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Nordwestmecklenburg Mamma Mia: Grevesmühlen bekommt eigenes Abba-Musical
Lokales Nordwestmecklenburg Mamma Mia: Grevesmühlen bekommt eigenes Abba-Musical
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13:59 17.05.2019
Mimen das heiratswillige (und singfreudige) Paar Marie und Bennie: Theresa Bornhöft (22) aus Lübeck und Marc Waack (20) aus Grevesmühlen. Quelle: JANA FRANKE
Grevesmühlen

Abba“ steht für die Vornamen Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid Lyngstad – die Sänger der schwedischen, einzigartigen Popband? Das ist wohl richtig, aber eigentlich könnte es auch für abendfüllender, begabter, bunter, affengeiler Haufen stehen – denn das sind sie: Jana und Theresa Bornhöft, Marc Waack, Belen Guzman, Dorit Markwart, Horst Deiniger, Till Sander, Mathias Buhse, Melanie Brenmöhl, Nina Arnold, Burkhard Milverstädt und Ilona Heidelberger.

Die Truppe Musikbegeisterter aus Grevesmühlen, Rehna und Lübeck wollen das Musical „Mamma Mia“ auf die Bühne bringen. Spielorte für das zweistündige Stück sollen Grevesmühlen, Boltenhagen und Wismar sein. Die Premiere ist im August 2020 in der Grevesmühlener Mehrzweckhalle. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es bereits auf dem Stadtfest am 15. Juni – auf der Bühne auf dem Marktplatz zwischen 17 und 18 Uhr.

Story spielt an der Nordsee

Wer die US-amerikanisch-britische Musikkomödie „Mamma Mia“ mit Maryl Streep und Pierce Brosnan aus dem Jahr 2008 liebt, wird es mit dem Musical der Hobbydarsteller und -sänger wohl nicht anders ergehen. Im Prinzip erzählt es nahezu die gleiche Story, nur dass sie auf der Insel Wangerooge in einem kleinen Strandcafé spielt und die Lieder auf Deutsch gesungen werden.

Das Café gehört Mia, gespielt von Nina Arnold. Ihre Tochter Marie, gespielt von Jana Bornhöft, möchte Bennie (Marc Waack) heiraten. Sie findet ein Tagebuch ihrer Mutter und erfährt daraus, dass es drei Ex-Partner ihrer Mutter gibt, die als Vater infrage kommen. Um ihre Hochzeit perfekt werden zu lassen, lädt sie alle drei Männer und möglichen Väter – gespielt von Horst Deininger, Till Sander und Mathias Buhse (der heimliche Pierce Brosnan) – ohne das Wissen ihrer Mutter ein.

Obwohl die Premiere noch mehr als ein Jahr hin ist, proben die Darsteller bereits fleißig. Belagert wird dabei das Wohnzimmer des Regisseurs Burkhard Milverstädt und seiner Lebensgefährtin Ilona Heidelberger. „Die Erlaubnis habe ich mir von ihr eingeholt“, scherzt der 67-Jährige, dem die Aufregung und die Freude deutlich anzumerken ist. „Ich kann nicht in der Ecke sitzen und auf den schwarzen Mann warten. Ich will Grevesmühlen etwas bieten“, begründet der Rentner, der an COPD, einer chronischen Lungenerkrankung, leidet. Sein täglicher Begleiter ist ein mobiler Sauerstoffkonzentrator.

Burkhard Milverstädt (67), Regisseur: „Ich kann nicht in der Ecke sitzen und auf den schwarzen Mann warten. Ich will Grevesmühlen etwas bieten.“ Quelle: JANA FRANKE

Stimmgewaltige Darsteller

Erfahrungen als Regisseur hat der gebürtige Karlsruher reichlich. Auf Plattdeutsch brachte er in Schleswig-Holstein mit Laiendarstellern bereits „Grease“, „Elvis“, „Dracula“, „Der kleine Horrorladen“, „Buddy Holly Story“ und „Cats“ auf die Bühne. Er weiß also, wovon er spricht, wenn er die singenden „Mamma Mia“-Hauptdarsteller Theresa Bornhöft und Marc Waack beschreibt. „Die sind klasse“, lobt er.

Als Marc im vergangenen Jahr von dem Musical-Vorhaben erfuhr, war der 20-Jährige sofort Feuer und Flamme. Der Erzieher in Ausbildung sei mit Abba aufgewachsen, erzählt er. „Meine Mutter war ein Fan. Auch den Film habe ich bereits gesehen, gefühlte 100 Mal. Ich freue mich auf die Herausforderung“, sagt Marc, der nach eigenen Angaben Klavier und Gitarre spielt und oft als Straßenmusiker in Schwerin unterwegs ist.

Theresa ist Burkhard Milverstädt empfohlen worden. Die 22-Jährige ist schön öfter im Alten- und Pflegeheim in Rehna, das von ihren Eltern geführt wird, aufgetreten. Musical- und Theatererfahrungen sammelte die Lübeckerin bereits in einem Austauschjahr in Amerika. Sie ist zwar in der Pflege tätig, aber: „Ich will auf die Bühne“, sagt sie ohne Umschweife. Dass sie dort auch hingehört, beweist sie jeden Sonntag bei den Proben – und bald auf der Bühne. Ebenso ihre Mutter Jana Bornhöft, die sich ebenfalls ans Mikro stellen wird.

Jana Bornhöft (48): „Ich bin gerne laut und lustig – und ich singe gern. Ich freue mich auf die Herausforderung.“ Quelle: JANA FRANKE

Das Nesthäkchen und erst seit Kurzem im „Mamma Mia“-Team ist Melanie Brenmöhl. Der Kontakt ist über Marc entstanden, der die Mutter der 14-Jährigen kennt. Melanie tanzt gern und nimmt Gesangsunterricht an der Musikschule in Wismar – ist also richtig aufgehoben in der Truppe. Im Stück spielt sie eine Freundin von Marie.

Über ein Vorsingen ist Belen Guzman in die Runde gerutscht – und war sofort engagiert, so sehr hat die 61-Jährige überzeugt, die seit ihrem sechsten Lebensjahr in Deutschland und heute in Lübeck lebt.

Ähnlich war es mit Horst Deininger. Als ehemaliges Chormitglied eines Faschingsvereins in Thüringen bringt er Gesangsqualitäten mit, die sich hören lassen können – auffällige Gesangsqualitäten, um genau zu sein. Denn mitunter, dazu ist er verpflichtet worden, ist er im tiefsten thüringischen Dialekt zu hören und mit Taucherbrille und Schwimmflossen zu sehen, um für den einen oder anderen Lacher zu sorgen. Mehr wird aber noch nicht verraten.

Proben jeden Sonntag: (v. l.) Horst Deininger, Belen Guzman, Marc Waack, Theresa Bornhöft und seit Neuestem auch Melanie Brenmöhl, mit 14 Jahren die Jüngste im „Mamma Mia“-Team. Quelle: JANA FRANKE

Gesucht werden noch Techniker, Bühnenbauer und Maskenbildner. Zum Letztgenannten hat sich bereits Monique Puhl engagieren lassen. Da sie im selben Haus wie Regisseur Milverstädt wohnt, hat sie die Sänger immer proben hören und ist neugierig geworden. „Sie haben versucht, mich hinters Mikrofon zu bekommen, aber keine Chance“, sagt die 39-Jährige lachend. Viel lieber schminkt sie summend die Sängerinnen und Sänger.

Spenden für Kita und Verein

Selbstverständlich werden die Gäste des Musicals auch Eintritt zahlen müssen. Geplant sind 19,90 Euro. Ein Großteil der Einnahmen wird einem Kindergarten in Grevesmühlen und dem Heimatverein gespendet. Letzterem ist KuBa beigetreten. Vielen wird die Gruppe von sechs Männern, die Abkürzung steht für Kulturbanausen, von der ersten Musiknacht in Grevesmühlen im April bekannt sein. Hier mischen Burkhard Milverstädt und Horst Deininger mit. KuBa ist nun auch Veranstalter von „Mamma Mia“. Die Musiknacht war ein voller Erfolg. Den versprechen sie sich auch von dem Musical.

Das nächste Projekt steht auch schon fest: Nach „Mamma Mia“ soll die Geschichte um die Beatles auf die Bühne gebracht werden.

Jana Franke

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