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Nordwestmecklenburg Klützer können über ihre Flagge abstimmen
Lokales Nordwestmecklenburg Klützer können über ihre Flagge abstimmen
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19:12 03.01.2017
„Eine Flagge bietet ein Stück Identifikation mit dem Ort. Ich hoffe auf rege eine Beteiligung. Guntram Jung, Bürgermeister Klütz
Klütz

Demnächst können Klützer Flagge zeigen: Die Stadt bekommt eine eigene Fahne. Und die Bürger können mitentscheiden, welche es werden soll. Aktuell läuft auf der Internetseite www.kluetz-mv.de eine Online-Umfrage. Und auch im Literaturhaus „Uwe Johnson“ können die Einwohner ihre Wahl treffen. „Die Abstimmung läuft bis zum 16. Januar. Dann können die Ergebnisse auf der an diesem Tag stattfindenden Stadtvertretersitzung bekannt gegeben und besprochen werden“, sagt der Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU) und ergänzt: „Ich hoffe auf eine rege Beteiligung.“

Bürgermeister Guntram Jung hatte die Idee und sammelte zum Geburtstag Spenden / Drei Entwürfe gibt es.

Der Bürgermeister hatte die Idee einer eigenen Flagge höchstpersönlich. Er feierte im zurückliegenden Jahr seinen 50. Geburtstag und hatte die Gäste gebeten, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen Spenden an die Stadt zu überreichen, um das Projekt zu unterstützen. Zusammengekommen sind 780 Euro. „Das reicht, um die Entwürfe von einem Heraldiker anfertigen und später zehn Flaggen herstellen zu lassen“, erklärt Jung. Für ihn biete eine stadteigene Fahne ein Stück Identifikation mit dem Ort. „Man nimmt die Attraktivität von Fahnen mit lokalem Bezug an vielen Ort wahr, beispielsweise in den Gartenanlagen“, erzählt das Stadtoberhaupt. Auch bei einem Besuch in der Partnerstadt Bad Arolsen (Hessen) verfestigte sich seine Idee. „Dort wird die Stadt bei Festen nicht mit Wimpeln, sondern mit der eigenen Flagge geschmückt.“ Das könnte bald auch in Klütz der Fall sein.

Für die Gestaltung hat die Schloss-Stadt einen echten Fachmann engagiert: den Heraldiker Michael Zapfe. Der 53-Jährige hat bereits zahlreiche Wappen für Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen angefertigt. In Nordwestmecklenburg wirkte er bereits für die Kommunen Blowatz, Damshagen, Gägelow, Hohenkirchen, Rehna und Zierow. Zuletzt begleitete er auch das Ostseebad Boltenhagen, das eine eigene Fahne anfertigen ließ.

Er legte dem Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt der Stadt Klütz sieben Entwürfe vor, von denen es nun drei in die engere Auswahl schafften. Sie unterscheiden sich farblich. Zur Debatte stehen eine grüne und eine gelbe Flagge sowie ein gelbes Exemplar mit grünen Streifen am oberen und unteren Rand. Gemeinsam haben die Flaggen, dass zentral jeweils das Klützer Stadtwappen dargestellt ist. Zu sehen ist eine silberne Eule, die auf goldenen Lindenzweigen sitzt. Das Wappen bildete die Grundlage für die weitere Gestaltung. „Der Heraldiker muss sich an bestimmte Regeln halten“, erklärt Guntram Jung. Der Bürgermeister hat schon einen Favoriten: „Ich mag die gelbe Fahne mit den grünen Streifen. Doch ich bin völlig offen, was das Ergebnis angeht und gespannt wie sich die Klützer entscheiden.“

Im Sommer könnte die Flagge offiziell präsentiert werden. Denn auch nach der Umfrage und dem Beschluss der Stadtvertreter am 16. Januar dauert das Genehmigungsverfahren eine Weile, erklärt Jung.

Die Flagge muss vom Innenministerium durchgewunken werden. Angebracht werden soll die Fahne dann an städtischen Gebäuden wie der Schule, der Feuerwehr oder am Sportplatz. Ob sie auch auf dem Rathaus wehen wird, ist dagegen unklar. Denn das Gebäude der Stadtverwaltung ist gleichzeitig der Sitz des Amtes Klützer Winkel. Womöglich müssten dann auch Flaggen der anderen amtsangehörigen Gemeinden gehisst werden, vermutet Jung.

Zukünftig soll die Klützer Flagge auch verkauft werden. Dafür sucht Jung zusammen mit seinem Boltenhagener Amtskollegen Christian Schmiedeberg einen privaten Unternehmer.

Daniel Heidmann

Das Schloss Bothmer in Klütz wurde zwischen 1726 und 1732 für den Reichsgrafen Hans Caspar von Bothmer (1656-1732) erbaut. Es ist die größte erhaltene Barockanlage Mecklenburg-Vorpommerns.

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