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Nordwestmecklenburg Mal anders wohnen: Innovationspreis für Hausboot
Lokales Nordwestmecklenburg Mal anders wohnen: Innovationspreis für Hausboot
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20:21 18.11.2017
Die Zeichnung vermittelt einen Eindruck vom Mehrgenerationen-Hausboot in modularer Bauweise – hier mit dem Innenhof, in dem natürlich geschwommen werden kann. Nicht im Bild ist die Fahrstuhlanlage, die einen barrierefreien Zugang zu den Wohnmodulen ermöglicht.
Wismar

Ein Mehrgenerationenhaus auf dem Wasser – barrierefrei und autark. Dieses Projekt hat Juliane Behnert in ihrer Masterarbeit im Studiengang Architektur entwickelt.

Förderkreis der Hochschule Wismar zeichnet Absolventin aus.

Der Förderkreis der Hochschule Wismar bedachte die Absolventin dafür mit dem ersten Platz des Innovationspreises sowie 1250 Euro. Er wird jedes Jahr für hervorragende Leistungen an Studierende oder Absolventen vergeben.

Die 25-Jährige entwarf eine schwimmende Konstruktion für das generationenübergreifende Wohnen: ein modulares Ponton-System. „Weil die Kosten für den Baugrund entfallen, ist ein Hausboot nicht viel teurer als ein reguläres Wohnhaus“, erklärte die junge Frau. „Zudem bietet die modulare Bauweise viele Vorteile für das Leben in der Gemeinschaft, wie zum Beispiel die Kinderbetreuung und die Fürsorge im Alter.“ So sei ein Stahlbeton-Ponton für die ältere Generation bestimmt, ein weiterer für Familien, der nächste für Studenten. Auch an einen Garten-Ponton hat sie gedacht. Das mehrgeschossige Objekt ist über einen Fahrstuhl barrierefrei zu erreichen. Weil sich die Bewohner viele Dinge teilen können, spare das generationenübergreifende Wohnen weitere Kosten.

Nicht nur Konstruktion und Nutzung des Hausbootes sind neuartig, sondern auch das Energiekonzept. Das Element Wasser zeige im Bereich der Energieversorgung seine Vorzüge. Der Strom wird autark gewonnen. Den größten Teil produzieren zwei Turbinen und eine Fotovoltaik-Anlage. In Tesla-Batterien gespeichert, wird der Strom für eine Wärmepumpe genutzt, die das Gebäude beheizt und warmes Wasser liefert. Ein Landanschluss gewährleiste zudem Spitzenlasten.

In seiner Laudatio verwies Rektor Bodo Wiegand-Hoffmeister auf die Wohnraumknappheit in vielen Städten. Auch die klimatischen Veränderungen würden zeigen, dass Ideen zu schwimmender Architektur einen Bedarf an innovativen Konzepten fordern. „Die Ideen von Juliane Behnert eignen sich hierfür in hervorragender Weise“, lobte der Rektor. „Sie könnten früher oder später zu innovativen Lösungen im Wohnungsbau führen.“

Die gebürtige Eckernförderin begründete ihre Idee für das Masterthema unter anderem mit ihrer Faszination fürs Wasser. Sie habe seit ihrer Kindheit am Wasser gelebt und auch Wismar als Studienort sei bewusst gewählt gewesen. „Zudem habe ich mir die Frage gestellt: Wie möchte ich im Alter leben?“ Jetzt arbeitet sie in Flensburg.

Als zweiten Preisträger und mit 750 Euro bedachte der Förderkreis Hannes Lange (28). Der Absolvent des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsrecht hat einen Leitfaden für die Gründung eines Start-upUnternehmens in Schwerin geschrieben. Es will den Trainings- und Alltagsrollstuhl „Parafree“ für Querschnittsgelähmte herstellen. Das Besondere: Der „Parafree“ wurde 2011 in einer Diplomarbeit im Studiengang Produktdesign an der Hochschule entwickelt.

Platz drei des Innovationspreises teilen sich Patrick Gürtler (29) für seine Bachelorarbeit „Vom Fischkutter zum Traditionsschiff“ und Patrick Stieber (24) für seine Bachelorarbeit „Entwicklung einer Prüfmethodik zur Charakterisierung der mechanischen Eigenschaften von Fused Deposition Modeling gedruckten Bauteilen.“ Beide Absolventen erhielten jeweils 500 Euro.

Förderkreis: 100 Mitglieder

25 Jahre Förderkreis der Hochschule Wismar e.V., gegründet von Mitarbeitern der Hochschule, Einwohnern und Unternehmern sowie der damaligen Bürgermeisterin Rosemarie

Wilcken.

Heute zählt der Förderkreis 100 Mitglieder und verfügt über 20000 Euro Jahresbudget. Er unterstützt Projekte der Hochschule, verleiht seit 1996 den Innovationspreis und kofinanziert seit 2015 das Deutschlandstipendium. Prof. Winfried Schauer war als langjähriger ehrenamtlicher Geschäftsführer die Seele des Vereins.

Haike Werfel

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