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Nordwestmecklenburg Landratswahl in Nordwestmecklenburg: Ausweis oder Führerschein reichen für die Stimmabgabe
Lokales Nordwestmecklenburg

Landratswahl in Nordwestmecklenburg: Personalausweis reicht für Stimmabgabe

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08:21 09.05.2021
Der Stimmzettel für die Stichwahl.
Der Stimmzettel für die Stichwahl. Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wird in Nordwestmecklenburg gewählt. Es ist Stichwahl-Tag zwischen Kerstin Weiss (SPD) oder ihrem Herausforderer Tino Schomann (CDU). Beide wollen in den nächsten sieben Jahren die Kreisverwaltung führen – als Landrätin oder Landrat.

Geöffnet sind die bekannten Wahllokale in den Städten und Gemeinden des Landkreises von 8 bis 18 Uhr. Wähler, die ihre Wahlbenachrichtigung nicht mehr haben, können trotzdem ihre Stimme abgegeben. Sie müssen aber ihren Personalausweis oder Führerschein oder Reisepass mitbringen. Gewählt werden kann ab 16 Jahre – in seinem Heimatort.

Beim ersten Wahlgang mit vier Bewerbern am 25. April lag die Wahlbeteiligung bei 37,5 Prozent. Bei nachfolgenden Stichwahlen sinkt die Beteiligung normalerweise rapide – auf um die 20 Prozent.

Wismar könnte Zünglein an der Waage sein

Wismar könnte mit seinen vielen Einwohnern eine entscheidende Rolle spielen, tut es bislang aber nicht. Dabei übernimmt der Kreis wichtige Entscheidungen, zum Beispiel über Corona-Schutzmaßnahmen, Trinkwasserschutzgebiete, den Busverkehr und freiwillige Förderungen im Jugend-, Kultur- und Sozial-Bereich sowie über die Bildungsqualität in den 15 kreiseigenen Schulen. Zu letzteren zählen auch drei bekannte Wismarer Schulen: die Goethe-Schule, das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium und die Große Stadtschule. Hinzu kommen Sozialarbeiter, die sich zum Beispiel um den Schutz von Kindern kümmern, wenn die von ihren Familien vernachlässigt oder misshandelt werden. Auch Baugenehmigungen werden erteilt – allerdings nicht die für das Stadtgebiet Wismar.

Mittelständisches Unternehmen

Ingo Funk, zweiter stellvertretender Landrat, hofft auf eine bessere Wahlbeteiligung als 20 Prozent. Er kann nicht verstehen, warum sich Menschen mehrere Tage mit einem Handyvertrag beschäftigen, aber nicht mit der Politik im Kreis. Die werde nicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), auch nicht von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) oder im Wismarer Rathaus gemacht. „Die Kreisverwaltung ist von der Mitarbeiterzahl her vergleichbar mit einem großen mittelständischen Unternehmen. Dafür wird jetzt eine neue Chefin oder ein neuer Chef bestimmt, dieses Recht der Mitbestimmung, das es in vielen Ländern auf der Welt gar nicht gibt, sollten die Nordwestmecklenburger in Anspruch nehmen“, so Ingo Funk.

Von OZ