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Nordwestmecklenburg „Künstler für Schüler“ in Schönberg
Lokales Nordwestmecklenburg „Künstler für Schüler“ in Schönberg
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12:39 23.05.2019
Die Künstlerin Karin Schroeder sieht sich an, was Kinder in der Evangelischen Schule „An der Maurine“ in Schönberg malen. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Hier ein „sehender Bart“, dort ein „Nasen-Wasser-Floh“: Kinder bilden aus bekannten Wörtern neue Kombinationen, lassen ihrer Fantasie freien Lauf, um bisher Unbekanntes zu schaffen. „Aus diesen Begriffen entsteht eine eigene, neue und fantastische Figur wie zum Beispiel der Spinnenkopftruhenweber“, erklärt Nicole Bowe. Die Grafikdesignerin leitet zusammen mit der Künstlerin Karin Schroeder das mehrmonatige Projekt „Künstler für Schüler“ in der Evangelischen Inklusiven Schule „An der Maurine“ in Schönberg. Es ist Teil eines landesweiten Projekts, das das Kulturwerk des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern organisiert. Nicole Bowe erläutert: „Es werden an über 35 allgemeinbildenden Schulen des Landes kreative Workshops mit Kindern durchgeführt.“

„Künstler für Schüler“ bietet seit 2000 in jedem Jahr Schülern an bis zu 50 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit, in einem Workshop gemeinsam mit Künstlern auf eine Entdeckungsreise in die Welt der bildenden Kunst aufzubrechen. Entstanden ist das Projekt nach Angaben des Künstlerbunds „als Reaktion auf die Tendenz zu Gefühlsarmut und Gewaltbereitschaft an Schulen.“ Gemeinsames Üben in der kreativen Auseinandersetzung fördere die Toleranzbereitschaft gegenüber dem anderen und bringe die sozialen Kompetenzen im humanen Miteinander hervor, meint der Künstlerbund.

„Es werden an über 35 allgemeinbildenden Schulen des Landes kreative Workshops mit Kindern durchgeführt“, sagt die Grafikdesignerin Nicole Bowe. Quelle: Jürgen Lenz

In Schönberg haben Schüler der fünften und sechsten Klassen viel Spaß daran. Konzentriert arbeiten sie an dreidimensionalen Figuren. Grundlage ist ein Märchen oder eine kurze fantastische Geschichte, zum Beispiel „Das kleine Gespenst von Ottfried Preußler. Aus der Erinnerung an die Texte sammelten die Schüler Begriffe, um sie nach einem gemeinsamen freien Assoziieren auszuwählen und neu zu kombinieren.

Vor allem aber geht es bei dem Projekt darum, fantasievolle dreidimensionale Figuren zu gestalten. Einfach ist das für die Schüler nicht. „Dreidimensionales Gestalten ist für Kinder eine Herausforderung“, berichtet Karin Schroeder. Sie stellte im vorigen Jahr eines ihrer Werke im Rahmen des Schönberger Musiksommers aus. Über ihr Engagement in der Schule „An der Maurine“ und das von Nicole Bowe sagt sie: „Wir machen es, weil wir gerne mit Kindern arbeiten und es schön finden, fantasievolle Projekte zu machen.“ In der Schule in Trägerschaft des Diakoniewerks im nördlichen Mecklenburg habe es dafür die Möglichkeit und das Interesse gegeben.

Die Macherinnen

Nicole Bowe arbeitet freiberuflich als Grafikerin und Illustratorin in den Bereichen Printmedien, Webdesign, Illustration und Editorial. Die 47-Jährige ist in der Region auch als Vorsitzende des Vereins „Eschenhof – Gemeinsam gärtnern“ bekannt.

Karin Schroder hat Modedesign studiert. Seit 2001 arbeitet sie freischaffend als Künstlerin und Designerin. Seit 2017 lebt sie in Carlow. Ihre Werke wurden bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.

Die Kinder gestalten die Figuren aus Pappmaché, Draht, Papier, Pappe, Textilien, Holz und Farben. Auch gesammelte Gegenstände können sie verwenden. Nicole Bowe sagt: „Wir regen die Kinder dazu an, die Figuren groß zu bauen.“ Aber natürlich gebe es auch kleinere und größere Figuren. „Auch Miniwesen sollen erlaubt sein“, ergänzt die Grafikdesignerin. Aus den Figuren entwickeln die Kinder eine Art Steckbrief, der über Fähigkeiten, Vorlieben und Abneigungen Auskunft gibt. Diese Steckbriefe sollen am Ende die Grundlage für eine kleine fantastische Geschichte sein. In ihr kommen alle Figuren der Klasse vor.

Jürgen Lenz

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