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Nordwestmecklenburg Mühlenbesitzer distanzieren sich von AfD-Werbung
Lokales Nordwestmecklenburg Mühlenbesitzer distanzieren sich von AfD-Werbung
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14:31 22.05.2019
Die Klützer Mühle gehört seit 2016 Manuela Homuth-Weilepp und Thomas Weilepp. Quelle: Malte Behnk
Klütz

 Manuela Homuth-Weilepp und ihr Mann Thomas Weilepp sind verärgert, weil die Alternative für Deutschland (AfD) im Landkreis Nordwestmecklenburg Wahlwerbung mit ihrer Windmühle macht. Das Paar hatte das Wahrzeichen der Stadt Klütz 2016 gekauft und seitdem saniert. Die Gastronomen betreiben dort ein bei Touristen und Einheimischen beliebtes Restaurant, haben aber mit Politik nichts am Hut, wie sie selber sagen.

Jetzt im Wahlkampf zur Europa- und zur Kommunalwahl ziert die Klützer Mühle mit einem leuchtend gelben Rapsfeld aber den Flyer der AfD Nordwestmecklenburg. Die macht damit Werbung für ihre Kandidaten, die für den Kreistag sowie die Gemeindevertretungen in Boltenhagen und Damshagen antreten.

„Wir wurden von der AfD nicht gefragt, ob sie ein Bild unserer Mühle benutzen dürfen“, sagt Thomas Weilepp. Rein rechtlich hätte das auch nicht sein müssen, hat ein Rechtsanwalt dem Paar erklärt. Die Rechte an dem Bild liegen nämlich beim jeweiligen Fotografen.

Manuela Homuth-Weilepp und Thomas Weilepp Quelle: Christine Borgwald

„Wir möchten aber mit der Partei nicht in Verbindung gebracht werden“, sagt Manuela Homuth-Weilepp. Die Gastronomen betonen, dass sie keinerlei Verbindungen zu irgendeiner politischen Organisation haben und beim Flyer einer anderen Partei auch ähnlich reagieren würden. „Wir haben auch noch nie Veranstaltungen von Parteien ausgerichtet“, so Homuth-Weilepp.

Die Mühlenbesitzer waren von Angestellten auf den Flyer der rechtspopulistischen Partei angesprochen worden, der ihnen dann auch mitgebracht wurde. „Haben Sie das gesehen? Die Mühle ist auf einem AfD-Blatt“, wurden sie gefragt.

Mit einem Blick auf den Flyer fiel den Mühlenbesitzern sofort auf, dass ein relativ altes Bild verwendet wurde. „Das ist vor unserem Kauf aufgenommen worden“, sagt Thomas Weilepp. Die Arbeiten an der Fassade, die schon kurz nach dem Kauf erfolgten seien, sind noch gar nicht auf dem Bild zu sehen. „Das ist die Mühle, die wir mit 25 Jahren Investitionsstau gekauft haben, als sie keiner haben wollte“, stellt er klar und fragt sich, was die Partei mit dem Bild der Mühle aussagen will.

Auch an der Motivwahl mit dem gelben Raps lässt der Koch kein gutes Haar. „Nordwestmecklenburg ist doch wohl mehr als drei Windmühlen und Monokultur“, sagt er. Dass ausgerechnet die Klützer Mühle von der AfD offenbar als Wahrzeichen für den ganzen Landkreis ausgewählt wurde, findet Thomas Weilepp nicht nachvollziehbar.

Die Gastronomen, die auch noch Pächter der Villa Seebach in Boltenhagen sind, haben die Klützer Mühle 2016 gekauft. Seitdem haben sie viel Geld und Energie in die Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks investiert. So musste im Inneren der Mühle der gesamte Brandschutz an die neuesten Anforderungen angepasst werden. Der Fußboden der obersten Etage wurde entfernt, so dass es jetzt im ersten Stock einen hohen Raum gibt. Außerdem haben die Besitzer unter anderem die Küche der Mühle erneuert.

Vor allem an Sonntagen ist eine Tischreservierung ratsam, weil zusätzlich zu Ausflüglern auch viele Einheimische in das Wahrzeichen der Stadt Klütz kommen.

Malte Behnk

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