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Nordwestmecklenburg Metelsdorf befürchtet sechsfache Regenwassergebühr
Lokales Nordwestmecklenburg Metelsdorf befürchtet sechsfache Regenwassergebühr
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20:10 17.11.2015
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Metelsdorf

Der Zweckverband Wismar mit Sitz in Lübow will die Gebühr für die Beseitigung des Regenwassers erhöhen. Derzeit beträgt sie 56 Cent pro Quadratmeter bebauter oder versiegelter Fläche für die Entsorgung in die Kanalisation des Zweckverbandes. Wie Metelsdorfs Bürgermeister Ulrich Gilde (SPD) informierte, soll die Gebühr für die Nutzer in der Gemeinde künftig 3,26 Euro pro Quadratmeter betragen.

Zahlen müssen die Gebühr sowohl Firmen als auch die Gemeinde und private Haushalte, sofern ihre befestigten Grundstücke an die Kanalisation angeschlossen sind. Es sei denn, das Regenwasser kann auf dem eigenen Grundstück versickern. Bei begrünten Dächern beispielsweise kann die Gebühr gemindert werden. Derzeit hat der Besitzer eines Einfamilienhauses etwa 70 Euro im Jahr zu berappen. Nach der geplanten Erhöhung würde der Betrag unzumutbar ansteigen.

Die Verbandsvorsteherin Grit Glanert und Volker Thiel als kaufmännischer Leiter seien laut Gilde „sehr unglücklich“ darüber. „Sie haben uns empfohlen, aus der Regenwassersparte auszutreten“, berichtete der Bürgermeister in der Gemeindevertretung. Das habe allerdings zur Folge, dass die Gemeinde eine eigene Satzung zur Regenwasserentsorgung erarbeiten müsse. Die Gebühren wären sehr wahrscheinlich ähnlich hoch.

„Die Abschreibung fürs Kanalsystem ist so teuer. Sie spielt in der Kalkulation neben den tatsächlichen Kosten eine Rolle. Als die Regenwassersparte gegründet wurde, haben wir darüber gar nicht nachgedacht“, erklärte Eckhard Rohde, Leiter der Amtsverwaltung Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen und Vorsitzender der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Wismar. Die Abschreibung von Anlagevermögen ist Bestandteil der doppischen Haushaltsführung.

Laut Rohde stünden alle acht Gemeinden, die der Regenwassersparte angehören, vor dem gleichen Problem. Nur Metelsdorf würde es besonders hart treffen. Die Gemeinde hat ein relativ hohes Anlagevermögen durch das neue Wohngebiet „Gross Bütt“ und die Regenwasserleitung drum herum. Daran sind allerdings nur wenige Grundstücksbesitzer angeschlossen, sodass die Kosten nur auf wenige umverlegt werden können.

Auch Gemeindevertreter Reinhard Stieglitz sieht eine horrende Gebühr auf sich als Landwirt zukommen. Er sprach von Tausenden von Euro, da er in seinem Betrieb versiegelte Fläche in Größenordnungen hat. „Das geht gar nicht!“, erklärte er.

„Vom Grundsatz her ist jedes Unternehmen und jeder Eigenheimbesitzer selbst dafür zuständig, das Regenwasser zu entsorgen. Es kann in Zisternen aufgefangen werden. Die Kosten für die Unterhaltung sind unerheblich“, sagte Eckhard Rohde. Er kündigte an, dass der Zweckverband in der nächsten Verbandsversammlung am 2. Dezember vorschlagen will, die jetzigen Gebühren erstmal beizubehalten. „Dann haben wir ein Jahr Zeit, uns etwas einfallen zu lassen.“ Eckhard Rohde hofft, das Amt und der Zweckverband werden eine für die Bürger vertretbarere Lösung finden.

„Die Kosten fallen nunmal an“, meinte Rohde. Das Regenwasserleitungsnetz umfasst derzeit 53 Kilometer. 1534 Einleiter erhalten Gebührenbescheide. Die Sparte Niederschlagswasser im Zweckverband gibt es seit 2005. Die Gemeinden Hornstorf, Bad Kleinen, Barnekow, Bobitz, Dorf Mecklenburg, Hohen Viecheln, Metelsdorf und Lübow gehören ihr an. Ein Anschluss- und Benutzungszwang besteht derzeit nicht.

Haike Werfel

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