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Nordwestmecklenburg Mit Tanz und Tracht in die Geschichte eintauchen
Lokales Nordwestmecklenburg Mit Tanz und Tracht in die Geschichte eintauchen
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16:36 20.10.2019
Haben Spaß mit dem Trachtentanz: (v.l.) Josephine Springer (9), Marie Drewitz (17) und Jasmin Tresp (10) aus Grevesmühlen. Quelle: Jana Franke
Schönberg

Marie Drewitz hat ein Ziel vor Augen. Die 17-Jährige absolviert gerade eine Ausbildung zur Erzieherin und will ihr Hobby mit möglichst vielen Kindern teilen. Seit sechs Jahren ist sie Mitglied der Tanz- und Trachtengruppe in Grevesmühlen und findet, dass das Altertümliche nicht aussterben darf. Daher will sie ihre Liebe zu Tanz und Trachten in ihre Arbeit einfließen lassen.

Kinder für die Sache zu begeistern, dem strebt auch der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern nach. Gemeinsam mit dem Volkskundemuseum Schönberg lud er am Sonntag in die Schönberg Palmberghalle zum Tag der Tracht. 88 Teilnehmer aus Grevesmühlen, Damshagen, Lübeck, Hamburg, Greifswald, Schwerin, Rehna, Gnoien, Blankenese und Ratzeburg zählte der Leiter des Volkskundemuseums Olaf Both. Darunter waren mit Josephine Springer (9) und Jasmin Tresp (10) zwar nur zwei Kinder, aber Karl-Ludwig Quade vom Heimatverband versäumte es nicht, für eine für ihn wichtige Sache Werbung zu machen.

Informierte über die Heimat-Schatzkiste, die Kindergärten und Horteinrichtungen zur Verfügung gestellt werden: Karl-Ludwig Quade vom Heimatverband. Quelle: JANA FRANKE

Angereist war das Vorstandsmitglied mit der sogenannten Heimat-Schatzkiste, die – gefördert vom Land Mecklenburg-Vorpommern – Kindergärten und Horteinrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. „Damit vermitteln wir heimatkundliche Inhalte und die Regionalsprache Niederdeutsch“, resümierte Karl-Ludwig Quade. Im Juni sind bereits etwa 1400 Kindertagesstätten im Land beliefert worden. „Die Resonanz ist großartig“, freute er sich.

Dasselbe können die Veranstalter auch vom Tag der Tracht sagen, der in der Art erstmals in Schönberg stattfand. Den Weg in die Palmberghalle gefunden hatten auch Gitta Seehase (66) aus Wismar und Helgrit Janik (63) aus Neuburg. Beide sind sehr kreativ – basteln, stricken und nähen sehr viel. „Eigentlich ist kreativ unser zweiter Vorname“, scherzte Helgrit Janik. Nur eines kannte das Duo noch nicht: Tundeln. Mit dieser historischen Flechttechnik konfrontierte die Damen am Sonntag Wolf Hegenhan (88) aus Kiel. Seine Frau Hildegund Hegenhan (81) webt Bänder und präsentierte ihre Werke am Sonntag. „Was soll ich dann zu Hause sitzen und Däumchen drehen“, begründete er lachend.

Wolf Hergenhan (88) aus Kiel erklärte Gitta Seehase (66) aus Wismar das sogenannte Tundeln. Quelle: JANA FRANKE

Das Tundeln habe er erstmals in Dänemark gesehen und war begeistert. Die Enden von vier unterschiedlich farbigen Fäden werden an ein sogenanntes Tundelholz gebunden, die anderen Enden zusammenknotet und an einem Gestell angebracht. Wolf Hegenhan und Gitta Seehase warfen sich die Tundeln in einer bestimmten Reihenfolge zu, sodass die Fäden ein Kreuzgeflecht ergaben. „Solche Kordeln sind zum Beispiel in manchen Jacken zu finden“, erklärte Wolf Hegenahn. Gitta Seehase war begeistert. „Dabei muss man sich aber sehr konzentrieren“, gab sie zu.

Die vorpommersche Pottmütze ist das Metier von Cornelie Müller-Gödecke, die aus Gribow im Landkreis Vorpommern-Greifswald angereist war. Die Pottmütze ist die älteste bekannte Kopfbedeckung der Mönchguter Fischer und Bauern. Im Museum in Greifswald habe sie eine ausfindig machen können, erzählte sie. „Ich durfte sie in die Hände nehmen, abfotografieren und habe ein Strickmuster dazu rekonstruiert“, erklärte sie. Nach diesem durften die Gäste am Sonntag selbst Hand anlegen. „Das Echo auf die Mütze ist großartig“, freute sie sich.

Mit der vorpommerschen Pottmütze kennt sich Cornelie Müller-Gödecke aus. Quelle: JANA FRANKE

Wie sich die Trachten und die Tänze mit den Jahren entwickelten, dafür interessierte sich Liselotte Hamann aus Schönberg beim Tag der Tracht. Die 82-Jährige war begeistert von der Veranstaltung. Für ihre Urenkelin nahm sie einen Bastelbogen mit, mit dem Figuren ausgeschnittene Trachten angezogen werden können. „So etwas kenne ich noch von früher“, sagte sie freudestrahlend.

Musik und Tanz standen am Sonntag in der Palmberghalle im Mittelpunkt. Quelle: JANA FRANKE

Im Mittelpunkt des Tages standen vor allem Trachten und Tänze. Für die richtigen Klänge sorgte die Schweriner Band „Saitenspinner“. Getanzt wurden traditionelle Schritte und Tänze, die sonst nicht oft getanzt werden. Mit den Schritten hatten die jüngsten Teilnehmerinnen Marie Drewitz, Josephine Springer und Jasmin Tresp aus Grevesmühlen anfangs so ihre Schwierigkeiten – aber es ist ja noch kein Trachtentanz-Meister vom Himmel gefallen.

Die Schweriner Band "Saitenspinner" - hier Renate Brügge an der Violine - spielte zum gemeinsamen Tanz auf. Quelle: JANA FRANKE

Von Jana Franke

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