Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Jede Menge Chrom und Geschichte
Lokales Nordwestmecklenburg Jede Menge Chrom und Geschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 30.06.2018
Frank Leide (55) aus Pampow hat zwei Jahre gebraucht, um das tschechische Cabrio zu restaurieren. Quelle: Fotos: Michael Prochnow
Schönberg

Das 2. Oldtimertreffen in Schönberg gestern war ein voller Erfolg. Mehrere Hundert Fahrzeuge, vom Moped bis zum Lastwagen, kamen auf den Platz hinter dem Kino.

Tausende Besucher beim 2. Oldtimertreffen in Schönberg.

Tausende Besucher bewunderten die Oldtimer.

Frank Leide strahlte genauso wie sein Skoda Felicia. Das knallrote Cabriolet war einer der Hingucker beim Oldtimertreffen in Schönberg am Sonnabend. Zwei Jahre hat der Schlosser aus Pampow gebraucht, um den Wagen, Baujahr 1961 übrigens, wieder in seinen Originalzustand zu versetzen. „Das geht natürlich nur, weil die Familie mitgespielt hat“, erzählt der 55-Jährige mit einem Lachen. Den Wagen hat er in Brandenburg gekauft, in Einzelteilen. „Ich hatte schon immer etwas für Skoda übrig, und als ich vor einigen Jahren einen Prospekt mit einem Foto vom Felicia Cabrio gesehen habe, stand es fest.“

Nachdem er seinen Frauen – seinen beiden Töchtern und Ehefrau Carmen – seinen Traum gebeichtet und er grünes Licht erhalten hatte, ging das Abenteuer los. „Ich hatte eben Hilfe, meine Frau hat das Essen gekocht und ich am Auto geschraubt“, berichtet der Schlosser augenzwinkernd. Jetzt geht es nicht nur gemeinsam bei schönem Wetter „oben ohne“ durch Mecklenburg, sondern auch zum Oldtimertreffen nach Schönberg. „Wir sind das erste Mal dabei, eine tolle Veranstaltung.“ 2500 Euro hatte er vor mehr als zehn Jahren für das Wrack bezahlt. Der heutige Wert spielt für den Handwerker keine Rolle, der Wagen ist für ihn unbezahlbar. Jede Schraube hat er in der Hand gehabt, die Restaurierung ist nicht nur gelungen, der Skoda ist ein Stück Automobilgeschichte, das für die nächsten Jahrzehnte erhalten geblieben ist. In diesem Zustand werden diese Autos übrigens auf dem Oldtimermarkt zwischen 20000 und 30000 Euro gehandelt.

Begeistert waren am Sonnabend auch Tausende Besucher, die die Fahrzeuge bestaunten. Organisator Robby Eggert war dementsprechend mehr als zufrieden mit der Resonanz der zweiten Auflage. „Das erste Treffen war schon gut, aber mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet. Als klar war, dass das Wetter mitspielt, haben noch einige Oldtimerfans angerufen und sich angemeldet.“ Mit seinem Team sorgte Robby Eggert am Sonnabend nicht nur für einen reibungslosen Ablauf, sondern auch für jede Menge Unterhaltung in der Stadt, inklusive Live-Konzert am Abend. Bis Sonnabendmittag waren allein rund 300 Mopeds und Motorräder auf dem Ausstellungsgelände eingetroffen. Die überwiegende Zahl davon Simson- und MZ-Modelle, die sich in einem Zustand präsentierten, den einige der Zweiräder nicht einmal bei der Auslieferung damals aus dem IFA-Geschäft hatten. Erstaunlich ist auch die große Zahl an Clubs und Vereinen, die sich inzwischen mit dem Thema Oldtimer beschäftigen. In Schönberg, Grevesmühlen und Gadebusch gibt es mittlerweile mehrere Gruppen, die die Fahrzeuge restaurieren. Ebenso erstaunlich: Und immer mehr Jugendliche fahren mit Simson und MZ zur Schule.

Neben den vielen DDR-Oldtimern und Fahrzeugen aus dem ehemaligen Ostblock waren auch Autos und Traktoren aus den alten Bundesländern vertreten.

Kinderprogramm, Teilemarkt, eine Ausfahrt am Sonnabend rund um Schönberg rundeten das wirklich beeindruckende Programm ab.

Was ist ein H-Kennzeichen?

Viele Oldtimer besitzen ein H-Kennzeichen. Diese Klassifizierung, die auf dem Nummernschild mit einem „H“ vermerkt ist, hat einige Vorteile. Die Fahrzeuge sind steuerbegünstigt, brauchen keine grüne Umweltplakette und sind in der Versicherung einheitlich eingestuft. Die Fahrzeuge brauchen keinen Katalysator.

Voraussetzungen für ein solches Kennzeichen sind allerdings ein Mindestalter von 30 Jahren und die Tatsache, dass das Fahrzeug zu großen Teilen aus Originalteilen besteht. Über die Vergabe eines H-Kennzeichens entscheidet ein Gutachter, der eine spezielle Untersuchung des Fahrzeuges vornimmt.

Michael Prochnow

Zwei Projekte in Nordwestmecklenburg – Busschule und Bus-Engel – sind für den Zeitraum des zu Ende gehenden Schuljahres ausgewertet worden.

30.06.2018

Sozialausschuss lädt zum Fest ein.

30.06.2018

Grundschulen aus Grevesmühlen und dem Umland nutzen das Angebot des Freibadvereines.

30.06.2018