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Nordwestmecklenburg Modell zeigt Zufluchtsstätten im Detail
Lokales Nordwestmecklenburg Modell zeigt Zufluchtsstätten im Detail
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10:21 09.02.2019
An Ort und Stelle im Questiner Wald erinnert eine Tafel an das Vertriebenen- und Gefangenenlager. Quelle: JANA FRANKE
Grevesmühlen/Questin

20 Meter lang, acht Meter breit und 2,50 Meter hoch: Bis zu 35 Menschen waren in den Unterkünften im 1945 von der russischen Armee betriebenen Vertriebenenlager im Questiner Wald untergebracht. Unvorstellbar auf so engem Raum. Bis 1947 fanden etwa 1500 Menschen aus den ehemaligen Ost- und Westgebieten des Deutschen Reiches dort Zuflucht. Einige nur wenige Tage, andere bis zu Wochen. Wie es dort tatsächlich aussah, darüber ließ die OSTSEE-ZEITUNG bereits in mehreren Berichten
Betroffene erzählen. Mit dem Thema beschäftigte sich auch Emily Baaske vom Gymnasium „Am Tannenberg“ in Grevesmühlen. Im Schuljahr 2017/18 nahm sie als Zehntklässlerin an dem Wahlpflichtfach „Vertriebenenlager Questin“ teil. „Da es nicht so leicht war, sich die barackenähnlichen Unterkünfte, in denen die Lagerbewohner lebten, aus den Zeitzeugenberichten bildlich vorzustellen, habe ich diese als Vorlage genutzt, um (...) ein Modell im Maßstab von 1:50 aus Pappe und Karton zu basteln“, schreibt sie im Heimatheft, das in diesen Tagen ausgeliefert und den Mitgliedern des Heimatvereins Grevesmühlen übermittelt worden ist.

Das Modell zeigt, wie es in den Baracken im Questiner Wald ausgesehen hat. Entstanden ist es aus Beschreibungen einer Düsseldorferin. Quelle: PRIVAT

Fotos der Modelle schickte Ortschronist Eckart Redersborg, der maßgeblich für das Heimatheft zuständig ist und sich freut, dass sich Schüler mit dem Thema befassen, an die 88-jährige Hella Schumann, die 1945/46 mit ihrer Oma, Mutter und Schwester mehrere Monate im Lager lebte. „Die Fotos von den Unterkünften haben mich stark beeindruckt“, schreibt die Düsseldorferin im Heimatheft. Viele Erinnerungen kamen wieder hoch: Die Baracken seien braun gestrichen gewesen, der Fußboden habe aus gestampftem Lehm bestanden. Vier Stufen hätten hinab in das Innere der Unterkunft geführt. Zwischen den abgeteilten Strohlagern habe es schmale Gänge gegeben. „Über den einzelnen Bettstätten gab es eine Art Ablage für die wenigen Sachen, die die Flüchtlinge mitgebracht hatten“, schreibt sie. „Die Herdstelle bestand aus einem etwa zwei Meter hohen und einem Meter breiten Ofen aus hellen Backsteinen, der die Baracke notdürftig wärmte.“ Zudem habe es eine Feuerstelle gegeben, die mit einem Rostgitter abgedeckt war. „Nach meiner Erinnerung war das Dach mit Teerpappe abgedeckt und mit Gras bewachsen“, berichtet sie. Das Modell von Emily Baaske ist dementsprechend angepasst worden.

Das Heimatheft kann beim Heimatverein, im Städtischen Museum oder im Geschäft Foto-Optik Pleines in Grevesmühlen erworben werden.

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Jana Franke

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