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Nordwestmecklenburg Landwirte kämpfen gegen Vorurteile
Lokales Nordwestmecklenburg Landwirte kämpfen gegen Vorurteile
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15:00 25.08.2019
v.l.: Elisabeth Aßmann (Vors. des Agrarausschusses im Landtag von MV, Jörg Haase (Vors. des Kreisbauernverbandes), Dr. Syster Maart-Nölck, Dr. Heinz-Jörg Nölck, Arne Nölck, Landrätin Kerstin Weiss, Dr. Regina Rinas (Amtsleiterin im STALU), Wismars Bürgermeister Thomas Beyer und Petra Böttcher (Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes) kurz nach der Diskussionsrunde über wichtige Themen der Landwirtschaft. Quelle: Dirk Hoffmann
Oberhof

Bei Themen wie Pflanzenschutz, Kohlendioxidausstoß oder Insektensterben kochen sehr schnell die Emotionen hoch. Angesprochen wurden sie auch bei der auf Initiative des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg durchgeführten Erntebereisung, bei der der Landwirtschaftsbetrieb Nölck in Oberhof eine von insgesamt drei Stationen war. Treffpunkt war außerdem der Landwirtschaftsbetrieb Grevesmühlen und die LEAB Roggenstorf GmbH.

„Wir haben ein Interesse an einer vielfältigen Artenlandschaft und sind auf Insekten angewiesen“, erklärte Juniorchef Arne Nölck in der Runde in Oberhof. Außerdem sei man seit zwei Jahren dabei, immer mehr Felder für Blühflächen auszuweisen. Mittlerweile gebe es 32 solcher Flächen. Darüber hinaus, so Nölck weiter, stehe man in ständigem Austausch mit vielen Imkern, die für die gute Zusammenarbeit dankbar sind. „Aber natürlich braucht man noch weitere Erkenntnisse, um zu wissen, wo diese Flächen Sinn machen und welchen Nutzen sie letztlich bringen. Ebenso wenig sinnvoll wäre es, zu viel Pflanzenschutz auf die Felder zu bringen. Dann würde ich doch meine eigenen Felder kaputt machen“, so Arne Nölck.

Aufklärung und ehrliche Diskussion

„Wir bewegen uns im ökologischen Raum“, meinte Jörg Haase, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Da ist natürlich auch Pflanzenschutz notwendig, wie er betonte. Dazu bedarf es einer sachlichen Situation. „Und in der heute sehr schnelllebigen Zeit immer wieder Aufklärung“, so Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Ihm ist dabei eine ehrliche Diskussion besonders wichtig. „Möglichst mit Fakten und Informationen darüber, was in Sachen ökologischer Landwirtschaft bereits jetzt alles getan wird.“

Doch was ist in diesem Zusammenhang realistisch und wirklich umsetzbar? „Der Kunde bestimmt, was produziert wird. Er will möglichst günstig einkaufen“, so Landrätin Kerstin Weiss (SPD). Ähnlich sah es auch Dr. Heinz-Jörg Nölck. „Der Verbraucher bestimmt, was angeboten wird. Durch seine Nachfrage steuert er die Produktion“, so der Seniorchef des Oberhofer Landwirtschaftsbetriebes. Außerdem wären nach seiner Ansicht viele Menschen auch finanziell gar nicht in der Lage, für Lebensmittel deutlich mehr auszugeben. „Insofern ist eine hohe Effektivität in der Arbeit wichtig.“

Misstrauen gegenüber Wissenschaft

In der Entwicklung dahin möchte man die Menschen mehr als bisher mitnehmen, wie Arne Nölck erklärte. Das sei in der Vergangenheit etwas vernachlässigt worden, weshalb er auch die immer wieder aufkommenden Diskussionen durchaus verstehen könne. „Wenn zum Beispiel große Maschinen die Felder bewirtschaften und gedüngt wird, dann muss man auch die Zusammenhänge und Hintergründe kennen“, meinte er. Das immer plausibel zu erklären und verständlich darzustellen, ist heute schwieriger denn je: In der Bevölkerung gibt es mittlerweile auch gegenüber der Wissenschaft ein Misstrauen, so Dr. Regina Rinas, Leiterin des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt.

Ernte durchschnittlich ausgefallen

Laut einer Mitteilung des Kreisbauernverbandes haben in diesem Jahr viele Betriebe im Landkreis Nordwestmecklenburg eine Ernte erreicht, die durchschnittlich ausfiel oder zehn Prozent darunter lag. Weiterhin heißt es darin, dass durch Regen der spät gedrillte Winterweizen nach Zuckerrübe und Mais besser aufgelaufen ist. Und während im südlichen Teil des Landkreises durch fehlenden Regen der Mais derzeit nur 75 Zentimeter hoch ist, steht er im Rest des Landkreises gut. Außerdem waren die Betriebe auch mit dem Grünlandertrag zufrieden.

Die Erträge in Nordwestmecklenburg lagen in diesem Jahr bei Sommergerste zwischen 74 und 91 Dezitonnen (dt), bei Winterweizen zwischen 60 und 95 dt, bei Hafer zwischen 55 und 70 dt, und bei Winterraps zwischen 30 und 46 dt pro Hektar.

Von Dirk Hoffmann

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