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Nordwestmecklenburg Mehr Raum für Jugendliche gefordert
Lokales Nordwestmecklenburg Mehr Raum für Jugendliche gefordert
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12:39 12.08.2019
Bis 2007 gab es einen Jugendclub Selmsdorf. Er war in der Ernst-Thälmann-Straße 10 untergebracht. Quelle: Michael Berndt
Selmsdorf

Einen Jugendarbeiter für die Gemeinde Selmsdorf einstellen und einen Treffpunkt für die jungen Einwohner schaffen: Das will die SPD-Fraktion erreichen. Sie hat seit der Wahl am 26. Mai mit acht von 13 Kommunalpolitikern die Mehrheit in der Gemeindevertretung.

Christoph Gutschke, Vorsitzender der Wählergemeinschaft „Bürger für Selmsdorf“ (BFS) begrüßt die Initiative. Das Mitglied des Ausschusses für Jugend, Schule und Bildung sagt: „Ich finde es an sich eine gute Idee. Warum nicht?“ Jugendarbeit sei sehr wichtig. „Da sollten wir gemeinsam an einem Strang ziehen“, erklärt Christoph Gutschke. Zwar sei die Anfang 2018 gestartete gemeinsame mobile Jugendarbeit für Selmsdorf, Lüdersdorf und Schönberg gut, aber „wir müssen für die Jugendlichen mehr machen. Das steht nicht infrage.“

Das meint auch der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD). Er sagt, mit der mobilen Jugendarbeit habe die Gemeinde einen wichtigen Schritt gemacht, aber „in den letzten zwei Jahren zeigt sich immer stärker, dass der Bedarf nach Angeboten für Kinder, aber insbesondere auch für Jugendliche, stark angestiegen ist.“ Ebenfalls gewachsen sei die Nachfrage nach einem festen Treffpunkt. Vorschlag der SPD: „Eine Containerlösung, die zügig zu realisieren ist.“ Stehen solle der Container in der Nähe des Sportplatzes. Was spricht für diesen Standort? Marcus Kreft antwortet, dann könnten auch der Bolzplatz und nahe gelegene Toiletten genutzt werden. Außerdem sei ein Jugendtreff dort besser platziert als im relativ dicht bebauten Ortskern.

Der BFS-Vorsitzende Christoph Gutschke hätte nichts gegen einen Container. Er sagt: „Wir müssen sehen, dass wir einen guten Standort finden.“

Um die Weichen für mehr Jugendarbeit und einen festen Treffpunkt zu stellen, bringt die SPD einen Beschlussvorschlag in die erste Sitzung des Ausschusses für Jugend, Schule und Bildung nach der Kommunalwahl ein. Das öffentliche Treffen beginnt am Donnerstag, dem 15. August, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus.

Besetzt werden soll die Stelle nach dem Willen der Sozialdemokraten am 1. Januar kommenden Jahres. Außerdem sei die Amtsverwaltung zu beauftragen, kurzfristig einen geeigneten Container anzuschaffen.

Marcus Kreft erläutert in der Begründung des Antrags: „In den Runden mit den in Selmsdorf tätigen Jugendsozialarbeitern und der Schulsozialarbeiterin wurde das Thema bereits besprochen, mit dem Ergebnis, dass es sinnvoll ist, eine feste Einrichtung mit Personal zu schaffen, in der Nachmittagsangebote (zum Beispiel von 15 Uhr bis in den früheren Abend), Workshops, Gestaltung von Ferienprogrammen und Freizeiten angeboten werden.“ Die Jugendlichen sollten eingebunden werden, wenn es darum geht, den Treffpunkt einzurichten und Überlegungen zur Stunden- und Freizeitgestaltung anzustellen.

Die SPD hofft, dass der Landkreis Nordwestmecklenburg 70 Prozent der Personalkosten zahlt. „Es gab bereits entsprechende Gespräche mit dem Fachkreis“, sagt Marcus Kreft. Ein Zuschuss sei zwar in Aussicht gestellt, aber noch nicht genehmigt. Der Jugendhilfeausschuss des Kreistages berate darüber.

Ausschuss für Jugend und Bildung

Drei Frauen und vier Männerbilden in Selmsdorf den neu zusammengesetzten Ausschuss für Jugend, Schule und Bildung: Michaela Rössing (SPD), Stefanie Schorch (SPD), Matthias Schorling (SPD), Christian Teggatz (SPD), Christiane Woest (BFS), Christoph Gutschke (BFS) und Karl-Heinz Kniep (CDU). Der Ausschuss kann Beschlüsse nur empfehlen. Entscheidungen trifft die Gemeindevertretung.

In der Gemeinde Selmsdorf leben rund 340 Jugendliche. Für sie gab es bis 2007 einen festen Treffpunkt: den Jugendklub in der Ernst-Thälmann-Straße 10. Aufgelöst wurde er mit der Begründung, zu wenige Mädchen und Jungen würden ihn besuchen. Den Jugendklub unter Führung der Arbeiterwohlfahrt hatte sich die Gemeinde pro Jahr 55 000 Euro kosten lassen. Sie zahlte für pädagogisches Personal, Miete, Strom und Wasser. 2008 scheiterte ein Verein mit Plänen für ein Mehrgenerationenhaus in Selmsdorf, in das auch ein Jugendclub einziehen sollte. 2016 berichtete ein mobiler Jugendsozialarbeiter des Internationalen Bunds in Selmsdorf: „Die Jugendlichen wünschen sich einen Raum, in dem sie chillen, spielen und reden können.“ Das müsse kein großes Jugendzentrum sein.

Von Jürgen Lenz

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