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Nordwestmecklenburg Mega-Windräder nahe Menzendorf geplant
Lokales Nordwestmecklenburg Mega-Windräder nahe Menzendorf geplant
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16:09 02.04.2019
Die bisher höchsten Windräder in der Region rotieren östlich von Schönberg. Ein Unternehmen bereitet den Bau weiterer Anlagen vor. Quelle: Jürgen Lenz
Grieben/Menzendorf

Sie würden alles andere in Nordwestmecklenburg überragen, viele Kilometer weit zu sehen sein und über Jahre das Leben der Menschen beeinträchtigen, die in ihrer Nähe wohnen: 225 Meter hohe Windkraftanlagen in der Gemarkung Menzendorf. Nach Auskunft der Abteilung Immissions- und Klimaschutz des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg hat eine PZWK Grundstücksverwaltungs-GmbH & Co. KG den Antrag für zwei Windenergieanlagen „am Standort Menzendorf“ gestellt. Wie das Amt weiter mitteilt, geht es um Anlagen des Typs Eno 126 mit 162 Meter Nabenhöhe. Einschließlich der Rotoren – Durchmesser 126 Meter – ergibt sich die Gesamthöhe von 225 Metern. Das ist 91 Meter höher als die Lübecker Marienkirche, 64 Meter höher als der Kölner Dom und 59 Meter höher als der gewaltigste Kirchturm der Welt, der des Ulmer Münsters.

225 Meter Höhe, das bedeutet auch: 41 Meter mehr als das bisher höchste Windrad im Schönberger Land. Die 2010 von der Meins Energy GmbH & Co KG errichtete Anlage des Typs Enercon E 92 misst von der Oberkante des Fundaments bis zur Rotorspitze 184 Meter. Sie steht östlich von Schönberg. Wie berichtet, lässt die BayWa r.e. GmbH in diesem Jahr unweit dieses Windrades weitere Anlagen errichten. Gebaut werden nach Auskunft des Hamburger Tochterunternehmens eines bayerischen Konzerns acht Enercon E 92 mit 138,40 Metern Nabenhöhe, 92 Metern Rotordurchmesser, einer Gesamthöhe von 184,40 Metern und einer Nennleistung von je 2,35 Megawatt.

Je 4,8 Megawatt ist die Nennleistung der Anlagen vom Typ Eno 126, die die PZWK Grundstücksverwaltungs-GmbH & Co. KG in der Gemarkung Menzendorf errichten will. Es soll in diesem Gebiet jedoch nicht bei diesen beiden Windrädern bleiben. Der zweite Entwurf zur Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms Westmecklenburg sieht ein 93 Hektar großes „Eignungsgebiet für Windenergieanlagen Menzendorf“ vor. Es soll die rechtlichen Voraussetzungen zum Bau weiterer Anlagen schaffen. Davon betroffen: die Gemeinden Menzendorf, Grieben und Stepenitztal. Von einem neuen, 67 Hektar großen „Eignungsgebiet für Windenergieanlagen Schönberg“ zwischen dem Menzendorfer Ortsteil Rottensdorf und dem bereits bestehenden „Windpark Schönberg“ betroffen: die Gemeinde Menzendorf und die Stadt Schönberg. Die beiden Bürgermeister erfuhren von der OZ von den geplanten Eignungsgebieten.

Die politische Vertretung der unweit von Menzendorf gelegenen Gemeinde Grieben beschäftigt sich seit Längeren intensiv mit dem Thema Windenergieanlagen. Dem geplanten Bau der beiden Anlagen vom Typ Eno 126 hat sie ebenso wie die Gemeindevertretung Menzendorf nicht zugestimmt – während die Nachbargemeinde Stepenitztal keine Bedenken vorgebracht hat. Über das im zweiten Beteiligungsverfahren zur Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms Westmecklenburg enthaltene „Eignungsgebiet für Windenergieanlagen Menzendorf“ berät die Gemeindevertretung Grieben in einer öffentlichen Sitzung, die am 4. April um 19 Uhr mit einer Einwohnerfragestunde im Gemeindehaus beginnt. Für den Griebener Bürgermeister Frank Lenschow (parteilos) steht fest: „Wir müssen uns damit auseinandersetzen.“ Ein Entwurf für eine Stellungnahme wurde erarbeitet. Darin verweist die Gemeinde darauf, dass in ihrer Nähe bereits zahlreiche Anlagen stehen und die Voraussetzungen zum Bau weiterer Anlagen geschaffen werden sollen. Im Entwurf der Stellungnahme heißt es zum Eignungsgebiet Menzendorf, das auch einen Teil der Gemeinde Grieben umfasst: „Die Gemeinde Grieben ist somit umzingelt von Windenergieanlagen und letztlich betroffen von dem maßgeblich auf dem Gebiet gelegenen Teilgebiet des Eignungsraumes.“ Dadurch werde das Landschaftsbild maßgeblich verändert. Die Gemeinde sei stark betroffen. Ein weiteres Argument, das Grieben im Entwurf vorbringt: „Die Wohnumgebung wird stark beeinträchtigt und die Ursprünglichkeit verändert. Dies steht nicht im Verhältnis zu der formalistischen Ableitung der Eignungsgebiete, die den Menschen nur unzureichend berücksichtigen.“ Die ureigenen Interessen der Einwohner würden unabhängig von den formalen Abstandskriterien für den Menschen nicht beachtet. Aus Sicht der Gemeinde handele es sich um eine starke Beeinträchtigung.

Regionaler Planungsverband

Das Regionale Raumentwicklungsprogramm aufzustellen, zu ändern und zu ergänzen: Das sind Aufgaben des 1992 gegründeten Regionalen Planungsverbands Westmecklenburg. Mitglieder sind die Landkreise Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim sowie die Städte Grevesmühlen, Wismar, Schwerin, Parchim, Ludwigslust und Hagenow. Über wichtige Angelegenheiten beschließt die Verbandsversammlung. Sie besteht aus 48 Vertretern. Unter ihnen sind Kerstin Weiss (SPD) und Erhard Huzel (CDU). Die Verbandsversammlung tagt in der Regel zwei Mal im Jahr.

Einen Termin, an dem die Gemeindevertretung von Menzendorf über das „Eignungsgebiet für Windenergieanlagen Menzendorf“ berät, gibt es bisher nicht – und auch noch keinen Termin für eine Entscheidung der Schönberger Stadtvertretung über eine Stellungnahme zum „Eignungsgebiet für Windenergieanlagen Schönberg“. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr, Umwelt und Ordnung beriet am Dienstagabend. Glück für die beiden Kommunen: Der Regionale Planungsverband Westmecklenburg hat die Frist für Stellungnahmen verlängert. Ursprünglich durften sie nur bis 10. April abgegeben werden. Wie der Planungsverband auf Anfrage mitteilte, soll das jetzt bis 10. Mai möglich sein.

Jürgen Lenz

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