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Nordwestmecklenburg Abriss von Gemeindehaus in Kalkhorst: Neubau für Minimare statt Sanierung
Lokales Nordwestmecklenburg

Kalkhorst: Neubau statt Sanierung für Minimare

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15:03 28.03.2021
Für den geplanten Freizeitpark Minimare wird das Gemeindehaus im Ortszentrum von Kalkhorst abgerissen. Pläne für einen Neubau werden jetzt konkretisiert.
Für den geplanten Freizeitpark Minimare wird das Gemeindehaus im Ortszentrum von Kalkhorst abgerissen. Pläne für einen Neubau werden jetzt konkretisiert. Quelle: Malte Behnk, Juliane Schultz
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Kalkhorst

In Kalkhorst sind die Abrissarbeiten am ehemaligen Gemeindehaus im Ortszentrum in vollem Gange. Mit schwerem Gerät werden die Mauern des Hauses vom Ende des 19. Jahrhunderts stammend eingerissen. Erbaut worden war es einst für die damalige Gutsverwaltung. Nun weicht es einem Neubau für den Entdecker- und Erlebnispark „Minimare“.

Darin sollen ein Indoorspielplatz, ein Museum, eine Gaststätte und auch ein neuer Gemeindesaal entstehen. Sowohl die frühere HO-Gaststätte als auch der Saal waren ein beliebter Treffpunkt für die Kalkhorster. Kinderfasching, Jugendweihen, plattdeutsches Theater oder Familienfeiern – alles spielte sich im Gemeindehaus ab.

Sanierung wäre zu teuer gewesen

Nachdem für die Gaststätte kein neuer Pächter gefunden werden konnte, suchte die Gemeinde nach einer neuen Nutzung. Ein Muschelmuseum zog ein. Doch ein Wasserschaden bedeutete das Aus dafür. Ursache dafür war eine geplatzte Leitung wegen Frost.

Schnell war klar: Das alte Gutshaus ist kein Baudenkmal und die Schäden waren so groß, dass eine Sanierung teurer als ein Neubau gewesen wäre. „Alleine der Dachstuhl wäre wegen der verwendeten Holzschutzmittel gar nicht nutzbar“, sagt Bürgermeister Dietrich Neick (FWK).

Dach für Denkmalpflege dokumentiert

Weil der Dachstuhl aber eine spezielle Konstruktion aufwies, wurde er von den ausführenden Architekten ganz genau dokumentiert. Bauleiterin Christiane Uhlemann erläutert: „Es wurde eine 3D-Vermessung durchgeführt und alles fotografisch dokumentiert. Außerdem haben wir auch die unteren Räume vermessen und es wurde ein dendrochronologisches Gutachten erstellt, um das Alter der verwendeten Holzbalken zu bestimmen.“ Die Dokumentation und alle Zeichnungen dazu werden nun der Landesdenkmalpflege übergeben.

Etwa 300 000 Euro zahlt die Gemeinde nun für den Abriss des Gutshauses – im Verhältnis zur Investition von fünf Millionen Euro eine kleinere Summe. Im Erdgeschoss des Neubaus wird sich dann der Eingang für den Entdeckerpark mit Souvenirshop befinden. Baustart soll noch 2021 sein. Die Fertigstellung ist für die Saison 2023 vorgesehen.

Von Juliane Schultz, Malte Behnk