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Nordwestmecklenburg Großbrand auf der Deponie Neu Degtow
Lokales Nordwestmecklenburg Großbrand auf der Deponie Neu Degtow
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21:10 20.06.2015
Eine 500 Quadratmeter große Fläche stand nach Angaben der Polizei in Flammen, das Feuer war am Nachmittag aus ungeklärter Ursache ausgebrochen. Quelle: Fotos: Karl-Ernst Schmidt
Neu Degtow

Kilometerweit war die Rauchsäule gestern über Grevesmühlen zu sehen. Ein Feuer wütete seit dem Nachmittag auf der Deponie in Neu Degtow, nach ersten Erkenntnissen war ein Berg Hausmüll in Brand geraten. Die Polizei meldete, dass eine Fläche von 5 mal 100 Metern in Flammen stand. Bis gestern Abend konnte das Feuer nicht gelöscht werden.

Über die Ursache herrschte gestern noch Unklarheit, die Polizei hat die Untersuchungen aufgenommen. Doch Spuren dürften die Beamten nicht finden. Denn mehr als 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus der ganzen Region waren über Stunden damit beschäftigt, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen der Flammen auf den angrenzenden Wald zu verhindern. Dafür wurde schweres Gerät eingesetzt, um einen angrenzenden Haufen mit Holzresten aus der Gefahrenzone zu schaffen.

Nach Polizeiangaben waren gestern insgesamt 30 Feuerwehren im Einsatz, die ersten Wehren kamen aus Grevesmühlen, Gostorf, Naschendorf, Dassow, Rehna, Selmsdorf und Gadebusch. Hinzu kamen Spezialkräfte des Katastrophenschutzes. Die Einsatzleitung der Feuerwehr fordert ein Spezialfahrzeug zur Schadstoffmessung nach. Grund dafür waren die giftigen Dämpfe, die durch die Verbrennung von Kunststoffen, die sich in dem Müllberg befanden, entstehen. Da der Wind aus Richtung Westen kam, zog die Wolke nach Osten in Richtung Waldesruh. Die Polizei forderte die Bewohner dort auf, die Fenster geschlossen zu halten. Gestern Abend meldete die Einsatzleitung, das keine giftigen Stoffe nachgewiesen worden seien.

Vor Probleme stellte gestern die Feuerwehren die Wasserversorgung, zwar hatte der Zweckverband in der Vergangenheit den Hydranten am Eingang der Deponie erneuert und damit die Kapazität erhöht, doch angesichts der Ausmaße des Feuers reichte die Fördermenge durch den Hydranten nicht aus. Um an den Brandherd zu gelangen, mussten die Einsatzkräfte den Müllberg auseinandernehmen. Teile des Baumbestandes außerhalb der Mülldeponie mussten abgenommen werden, um ein Übergreifen der Flammen auf den Wald zu verhindern. Die B 105 war aufgrund der Löscharbeiten zwischen Neu Degtow und der Abfahrt Naschendorf gesperrt. Zu viele Schaulustige hatten dort die Arbeiten behindert.

Dämpfe nach Müllbrand
Die giftigen Dämpfe, die beim Verbrennen von Kunststoffen entstehen, steigen nach oben. Aufgrund der Löscharbeiten und des gestrigen Regens kommt es allerdings zu Ablagerungen am Boden. Die Dämpfe kondensieren an den Wassertropfen und bleiben damit an der Brandstelle. Das führt dazu, dass nach dem Feuer die Rückstände aufwändig entsorgt werden müssen, da es sich — sollten Giftstoffe nachgewiesen werden — um Sondermüll handelt.

Michael Prochnow

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