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Nordwestmecklenburg Land finanziert 17 Hotspots in Nordwestmecklenburg
Lokales Nordwestmecklenburg Land finanziert 17 Hotspots in Nordwestmecklenburg
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11:45 26.07.2019
Claudia Gilles (24) checkt den Internetempfang an der Nikolaikirche in Grevesmühlen. Dort soll bald ein Hotspot eingerichtet werden. Quelle: Jana Franke
Grevesmühlen/Klütz/Wismar

Surfen in der Kirche? Das ist in der Tat bald in und an der Nikolaikirche in Grevesmühlen möglich. Dort soll ein kostenloser drahtloser Zugang zum Internet möglich sein. So entschied es die Landesregierung. 234 neue sogenannte Hotspots will sie in den kommenden zwei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern errichten lassen. 17 davon erhält Nordwestmecklenburg.

Vorgesehen sind sie vor allem an touristisch stark frequentierten Orten, die das Wirtschaftsministerium mit Hilfe einer Studie hat ermitteln lassen. In der Liste zu finden sind neben der Nikolaikirche unter anderem auch das Alte Zollhaus in Herrnburg, Schloss Bothmer in Klütz, die Schmalspurbahn „Lütt Kaffeebrenner“ in Klütz, die Schlösser Hasenwinkel und Wiligrad, das Schlossgut Groß Schwansee sowie die Kloster- und Stadtinformation und das Kloster selbst in Rehna.

Viele (freudig) überrascht von der Liste

Dass diesbezüglich etwas in Grevesmühlen passieren soll, davon hatte Bürgermeister Lars Prahler Kenntnis. Nicht aber, dass die Nikolaikirche auserwählt worden ist. Eine Umfrage unter den „Begünstigten“ im restlichen Landkreis ergab: Kaum jemand wusste etwas von dem Projekt.

„Ein Hotspot bei uns?“, fragt Eva Eckert vom „Lütt Kaffeebrenner“ in Klütz ungläubig. „Schlecht kann das ja nicht sein“, ergänzt sie. Schließlich habe fast jeder Urlauber ein Handy dabei.

In Zierow versteht Rosemarie Czwikla nicht, warum die Wahl aufs Touristische Informations- und Gemeindezentrum gefallen ist. „Wir haben zwei Hotspots“, sagt sie. „Hier im Hause steht den Gästen ein drahtloser Internetzugang kostenlos zur Verfügung. Ein weiterer Hotspot ist am Badestrand eingerichtet.“ Auch hier kann sich jedermann über das WLAN-Netzwerk „Ostseehotspot“ einloggen und unbegrenzt im weltweiten Netz surfen.

Gästen im Schlossgut Groß Schwansee ist das bisher noch nicht möglich. Daher ist die Freude dort groß, was die Pläne der Landesregierung betrifft.

Folgekosten noch nicht geklärt

Überrascht von der Nachricht ist auch Neuklosters Bürgermeister. Dort soll die Tourist- und Kulturinformation Neukloster einen Hotspot erhalten. „Wir haben uns für ein EU-Programm beworben, um kostenfreie WLAN-Hotspots anzubieten. Dann läuft das Projekt beim Land wohl parallel“, vermutet Frank Meier. Wo die Bedarfe in der Stadt am größten sind? „Es gibt drei Points, an denen der Zulauf am größten ist: am Neumarkt mit Rathaus und Tourist-Information, das Kloster Sonnenkamp mit Kirche, Propstei und Jugendscheune und die Badeanstalt am Neuklostersee.“ Auf die Frage der Folgekosten nach der Hotspot-Installation reagiert der Bürgermeister verhalten. „Da muss man aufpassen, wenn die Anfangsinvestition geschenkt ist.“

Bedeckt hält sich dazu auch Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler. „Mehr als die veröffentlichte Liste aus der Landtagsanfrage haben wir bisher noch nicht zur Kenntnis bekommen. Zu den Folgekosten können wir noch keine Aussage treffen.“ Auch über technische Details werde man noch reden müssen, wenn es so weit ist. Der Hotspot an der Kirche wäre ein zusätzliches Angebot zu dem öffentlichen WLAN der Stadtwerke, das im Mai ans Netz gegangen ist. Auch im Grevesmühlener Freibad können die Gäste im Internet surfen.

Neben der Nikolaikirche soll auch die Dorfkirche in Hohen Viecheln einen Hotspot erhalten. Der, so sagt Pastor Dirk Heske, „wäre sicher sehr hilfreich. Der Internet-Zugang im Ort sei schwierig. Touristen würden sich immer wieder darüber beschweren. Für die Folgekosten, wie Verbindungsgebühren und Wartung, werde die Kirchengemeinde wohl aufkommen können.

„Ein Hotspot für unsere kleine Tourist-Information?“ fragt Brigitte Bullerjahn in Hohen Viecheln irritiert und lacht. „Ja, das wäre toll. Dann könnte ich die Gäste viel besser bedienen.“ Der Tourismusverein Schweriner Seeland als Träger will in diesem Jahr ein System installieren, mit dessen Hilfe die Gäste sich ihre Tagesroute zusammenstellen und Tickets vorbuchen können. „Im vergangenen Jahr haben wir einen Gast-Zugang fürs Internet eingerichtet, damit die Urlauber E-Mails schreiben und eigene abrufen können. Aber der ist sehr langsam“, erzählt Brigitte Bullerjahn. In der Saison begrüßt die ehrenamtlich Tätige 30 bis 50 Urlauber am Tag in der Tourist-Info.

Was bedeutet Hotspot?

Ein Hotspot ist ein öffentlicher drahtloser Internetzugangspunkt. Seine Aufgabe besteht darin, Benutzern einen Internetzugang zu ermöglichen. Das erfolgt über WLAN, ein drahtloses lokales Netzwerk. Eine Verbindung ist dadurch mit einer Vielzahl von Geräten wie etwa Smartphones, Tablets und Laptops möglich.

Die Reichweite von WLAN-Hotspots beträgt in geschlossenen Räumen rund 15 bis 30 Meter und im Außenbereich bis zu 150 Meter.

Öffentliche Hotspots werden zur Verfügung stellt, ohne Nutzungsentgelte zu verlangen.

Jana Franke und Haike Werfel

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