesagt, dass sie sich in diesem Namen wiederfindet.“ Die Wähler können am 26. Mai mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen.

Gemeindevertreter in beiden Kommunen sind zuversichtlich, dass die 200 000 Euro Fusionsprämie zu deutlich höheren Investitionen führen wird. Sie hoffen, dass das Land zusätzliche Fördermittel bereitstellen wird – so wie es nach ähnlichen Gemeindeehen in Mecklenburg-Vorpommern bereits passiert ist. Rainer Berger sagte am Dienstagabend: „Hauptsächlich geht es um die Ortsverbindungsstraßen. Da ist erheblicher Bedarf. Das sollte, denke ich, Priorität haben.“ Die Ortsverbindungsstraßen sind teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Bisher fehlte das Geld, um sie instand zu setzen.

Jürgen Lenz

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