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Nordwestmecklenburg Literaturhaus lässt Minister Christian Pegel abblitzen
Lokales Nordwestmecklenburg Literaturhaus lässt Minister Christian Pegel abblitzen
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17:38 20.05.2019
Das Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz. Quelle: Gabriele Skorupski
Klütz

Frust in der SPD, Schulterzucken bei der CDU: Eine Wahlkampfveranstaltung, die mit Verkehrsminister Christian Pegel eigentlich im Klützer Literaturhaus stattfinden sollte und kurzfristig verlegt wurde, sorgt für Diskussionen unter den Kommunalpolitikern. Was war passiert: Eine Diskussion über sozialen Wohnungsbau mit dem Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung hatte der SPD-Ortsverein Klützer Winkel am Mittwoch, 15. Mai, organisiert.

Doch statt im LiteraturhausUwe Johnson“ in Klütz musste die Veranstaltung ins Restaurant „Klützer Eck“ verlegt werden. Denn das Literaturhaus war geschlossen. So weit die Tatsachen, über die Hintergründe gehen die Ansichten auseinander.

Aus der Zeitung erfahren

Der Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU) sagt, die Veranstaltung sei nicht angemeldet worden. „Mich riefen die Mitarbeiterinnen des Literaturhauses mittags an, ob ich etwas von dem Abend mit Herrn Pegel wüsste“, sagt Jung auf Nachfrage. „Sie hatten in der Ostsee-Zeitung davon gelesen und dann versucht, Verantwortliche bei der SPD zu finden“, schildert Jung weiter.

„Das Haus hatte für den Abend gar kein Personal zu Verfügung, um die Aufsicht und das Abschließen zu gewährleisten. Daher habe ich dann mitteilen müssen, dass die Veranstaltung verlegt werden muss“, sagt Jung. „Das tat mir dann auch leid.“ Wäre ihnen der Zeitungsartikel nicht aufgefallen, wäre das Literaturhaus um 18 Uhr verschlossen gewesen, ohne einen Hinweis auf einen Alternativort. So konnte noch ein Schild aufgehängt werden, um Besucher zu informieren.

Ganz anders sieht es der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Klützer Winkel, Ekkehard Giewald. „Es gab ein Problem mit der Anmeldung des Abends“, räumt er ein. „Man hätte einen Nutzungsvertrag aber noch abschließen können.“ Bei anderen Veranstaltungen hätten Nutzer zudem auch den Schlüssel bekommen, um das Literaturhaus wieder abzuschließen.

„Raum war nur angefragt“

„Das war auch im Februar so, als wir den Bundestagsabgeordneten Frank Junge ins Literaturhaus eingeladen haben“, sagt Giewald. Er sagt, Jung habe sich am Tag der Veranstaltung mit Pegel telefonisch an die SPD-Landtagsfraktion gewandt. Deren Mitarbeiterin Aenne Möller habe Giewald darüber informiert, dass der Klützer Bürgermeister gegen die Veranstaltung „protestiert habe“.

Guntram Jung widerspricht, dass er aus politischen Gründen gehandelt habe. „Ich fand den Umstand ärgerlich, dass eine Veranstaltung öffentlich angekündigt wurde, man sich dann aber nicht mehr drum gekümmert hat“, sagt er.

Auf Nachfrage räumt Aenne Möller das ein. „Wir haben leider erst am Veranstaltungstag gemerkt, dass aufgrund einer fehlerhaften Absprache im Organisationsteam der Raum nur angefragt war, wir aber keinen gültigen Vertrag vorliegen hatten. Daher haben wir uns umgehend um einen anderen Veranstaltungsort bemüht“, teilt Möller mit.

Guntram Jung widerspricht

„Das ist nicht richtig“, entgegnet Guntram Jung. „Wäre der Raum angefragt gewesen, hätten sich die Mitarbeiter des Literaturhauses schon früher gemeldet.“ Dennoch betont der Bürgermeister, lediglich nach der Satzung der Stadt gehandelt zu haben.

Auch bei anderen Veranstaltern hätte er unter diesen Umständen das Literaturhaus nicht zur Verfügung gestellt. Das Prozedere bei der Vermietung der städtischen Räume sei immer gleich: „Es muss für alle Veranstaltungen ein Vertrag geschlossen werden“, so Jung.

Für die Anmeldung einer Veranstaltung wende man sich entweder an die Amtsverwaltung oder die Mitarbeiter des Literaturhauses. Im Vertrag werde dann geregelt, wie das Auf- und Abschließen des Hauses geregelt ist, dass der Veranstalter eine Haftpflichtversicherung für eventuelle Schäden nachweisen kann und dass Personal des Literaturhauses zur Verfügung steht.

Malte Behnk

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