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Nordwestmecklenburg Gutshaus wird vermessen
Lokales Nordwestmecklenburg Gutshaus wird vermessen
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20:10 20.10.2014
Kalkhorst

Im alten Gutshaus in Kalkhorst wird seit Anfang Dezember jeder Raum genau unter die Lupe genommen. Zwölf Studenten des Masterstudiengangs Bauingenieurwesen und Architektur vermessen das ganze Gebäude. In ihrem Wahlpflichtmodul geht es um „Bauen im Bestand“. Sie zeichnen Grundrisse aller Etagen, Ansichten von Front- und Rückseite sowie der Giebel und auch Schnitte durch das Gebäude. „Ich habe mich im Frühjahr im Umkreis von Wismar nach einem passenden Gebäude für diesen Unterricht umgesehen und über das Amt Klützer Winkel dieses alte Gutshaus gefunden“, sagt Professor Dr. Frank Braun. Er hat mit Studenten in Wismar schon viele alte Giebelhäuser vermessen und im Umfeld der Hansestadt den Speicher in Christinenfeld sowie das ehemalige Amtsgericht in Warin im vergangenen Jahr.

In Kalkhorst passt die Arbeit der Studenten mit den Planungen der Gemeinde zusammen, das Gutshaus für den Erlebnispark Minimare umzubauen. „Rein zufällig“, wie Dr. Frank Braun betont. „Wir machen das überhaupt nicht aus wirtschaftlichen Gründen und wir nehmen auch kein Geld. Es geht darum, dass die Studenten lernen, für ein bestehendes Gebäude eine Zeichnung anzufertigen, aus der alle wichtigen Maße ablesbar sind“, sagt der Architekt. „Wir sind auf solche Objekte angewiesen, weil man diesen Unterrichtsstoff nicht an der Hochschule vermitteln kann. Dann müssten wir dort ein Gebäude aufbauen“, sagt der Professor.

Die zwölf Studenten vermessen alles, auch das Muschelmuseum, in dem die Schränke und Vitrinen der Ausstellung stehen. „Damit müssen die Studenten klarkommen. Es kommt auch vor, dass eine bewohnte Wohnung vermessen werden muss“, sagt Braun. Drei Tage in der Woche sind die Studenten in Kalkhorst. Dann besucht sie auch ihr Professor, um nützliche Tipps zu geben, denn im November müssen sie ihre Ergebnisse abliefern. So geht es in der Gruppe von Mandy Hoffmann, Alica Landschoff und Robert Reisener um einige Darstellungen in der Grundrisszeichnung.

Bei ihren Messungen in dem Haus mit Fachwerk im Obergeschoss und dem gelben Klinker an der Front stellen die Studenten unter anderem fest, dass die Raumhöhe in jeder Ecke eines Zimmers anders sein kann. „Dann gebt ihr eine Spanne von der niedrigsten bis zur größten Höhe an“, erklärt Frank Braun.

Die Raummaße seien mit das wichtigste bei solchen Vermessungen. Verschiedene Projekte oder auch die Beantragung von Fördermitteln würden wohnungswirtschaftliche Berechnungen erfordern, für die genaue Maße wichtig sind. So wird auch maßstabsgetreu eingezeichnet, wo sich eine Toilette oder ein Waschbecken befindet.

Dabei nutzen die Studenten moderne Technik. Mit einem Tachymeter werden Punkte in drei Dimensionen — vertikal, horizontal und in der Entfernung — ausgemessen. Die im Gerät gespeicherten Werte werden in ein Computerprogramm eingespeist, mit dem die Zeichnungen des Gebäudes erstellt werden. Beim Umgang mit dem Tachymeter hilft Dr. Jörg-Hinrich Rabe, Mitarbeiter für Vermessungskunde an der Hochschule Wismar.

Malte Behnk

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