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Nordwestmecklenburg Mehr Platz für wachsende Kirchengemeinde
Lokales Nordwestmecklenburg Mehr Platz für wachsende Kirchengemeinde
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11:27 17.12.2018
Die Kirchengemeinde Selmsdorf kann jetzt Räume in zwei Gebäuden nutzen: in der linke Hälfte des teilweise zurückgekauften Pfarrhauses (vorn) und im Gemeindehaus (hinten). Quelle: Jürgen Lenz
Selmsdorf

 Nicht über einen geeigneten Raum, sondern über ein Räumchen verfügten in den vergangenen Jahren die evangelisch-lutherischen Christen in Selmsdorf für Treffen außerhalb der Kirche – und das, obwohl der Kirchengemeinde im Speckgürtel von Lübeck immer mehr Frauen, Männer und Kinder angehören. Doch nun ist die Zeit der Platznot im Gemeindehaus, Hinterstraße 11, vorbei. Die Kirchengemeinde hat eine Hälfte des historischen Pfarrhauses, Hinterstraße 10, zurückgekauft. 1997 hatte sie das historische Gebäude in private Hände gegeben. Damals war die Substanz marode.

Der Selmsdorfer Gemeindediakon Torsten Woest steht im Erdgeschoss des sanierten Pfarrhauses in einem großen Raum mit Küchenzeile. Er sagt: „Wir freuen uns. Hier haben wir ganz andere Möglichkeiten.“ In der Hinterstraße 11 standen nur 23 Quadratmeter für die zahlreichen Gruppen und Veranstaltungen zur Verfügung. „Da kann man natürlich nicht alles machen. Letztes Jahr hatten wir teilweise die Erfahrung, dass Leute wegen der Enge weggeblieben sind“, erläutert Torsten Woest.

Die Kirchengemeinde Selmsdorf wächst seit dem Ende der Teilung Deutschlands. 1988 gehörten ihr nur noch 187 Frauen, Männer und Kinder aus dem Ort und den umliegenden Dörfern an. Der Pastor, Propst Claus Noack, wohnte nicht in Selmsdorf, sondern außerhalb des Sperrgebietes in Schönberg, wo er ebenfalls mitarbeitete. 1995 hatte die Kirchengemeinde Selmsdorf nach Auskunft des damaligen Pastors Albrecht Martins 250 Mitglieder. Der größte Wachstumsschub kam später, als immer mehr junge Familien in die neuen Selmsdorfer Wohngebiete zogen. Doch zu dieser Zeit hatte die Kirchengemeinde das 1789 bis 1791 gebaute Pfarrhaus bereits verkauft und einen kleinen Gemeinderaum in der ehemaligen Küsterschule, Hinterstraße 11, eröffnet.

Auf die zunehmende Raumnot reagierten Gemeinde und Kirchenkreis mit Neubauplänen. 2016 gab es die ersten Überlegungen, ein Gemeindehaus zu errichten. Torsten Woest berichtet: „Die Form des Gebäudes und die Kosten waren schon klar.“ Geplant war ein zweistöckiges Haus mit einem Saal als Anbau. Gebaut werden sollte auf dem Kirchplatz. Nun, nach dem Erwerb einer Hälfte des Pfarrhauses, sagt der Gemeindediakon: „Es ist auch eine Fügung, dass der Kirchplatz so erhalten bleibt wie er ist.“ Der Gemeindediakon lobt: „Der Kirchenkreis hat uns finanziell sehr unterstützt.“

2018 wurde bekannt, dass ein Eigentümer des Pfarrhauses ausziehen wird. Nach dem Erwerb der einen Hälfte waren die Neubaupläne Geschichte. Die andere Hälfte bleibt in Privatbesitz.

Die Räume im Erdgeschoss sind groß und hell. Im Obergeschoss ist Platz für einen Jugendraum, der noch hergerichtet wird, aber auch für die Friedhofsverwaltung, ein Bad und, unter den Dachschrägen, ein Archiv.

Torsten Woest erläutert im Pfarrhaus: „Alles, was wöchentlich stattfindet, findet jetzt hier statt.“ Montags trifft sich um 17 Uhr ein Bastelkreis und um 20 Uhr der Kirchenchor. Die jüngeren Christenlehre-Kinder kommen mittwochs um 15 Uhr zusammen, die älteren eine Stunde später. Alle 14 Tage folgen um 17 Uhr die Vorkonfirmanden und die Hauptkonfirmanden. Am letzten Dienstag im Monat trifft sich um 19 Uhr ein Helferkreis zum Vorbereiten, Reparieren, Anfertigen und Helfen bei allem, was gebraucht wird. An einem Freitag im Monat treffen sich Senioren zum Singen, Spielen, thematischem Arbeiten und Klönen bei Kaffee und Kuchen. Außerdem bietet die Kirchengemeinde Selmsdorf mit Unterstützung von Ehrenamtlichen zwei „Kirchen-Knirpse“ genannte Gruppen für Kinder von drei bis sechs Jahre an. Sie treffen sich in teils unterschiedlichen Abständen an Montagen und Freitagen zum gemeinsamen Singen, Basteln, Spielen und zum Hören von Geschichten aus der Bibel.

700 Mitglieder hat die Kirchengemeinde Selmsdorf heute. Tendenz: weiter steigend. „Im Frühjahr wollen wir hier im Pfarrhaus Einweihung feiern“, kündigt Torsten Woest an. Ganz fertig ist noch nicht alles. Bereits jetzt ist klar: Das Amtszimmer des Gemeindediakons bleibt in der Hinterstraße 11. Seit 2016 verfügt die Kirchengemeinde wieder über eine eigene Pfarrstelle. Bis dahin wurde sie von der Kirchengemeinde Herrnburg mitversorgt.

Jürgen Lenz

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