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Nordwestmecklenburg Kinder sollen mitreden können
Lokales Nordwestmecklenburg Kinder sollen mitreden können
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20:24 07.04.2018
Hohenkirchens Bürgermeister Jan van Leeuwen (l.) möchte in der Gemeinde eine Jugendvertretung aufbauen. Der Leiter des Jugendclubs, Mirko Knobloch (r.), unterstützt ihn dabei. Erste Interessenten sind van Leeuwens Sohn Felix (2. v.l.) und Hans Bernier (2. v.r.). Beide sind 11 Jahre alt. Quelle: Fotos: Malte Behnk
Hohenkirchen

In der Gemeinde Hohenkirchen soll im nächsten Jahr eine Jugendvertretung geschaffen werden. Bürgermeister Jan van Leeuwen und die Gemeindevertretung wünschen sich Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an der Lokalpolitik.

Gemeinde Hohenkirchen will Jugendvertretung schaffen.

„Ich habe schon länger darüber nachgedacht“, sagt Jan van Leeuwen. „Den letzten Anschub haben mir im vergangenen Jahr die Aktionen des Jugendrates gegeben“, sagt der Bürgermeister. In Damshagen hatten sich Kinder aus dem Klützer Winkel getroffen, die sich für ihre Interessen in den Gemeinden einsetzen möchten. „Mein Sohn Felix ist schon sehr politisch interessiert und hat dort mitgemacht“, sagt van Leeuwen. Der Elfjährige ist inzwischen der Vorsitzende des neunköpfigen Jugendrates für Nordwestmecklenburg.

Der Bürgermeister der großen Gemeinde Hohenkirchen mit ihren elf Dörfern hat viele Ideen, wo sich die Kinder und Jugendlichen einbringen könnten. Unterstützung bekommt er in der Vorbereitung einer Jugendvertretung für die Gemeinde vom neuen Jugendclubleiter Mirko Knobloch. Er fragt die Kinder, was sie gerne in ihrer Gemeinde verändern würden und will sie dafür begeistern, sich einzumischen.

Dann würde bis zum Mai 2019 schon ein gewisses Gerüst stehen. „Vorgesehen ist, dass die Jugendvertretung von den Kindern und Jugendlichen gewählt wird, gleichzeitig mit der Kommunalwahl“, sagt Jan van Leeuwen. Das gewählte Gremium soll dann eigenständig Sitzungen abhalten, die von einem Mitglied des Sozialausschusses begleitet werden, das die Informationen dann in den Ausschuss weiterträgt.

„Dann sollen die Jugendlichen selber im Sozialausschuss ihre Anliegen vortragen und gegebenenfalls auch in der Gemeindevertretung sprechen“, sagt der Bürgermeister. Rückhalt gebe es dafür sowohl im Sozialausschuss als auch in der Gemeindevertretung. „Es geht darum, Demokratie zu lernen.“ Jugendclubleiter Mirko Knobloch erklärt: „Aus pädagogischer Sicht fängt man mit kleinen Dingen an, wie zum Beispiel der Wandfarbe hier im Club.“ Später sind Themen wie die noch nicht vorhandenen Radwege zwischen den elf Ortsteilen interessant.

Jan van Leeuwen hofft, dass sich aus so einer Jugendvertretung vielleicht sogar Nachwuchs für die Gemeindevertretung entwickeln kann. „Es ist aber wichtig, dass sie ernst genommen werden. Die Vertretung funktioniert nur mit einem Mix aus Verantwortung und Spaß“, sagt der Bürgermeister. „Spaß haben sie, wenn sie etwas erreichen“, ist er sicher.

Jan van Leeuwen hat die Idee nicht nur für seine eigene Gemeinde. Er hat sie auch im Amtsausschuss des Amtes Klützer Winkel vorgestellt. „Die anderen Gemeinden haben sich zwar bislang noch nicht dazu entschieden, aber die Bürgermeister waren bisher nicht ablehnend.“ Zierows Bürgermeister Franz-Josef Boge findet die Idee einer Jugendvertretung auch gut. „Wir überlegen gemeinsam, eine zu schaffen, so dass Kinder aus Zierow hier mitbestimmen können und umgekehrt“, sagt Jan van Leeuwen. Etwa 150 Kinder und Jugendliche leben in der Gemeinde Hohenkirchen. Ihre Familien sollen in diesem Jahr Informationsbriefe der Gemeinde erhalten, damit möglichst alle Kinder von der geplanten Jugendvertretung erfahren. Zwei Interessenten haben sich im Jugendclub auch schon gefunden. Außer Felix van Leeuwen interessiert sich auch Hans Bernier (11) für die Beteiligung an der Lokalpolitik. Sie werden zusätzlich die Werbetrommel unter ihren Freunden und Mitschülern rühren. Vielleicht ist dann unter ihnen schon der nächste Bürgermeister von Hohenkirchen.

Malte Behnk

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