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Nordwestmecklenburg Konzept zur Erhaltung schützender Kiefern
Lokales Nordwestmecklenburg Konzept zur Erhaltung schützender Kiefern
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15:29 20.12.2018
Das Ostseebad Boltenhagen hat viele Bäume. Der Küstenschutzwald im Bild links von der Seebrücke ist auf einer länge von 2,5 Kilometern etwa 8 Hektar groß. Quelle: GVM
Boltenhagen

Seit etwa 150 Jahren schützen Bäume das Ossteebad Boltenhagen – früher war es noch ein kleines Fischerdorf – vor möglichen Fluten der Ostsee. Vor allem dicht beieinander stehende Kiefern sollen in Extremfällen Wasser und auch Wind bremsen, damit die Häuser dahinter nicht geschädigt werden.

Um die charakteristischen Merkmale des Küstenschutzwaldes auch künftig zu erhalten, soll jetzt ein Konzept über den aktuellen Zustand und die weitere Entwicklung des Gebietes erstellt werden. Der Boltenhagener Günter Reichwaldt hat der Gemeinde angeboten, das Konzept gegen eine Aufwandsentschädigung zu erarbeiten.

In der Gemeindevertretung fand der Vorschlag großen Anklang. Erste Begehungen mit Reichwaldt, Vertretern der Forst und dem Bauausschussvorsitzenden Michael Steigmann hat es bereits gegeben. Danach wurde beschlossen, dass der Küstenschutzwald als Mischwald weiter entwickelt werden soll. Der reine Bewuchs mit Kiefern sei heute nicht mehr gegeben. Es hätten sich inzwischen auch Laubbäume angesiedelt, sagte Steigmann. „Einzelne Gehölze, die gar nicht in das Gebiet passen, werden entfernt. Der Wald soll aber keinesfalls wirtschaftlich genutzt werden“, sagte Steigmann. Kurz gesagt: Es soll kein Holz verkauft werden, um Gewinne zu erzielen. Werden Bäume entnommen, weil sie krank sind oder die Baumart die Kiefern verdrängen könnte, sollen sie aber trotzdem verkauft werden.

Das sieht auch Günter Reichwaldt so. „Ich wohne in der Nähe und bei Spaziergängen ist mir aufgefallen, dass einige Dinge nicht stimmen und verändert werden sollten, bevor es nicht mehr geht“, erklärte er auf Anfrage, wie es zu seinem Angebot an die Gemeinde gekommen war. Als ehemaliger Forstbeamter hat er einen Blick für Wälder. Ein Problem sieht er in den Baumarten, die sich inzwischen im Küstenschutzwald angesiedelt haben. „Angelegt wurde er vor etwa 150 Jahren als Kiefernwald. Das war auch richtig auf dem mageren Boden“, sagte Reichwaldt. Als erstes seien dann Eichen hinzugekommen. „Etwa vor hundert Jahren wurde in einigen Bereichen etwa einen Meter stark nährstoffreicherer Boden aufgebracht, um Eichen zu pflanzen“, hat er festgestellt. „Vermutlich wurden sie zur Mast von Vieh angepflanzt.“ Auch Buchen hätten sich angesiedelt.

„Schlimm ist vor allem, dass sich der Bergahorn ausbreitet, der an den Rändern der Ostseeallee gepflanzt wurde. Die Samen verbreiten sich weit in den Küstenwald hinein und die Bäume können die Kiefern verdrängen“, sagte Reichwaldt. In zehn bis 15 Jahren könnten die Kiefern verschwinden, befürchtet er. Auf natürlichem Weg könne sich der Kiefernbestand schon jetzt nicht mehr verjüngen. Kleine Bäume müssten zum Beispiel angepflanzt und vor Wildtieren geschützt werden. „Wenn man dann einen Zaun aufstellt muss man den menschen auch erklären, warum das so ist“, sagte Günter Reichwaldt. Das könne man mit einem Waldlehrpfad verbinden. All das wird er auch in seinem Konzept dem Bauausschuss und der Gemeindevertretung vorstellen.

Funktion des Küstenschutzwaldes

Der Küstenschutzwald erstreckt sich zwischen dem Waldweg und der Seestraße auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern. Er hat eine Fläche von fast acht Hektar. Die Pflege wurde bisher vom Bauhof übernommen. Allerdings ging es dabei hauptsächlich darum, Äste oder Bäume zu entfernen, die eine Gefahr für Radfahrer, Fußgänger oder Autofahrer darstellten.

Der Kiefernwald soll vor Sturmfluten, Hochwasser, Sandeinwehungen und Landverlusten schützen. Wasserwellen, Wind oder Sand stoßen wegen des dichten Baumbewuchses auf Widerstand und werden abgewehrt. So sind die Häuser dahinter geschützt. Der Küstenschutzwald in Boltenhagen war ursprünglich mal eine Düne und wurde vor rund 150 Jahren bepflanzt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine attraktive Wald- und Parkanlage.

Bauhofmitarbeiter und Spaziergänger berichten außerdem immer wieder von Verschmutzungen des Küstenschutzwaldes. Auch Michael Steigmann hat sich bereits mehrfach in Sitzungen darüber geärgert. „Es werden Müll und Gartenabfälle reingekarrt, dass es schon peinlich war, mit der Forst da durch zu gehen“, schimpfte der Bauausschussvorsitzende in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. „Das ist eine Schweinerei, weil jeder seine Gartenabfälle kostenlos entsorgen kann“, so Steigmann. Von April bis November können Bewohner des Ostseebads ihre Gartenabfälle beim Bauhof abliefern.

Malte Behnk

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