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Nordwestmecklenburg Klage gegen Ferienhaussiedlung scheitert
Lokales Nordwestmecklenburg Klage gegen Ferienhaussiedlung scheitert
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19:17 28.12.2018
In Groß Schwansee, Ortsteil der Gemeinde Kalkhorst, wird eine Ferienhaussiedlung bebaut. Ein Klage gegen den Bebauungsplan ist vor dem Oberverwaltungsgericht gescheitert. Quelle: MALTE BEHNK
Kalkhorst/Greifswald

Vor dem Oberverwaltungsgericht in Greifswald haben das Amt Klützer Winkel und die Gemeinde Kalkhorst zwei Verfahren gewonnen. Dabei ging es um einen Bebauungsplan für den Bereich der Lindenstraße in Groß Schwansee und um den Bebauungsplan für eine Ferienhaussiedlung, die gerade gebaut wird. „Wir haben beide Verfahren gewonnen“, sagt Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick. „Das war schon ein kleines Geschenk vor Weihnachten. Damit haben wir als Gemeinde und diejenigen, die bauen möchten, endlich Rechtssicherheit.“

Für beide Verfahren, die zum Teil schon 2015 beantragt worden waren, war die Hauptverhandlung am 19. Dezember angesetzt. „Morgens kam dann noch die Rücknahme der Klage gegen den Plan für die Bebauung in zweiter Reihe an der Lindenstraße“, berichtet Neick. Damit hatte sich ein Fall erledigt. „Als Gemeinde haben wir den Plan aufgestellt, damit die Grundstücksbesitzer an der Lindenstraße, von denen viele lange dort wohnen, auf ihren großen Grundstücken noch bauen können“, sagt Neick.

Die zweite Verhandlung fand aber doch noch statt. Im Mai 2015 hatten zwei Parteien die Klage gegen das Baugebiet für 78 Ferienhäuser in Groß Schwansee begonnen. Da liefen die Erschließungsarbeiten für das Gebiet bereits. Obwohl im selben Jahr noch ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz der Kläger abgelehnt wurde, kam es jetzt zur Verhandlung.

Etwa 80 Prozent der Ferienhäuser im neuen Baugebiet sind fertig. Quelle: MALTE BEHNK

„Die Kläger befürchten hauptsächlich, dass im Ferienhausgebiet selber – und durch den Verkehr auch in der benachbarten Siedlung – mehr Lärm verursacht wird“, erklärt Neick, worum es vor Gericht ging. In der angrenzenden Straße Am Park könne kein zusätzlicher Lärm entstehen, weil Autos aus der neuen Ferienhaussiedlung nicht hineinfahren dürfen. „Einerseits treffen sie dann auf eine Einbahnstraße ,in verkehrter Richtung’. Andererseits wollen wir an dem vermeintlichen Übergang der beiden Gebiete ohnehin einen Poller aufstellen“, so Neick. Über diesen Poller wurde aber vor Gericht eine Stunde debattiert. Es sei nicht sicher, ob er aufgestellt würde. Selbst wenn, könnte man mit dem Auto dran vorbeifahren, waren Argumente der Kläger, die aber vom Gericht abgeschmettert wurden. Auf Vorschlag der Richter wurde schließlich der Antrag gegen das Baugebiet zurückgezogen, mit der Maßgabe, dass die Gemeinde besagten Poller auf jeden Fall aufbaut. Die Kosten für das verfahren müssen die Kläger zahlen.

LGE vermarktet Gebiet

Die Gemeinde Kalkhorst hat 2013 einen Vertrag mit der LGE abgeschlossen, die das Ferienhausgebiet in Groß Schwansee mit der Gemeinde entwickelt und schließlich den verkauf der Grundstücke übernommen hat.

Erste Kritik äußerten einzelne Groß Schwanseer bereits kurz nach Abschluss dieses Vertrags. „Es gab vereinzelt Diskussionen“, bestätigt Bürgermeister Dietrich Neick. „Die sind aber inzwischen vorbei, weil es ja auch ansprechend aussieht.“

Ebenfalls über die LGE werden in der Ortsmitte von Kalkhorst Baugrundstücke für dauerhaftes Wohnen angeboten. 19 Grundstücke für einen Quadratmeterpreis ab 99 Euro sollen dort bebaut werden.

Kurios war es in dem Rechtsstreit um die Baugebiete in Groß Schwansee geworden als eine Person behauptete, einen Feldhamster gesehen zu haben. Sogar eine eidesstattliche Versicherung sei dazu abgegeben worden. „Allerdings gilt der Feldhamster in Mecklenburg als ausgestorben“, sagt Dietrich Neick.

Tatsächlich gab es bis etwa 1980 viele Feldhamster in der DDR und auch in Mecklenburg-Vorpommern. Sogar Prämien für erlegte Tiere wurden ausgesetzt und mit deren Fell Geld verdient. Vermutlich durch diese Bejagung in Kombination mit zunehmender Bebauung und eher industrieller Feldbewirtschaftung ging die Zahl rasant zurück. Heute gilt der Feldhamster in Mecklenburg-Vorpommern und auch in Brandenburg als ausgestorben.

Malte Behnk

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