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Nordwestmecklenburg Klütz: Brutaler Überfall vor Gericht verhandelt
Lokales Nordwestmecklenburg Klütz: Brutaler Überfall vor Gericht verhandelt
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21:27 04.12.2014
Steffen N. (25) soll auf das Opfer eingeschlagen haben, hier vor Gericht mit seinem Verteidiger Ullrich Knye. Quelle: Fotos: Cornelius Kettler
Schwerin

Der brutale Überfall Ende Juni auf einen damals 19-Jährigen in der Nähe von Klütz ist vor dem Landgericht Schwerin gelandet. Steffen N. (25), Marcel A. (25) und Christian B. (23) müssen sich dort seit dem 20. November wegen gemeinschaftlicher, schwerer räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung verantworten. Sie sollen am 24. Juni in den Wohnwagen des Geschädigten eingedrungen sein und ihn im Laufe der folgenden Auseinandersetzung schwer verletzt haben. Dem Angeklagten A. wird zur Last gelegt, er hätte mit einem Luftgewehr auf das Opfer Peter N. geschossen. Dabei wurde das rechte Auge derart geschädigt, dass der Angegriffene erblindete.

Die Aussagen der Beteiligten an den vorangegangenen Prozesstagen sind offenbar widersprüchlich gewesen. Christian B. hatte beispielsweise behauptet, er sei an der Tat unbeteiligt gewesen, weil er mit dem Kopf auf dem Tisch gelegen haben soll. Es soll vor allem der Angeklagte N. gewesen sein, der auf das Opfer einschlug. A., der vor Gericht als Waffennarr beschrieben wurde, soll auf ihn geschossen haben.

Deshalb stellte Bs. Verteidiger gestern auch den Antrag, den Haftbefehl gegen seinen Mandanten aufzuheben. B. und A. sitzen seit der Verhaftung in Untersuchungshaft. Das Gericht um den Vorsitzenden Richter Norbert Grunke lehnte den Antrag ab. „Der Verdacht einer Tatbeteiligung hat sich eher erhärtet“, sagte der Richter zur Begründung. Zudem ist B. mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Gewalt- und Drogendelikten, und befindet sich derzeit sogar auf Bewährung.

Die nächsten Verhandlungstage sollen ans Licht bringen, was wirklich in der Tatnacht geschah und welches Motiv dahinter steckt. Im Sommer war beispielsweise von mehreren Messerstichen beim Opfer die Rede. Nun hieß es, A. hätte N. das Messer im Wohnwagen zwar angeboten, der hätte es jedoch nicht genommen.

Auch das Opfer selbst gibt in diesem Verfahren offenbar keine souveräne Figur ab, weder bei seiner eigenen Aussage noch in den vergangenen Tagen. Wie gestern herauskam, hatte Peter N. versucht, einen Zeugen zu beeinflussen. Über die sozialen Netzwerke Facebook und Whatsapp hatte er zu dem 17-jährigen Matthias W. Kontakt, sogar noch einen Tag vor Ws. Aussage. „Er hat mir gesagt, dass ich das sagen soll“, gab W. nach eindringlicher Befragung durch das Gericht und die Verteidigung zu.

Es ging dabei vor allem um die Stunden vor der Tat, als der Geschädigte und W. mit Marcel A. und Christian B. sowie dessen Freundin mit dem Auto Ws. nach Grevesmühlen zur Tankstelle fuhren. W. sollte schildern, dass das spätere Opfer von B. mit einem Säbel zu der Fahrt gezwungen worden sei. Dem war offenbar nicht so. Auch war W. nach der Fahrt nicht gemeinsam mit Peter N. zu dem Wohnwagen gefahren und hätte dort Pizza gegessen, wie eingangs der Vernehmung noch behauptet. N. hatte ihn offenbar stattdessen zu Hause abgesetzt und war allein dort hin gefahren, obwohl er keinen Führerschein hat.

Fest steht jedenfalls, dass sich Opfer und Täter zumindest gut kannten, der angeklagte B. sogar ein guter Freund gewesen sei. Zumeist am Wochenende hätten sie in einer Kneipe in Klütz zusammengesessen und getrunken, oft auch andernorts gefeiert. Neben Alkohol sollen auch Drogen eine Rolle gespielt haben.

Im Juni war nach der Tat noch eine weitere Tatverdächtige, eine 17-Jährige, festgenommen worden. Die Ermittlungen gegen sie sind nach Vorgaben des Jugendstrafrechts eingestellt worden.

Robert Niemeyer

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