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Nordwestmecklenburg Einige hundert Gäste genießen Konzerte und mehr
Lokales Nordwestmecklenburg Einige hundert Gäste genießen Konzerte und mehr
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16:54 06.10.2019
Vor und im Schloss Bothmer hatte die Gruppe "Decoholix" Lichtinstallationen aufgebaut Quelle: Malte Behnk
Klütz

Viel Jazz, Gymnastikübungen, die meinem Rücken gut tun, Gedichte und interessante Gespräche habe ich bei der fünften KulTOURnacht in Klütz erlebt. Sie hat ihren Namen übrigens daher, dass die Besucher in Klütz „auf Tour“ gehen. Tatsächlich habe ich viereinhalb, vielleicht fünf Kilometer in etwa sechs Stunden zu Fuß hinter mich gebracht.

Einige Eindrücke in der Bildergalerie:

Besucher erlebten Musik, Bewegung, Literatur und Geschichte.

Besucher müssen gut planen

Nach einem abwechslungsreichen Abend bleibt für mich die Erkenntnis: Bei 45 Programmpunkten an zehn Standorten muss man sich als Besucher gut vorbereiten, das Programm studieren und sich für die Wege zwischen den Spielorten nicht zu viel Zeit nehmen.

Der Klützer Bürgermeister Jürgen Mevius eröffnete die fünfte KulTOURnacht, von der Drehleiter der Feuerwehr aus, auf dem Markt. Quelle: Malte Behnk

Momente der Kultournacht im Video:

Zur Eröffnung durch Bürgermeister Jürgen Mevius (UWG) regnete es leicht und manche der ersten Gäste zogen einen Vergleich zum Vorjahr, als Anfang Oktober noch sommerliche Temperaturen herrschten. Dennoch zeigte sich Jürgen Mevius begeistert vom Programm. „Dieses Angebot würde sicher auch größeren Städten zu Ehren gereichen“, sagte er. „Ich danke allen Aktiven und den Organisatoren, die viel Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt haben.“ Den ersten Programmpunkt, der dann auf dem Markt geplant war, sagte der Bürgermeister wegen des Regens dann für das Literaturhaus „Uwe Johnson“ an.

Zum Auftakt nach der Eröffnung spielte die Klezmerband „manifest“ aus Potsdam im Literaturhaus, anstatt auf dem Markt. Quelle: Malte Behnk

Zum Konzert der Potsdamer Klezmerband „manifest“ strömten die Besucher dann auch schnell in das Zentrum für Literatur. In gemütlicher Sofa-Atmosphäre lauschten die Gäste der Musik der osteuropäischen Juden, wie Geiger Harald Petzold Klezmer in seiner Begrüßung beschrieb.

Züge der Schmalspurbahn

Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte mir nach einigen Stücken, dass mir noch Zeit blieb, bevor ich zu Schloss Bothmer wollte. Mich interessierte, was wohl die Bothmer-Gymnastik ist. Da der Bahnhof des „Lütt Kaffeebrenner“ nur bis 17.30 Uhr geöffnet war, entschied ich mich gegen die erste von zwei Turmführungen in der Kirche und stoppte noch beim Bahnhof. Dort hat die Führung durch die Halle mit den Zügen bereits begonnen, aber es tauchten weitere Gäste auf, die sich dem Rundgang noch anschlossen.

Starker Regen prasselte plötzlich herab und ich entschied mich, abzuwarten. Damit verpasste ich aber den ersten Einführungskurs in die Bothmer-Gymnastik und den Auftritt der Klützer Fünkchen vom KCC, als ich in Schloss Bothmer ankam.

Gymnastik an Waldorfschulen

Doch das gab mir Gelegenheit, mit Christine Holle zu sprechen. Die Sportlehrerin aus Ottersberg bei Bremen ist ausgebildete Bothmer-Gymnastin. „Fritz von Bothmer hat für Rudolf Steiners erste Waldorfschule Gymnastikübungen entwickelt. Dabei hat er sich überlegt, was die Kinder brauchen, um sich gut zu entwickeln“, sagte Holle. Dabei gehe es unter anderem darum, Bewegungsabläufe in den Alltag zu übernehmen, die positiv für die Körperhaltung, die Gelenke und den Rücken sind.

Kurz nach unserem Gespräch haben sich 15 Teilnehmer zum Einführungskurs im Grünen Salon des Schlosses eingefunden. Von der dritten bis zur neunten Klasse zeigte Christine Holle Übungen, die sie im Sportunterricht macht. Ausfallschritte, aber auch Hüpfer oder Trab- und Galoppsprünge gehören dazu. „Es war sehr interessant“, sagte eine der Teilnehmerinnen nach den Übungen. „Ich habe hier verstanden, dass grundlegende Dinge wie eine aufrechte Haltung relativ leicht zu üben sind und bei Steiner zur ganzen Pädagogik gehören.“

Die Garde der Klützer Fünkchen vom KCC tanzte im ehrwürdigen Festsaal von Schloss Bothmer Quelle: Helmut Strauss

Geschichten alter Häuser

Nachdem die Klützer Fünkchen noch einmal im Festsaal mit seinen prunkvollen Leuchtern getanzt haben, schloss ich mich der Nachtwächterführung von Ulrich Arph an. Sein Vorfahre war Stellmacher in Klütz und er hat sich viel mit der Geschichte befasst, sodass er der kleinen Gruppe auf dem Weg zum Markt viele alte Häuser und deren Geschichte erklärte.

Jazzsaxophonist Andreas Pasternack spielte mit Pianist im Literaturhaus "Uwe Johnson" bekannte Hits aus dem Jazz. Quelle: Malte Behnk

Konzerte zum Höhepunkt

Bei den drei Konzerten, die alle um 20 Uhr begannen, musste man sich eigentlich eines aussuchen. Ilya Pril am E-Piano und Warnfried Altmann an Saxophon und Klarinette schafften mit ihrer Musik eine ganz spezielle Atmosphäre in der Marienkirche. Bei Jazzsaxophonist Andreas Pasternack im Literaturhaus herrschte ausgelassene Stimmung bei bekannten Hits, die das Publikum teilweise mitsang. Sehr kunstvoll war der Auftritt des Ralph Schlunk-Trios mit Jacques Dulon. Zu den Texten des Lyrikers spielten die Musiker teils ausgefallene Jazzstücke, bei denen Gitarre, Klavier und Saxophon miteinander kommunizierten.

Einiges, wie die barocken Frisuren im Schlosssalon, die Turmführung in der Kirche oder die Geschichte vom kleinen Häwelmann habe ich verpasst. Unterhaltsam war die KulTOURnacht dennoch. Fürs nächste Mal müsste ich meine Tour nur noch besser planen.

Von Malte Behnk

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