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Nordwestmecklenburg Lachen als Geheimnis für sieben Jahrzehnte Eheglück
Lokales Nordwestmecklenburg Lachen als Geheimnis für sieben Jahrzehnte Eheglück
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17:16 22.04.2019
Biruta und Harry Hollmann feiern 70. Hochzeitstag in Grevesmühlen Quelle: Roland Hollmann
Grevesmühlen

Ganz selbstverständlich legt sie ihre Hand auf seine, als der Reporter anfängt, seine Fragen zu stellen. Nach dem Geheimnis von 70 Jahren Ehe, dem Rezept für ein gemeinsames Leben und vielem anderen. Und wer eigentlich die Hosen anhabe in der Familie Hollmann. „Beide“, antworten die Eheleute im Chor. Und es klingt nicht einmal einstudiert. „Wir sind oft nicht einer Meinung“, sagt Biruta Hollmann. „Aber man muss mit den Problemen fertigwerden“, ergänzt ihr Ehemann. Sie lächeln, ihre Hand bleibt dabei auf dem Arm ihres Mannes liegen. Ein wunderbarer Moment.

Vor genau 70 Jahren haben sich beide in der alten Heimat in Lettland zusammenschreiben lassen. Zur Sicherheit. Weil: Wenn die Russen den einen abgeholt hätten, dann hätten sie den anderen auch mitgenommen. So dachten sie damals. Der Krieg war gerade zu Ende gegangen, niemand wusste, was kommen würde. Und wer. Am Ende landete das junge Paar als Vertriebene 1958 in Grevesmühlen, lebt heute mit einem Teil der Familie in einem idyllischen Zuhause am Vielbecker See. Harry ist inzwischen 94 Jahre alt, Biruta 88. Zwei Söhne, Roland und Dainis, hat das Paar, beide wurde in Lettland geboren und leben heute ebenfalls in Grevesmühlen. Mit der ganzen Familie feierten sie jetzt im Hotel am See die Gnadenhochzeit.

Und das Geheimnis der lange Ehe, wie lautet es nun? „Nun ja“, sagt Biruta, „wir lachen oft gemeinsam.“ Worüber? „Gute Witze zum Beispiel.“ Und dann beginnt die 88-Jährige zu erzählen, während ihr Mann sie anschaut. „Trifft einer seinen Freund, als der ihn fragt, wie es ihm so ginge. Sagt der: Ach, gar nicht gut, viele sind krank. Sogar die Schwiegermutter hat einen Hexenschuss. Darauf überlegt der andere und sagt: Schon schlimm, aber wieso schießen die Hexen denn auf ihre eigenen Leute?“

Harry Hollmann lächelt. „Und dann muss man auch nicht immer gleich die Flinte ins Korn schmeißen. Auch bei uns gab es gute und schlechte Zeiten, manchmal hilft es, darüber zu reden, manchmal muss man auch nur eine Nacht drüber schlafen.“ Zeit, so der 94-Jährige, löse so einige Probleme. Und einer müsse den anderen unterstützen. „Und gutes Essen ist wichtig, Liebe geht durch den Magen.“

Beide sprechen mit dem Akzent der baltischen Heimat, der ein wenig an die Sprache der Ostpreußen erinnert. Die Anekdoten aus den vergangenen Jahrzehnten sind wunderbare Geschichten über die Geschichte der Heimat, der alten und der neuen. Doch die Bänder zur alten Heimat sind dünn geworden. Die Zahl derjenigen, die damals geflüchtet sind und vertrieben wurden, geht zurück. Die Zeit lichtet die Reihen. Gleich nach der Wende haben sie sich aufgemacht in den Nordosten, ins Baltikum. Oft waren sie dort in der Anfangszeit, als die Grenzen fielen, doch seit zehn Jahren waren sie nicht mehr in Lettland. „Jetzt geht das mit dem Reisen nicht mehr ganz so gut“, erklärt der 94-Jährige. Dafür hat die Familie ihm übers Internet lettisches Radio eingerichtet. Neben der OSTSEE-ZEITUNG am Morgen gehören die Nachrichten aus der Region jenseits der Ostsee dazu.

Es gebe vieles noch zu erzählen, immer wieder erinnern sie sich gegenseitig an die Erlebnisse der vergangenen Jahre. Einer hilft dem anderen, wenn ein Ort oder eine Jahreszahl nicht gleich aus der Schublade im Gedächtnis rutschen will. Und noch immer liegt ihre Hand bei ihrem Mann. Unbewusst vielleicht. Seit 70 Jahren.

Michael Prochnow

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