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Nordwestmecklenburg Reiten in Wohlenberg bald erlaubt?
Lokales Nordwestmecklenburg Reiten in Wohlenberg bald erlaubt?
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16:37 17.01.2019
Die Stadt Klütz bemüht sich seit Jahren, den Strand in Wohlenberg attraktiv für Touristen zu machen. Quelle: MALTE BEHNK
Klütz

Die Stadt Klütz muss die Satzungen für die Nutzung ihrer Strandbereiche ändern. Die Regeln müssen zum Teil präzisiert und auch ergänzt werden. Mitglieder der Interessengemeinschaft Wohlenberg/Oberhof möchten, dass damit künftig möglichst alle Verhaltensweisen am Strand geregelt werden.

Zunächst wies Franz Tscherney auf Formulierungsfehler in der Neufassung hin. „Dort steht, dass Hundekot zu entfernen ist. Was ist aber mit Pferdeäpfeln, wenn Sie das Reiten am Strand wieder erlauben wollen?“, fragte er im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt, dem die neuen Regeln von der Verwaltung vorgelegt wurden. 2014 und 2015 hatten die Klützer Politiker noch darüber diskutiert, ob das Reiten am Strand auch im Sommer anstatt nur im Winter erlaubt werden kann. In der bisher gültigen Satzung ist das Reiten bisher ganz verboten. Nach dem Hinweis von Franz Tscherney wird in der Neufassung nun von Tierkot gesprochen, damit Reiter auch die Pferdeäpfel mitnehmen, wenn sie den Strand nutzen.

Nach einem Vorschlag der Verwaltung zu neuen Regelung sollen sie das vom 1. Oktober bis zum 30. April am ganzen Strand von Wohlenberg dürfen – allerdings ohne ins Wasser zu reiten. Im Bereich des Hundestrandes rechts vom großen Anleger soll außerhalb der Saison auch im Wasser geritten werden dürfen. Während der Saison sollen dort aber nur Hunde zugelassen sein. „Ich wäre dafür, das reiten zu erlauben, wenn der Naturschutz nicht dagegen spricht“, sagte der Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU), der als Gast im Ausschuss dabei war. „Ich denke, nicht angeleinte Hunde, die schlecht erzogen sind, sind ein größeres Problem als die Reiter.“ Bisher war das Reiten am Wohlenberger Strand verboten. Bezüglich der Vorgaben des Naturschutzes zum Reiten am Strand sagte Arne Longerich von der Verwaltung: „Wir haben die Satzung für Hohenkirchen im vergangenen Jahr ähnlich geändert, ohne dass es Probleme gab.“

Gerlinde Rudolph (l.) vom Pferdehof Rudolph in Oberhof hat früher Ausritte am Strand der Wohlenberger Wiek angeboten. Wie auf dem Archivbild von 2010 zu sehen. Quelle: FRANZ BÖKELMANN

Außer den Veränderungen für Reiter soll in den neuen Regeln festgelegt werden, dass das Ausbringen von Wasserfahrzeugen und Sportgeräten wie Surfbrettern oder Kiteboards von Oktober bis März verboten ist. Eigentlich ist das Teil einer freiwilligen Vereinbarung zwischen dem Umweltministerium und den Landessportverbänden sowie den in der Wismarbucht aktiven Wassersport- und Angelvereinen. Darin ist festgehalten, dass nur während der Saison in einer reservierten Fläche im Süden der Wiek – also bei der Surfschule am Campingplatz Liebeslaube in der Gemeinde Hohenkirchen – moderne Wassersportarten zulässig sind. Der Rest der Wohlenberger Wiek ist für Wassersportler eigentlich zu meiden, da sie vor allem im Herbst Rastplatz für Vögel ist.

Kitesurfer dürfen in der Wohlenberger Wiek nur den südlichen Bereich während der Badesaison nutzen. Quelle: Frank Söllner

Gundula Tscherney würde sich wünschen, dass diese Regel streng kontrolliert wird. „Ich gehe jeden Tag schwimmen und Kitesurfer fahren zum Teil in hohem Tempo bis an den Strand. Da fühle ich mich nicht sicher“, sagte sie. „Ich bin selber Schwimmerin, Surferin und Seglerin. Ich will das Surfen oder das Reiten niemandem verbieten, aber Familien mit Kindern sollten in Wohlenberg sicher baden und sich aufhalten können.“

Grundsätzlich sollen die Regeln für die Strandnutzung in Wohlenberg an die der Gemeinde Hohenkirchen angepasst werden. Das betrifft auch die Gebühren zur Strandnutzung und den Zeitraum in denen sie zu bezahlen sind. Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass das sinnvoller ist, als sich Zeiten und gebühren von Boltenhagen anzunähern.

Debatte um Strandnutzung

Im Frühjahr 2014 haben Diskussionen in der Stadt Klütz um die Nutzung des Strandes in Wohlenberg begonnen. Zunächst ging es darum, das Reiten dort zu erlauben. Reitställe aus Boltenhagen und Oberhof hatten Interesse daran.

Während der Diskussion meldete sich die Interessengemeinschaft Wohlenberg/Oberhof zu Wort, die den allgemeinen zustand des Strandes kritisierte. Es folgten lange Debatten um den Naturschutz in der Wohlenberger Wiek und darüber, ob der Bewuchs des Strandes zurückgedrängt werden darf.

Im Herbst 2016 und im folgenden Frühjahr durfte endlich der Sandstrand wieder hergestellt werden.

Bevor die Gemeindevertreter endgültig über die neuen Regeln entscheiden, die zu Saisonbeginn stehen sollen, werden sie nochmal in Ausschüssen besprochen.

Malte Behnk

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