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Nordwestmecklenburg Undercover in der rechten Szene – Schüler diskutieren über den Film
Lokales Nordwestmecklenburg Undercover in der rechten Szene – Schüler diskutieren über den Film
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11:19 24.06.2019
Peter Ohlendorf, Regisseur des Films "Blut muss fließen" im Bürgerbahnhof Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Die Texte sind schockierend, die der Sänger ins Mikrofon brüllt, während er auf einer Bühne im Saal eines es Gastraumes im Elsass steht. Es geht um Ehre, Blut, Deutschland, um Ausländer, Tod und arische Reinheit. Die verwackelten Bilder, der ein anonymer Journalist von Rechtsrock-Konzerten in Deutschland und Europa aufgenommen hat, dokumentieren eine Szene, „in der der um Terrorismus geht, um nichts anderes“, sagt Peter Ohlendorf, Regisseur und Mitautor des Films, der ab 2007 gedreht worden ist und am Montag im Bürgerbahnhof von Grevesmühlen lief.

Journalist fürchtet bis heute um sein Leben

Rund 40 Schüler der Regionalschule am Wasserturm sahen den Streifen und diskutierten im Anschluss mit Peter Ohlendorf. Der versuchte den Jugendlichen vor allem eines deutlich zu machen: „Diese Szene ist weitaus gefährlicher als wir glauben wollen. Der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten zeigt, wie aktuell das Thema ist.“ Auch der Journalist, der als Nazi verkleidet, rund 100 Stunden Material gesammelt hat auf den Konzerten, fürchtet bis heute um sein Leben. „Nur ein paar Leute wissen, wer er wirklich ist. Wenn seine Identität bekannt werden würde, würde er sterben“, so der Regisseur. „Auch heute noch.“

Schule kämpft gegen Rassismus und Extremismus

Ob er selbst Angst habe, wollte ein Schüler wissen. „Als Journalist gehört es dazu, dass man sich mit solchen Themen auseinandersetzt“, so Peter Ohlendorf. „Angst habe ich nicht, aber natürlich muss man vorsichtig sein.“ Dass einige der Regionalschüler Textpassagen aus den rechten Liedern kennen, wundert den Regisseur nicht. Dass Jugendliche damit in Berührung kämen, sei nicht zu verhindern. „Die spannende Frage ist aber, wie sie damit umgehen.“ Und genau dafür gibt es die Projekttage der Wasserturmschule, die sich mit dieser und vielen anderen Fragen auseinandersetzt. Wie Egbert Mader, Lehrer und Mitinitiator der Projekttage im Vorfeld erklärte, gehe es darum, den Schülern zu zeigen, die man mit Gewalt und Extremismus umgehe. Denn immer wieder gebe es Fälle von Mobbing, auch rechte Parolen und Rassismus gibt es unter den Schülern. „Aber wir haben es uns auf die Fahne geschrieben, etwas dagegen zu tun. Und und zwar nicht erst, wenn es zu spät ist.“

Michael Prochnow, Anastasia Wigger und Marica Komarow

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